Kassel

Landtagswahl in Nordhessen: SPD verliert alle Wahlkreise, CDU gewinnt, auch AfD legt zu

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    Florian Hagemann
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Hessen hat einen neuen Landtag gewählt: Die SPD verliert alle Wahlkreise, die CDU gewinnt mit deutlichem Vorsprung, und auch die AfD legt zu.

Kassel – Bei der Landtagswahl in Hessen hat die SPD auch in den Kasseler Wahlkreisen, wo sie traditionell stark ist, kein einziges Direktmandat gewonnen. Im Wahlkreis Kassel-Ost setzte sich mit Maximilian Bathon der CDU-Bewerber durch.

Er lag am Ende mit 24,2 Prozent deutlich vor der Landtagsabgeordneten Esther Kalveram (SPD, 19,3 Prozent) und Julia Herz von den Grünen. Sie erreichte 18,6 Prozent – und damit nur 0,2 Prozentpunkte mehr als der AfD-Kandidat Thomas Schenk.

Im Landkreis Kassel ist die politische Landkarte seit Sonntag schwarz gefärbt

Im Wahlkreis Kassel-West lieferten sich Vanessa Gronemann von den Grünen und der CDU-Kandidat Alexander Grotov ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende hatte Gronemann mit 27,7 Prozent die Nase vorn. Sie verteidigte damit ihr Direktmandat. Bei den Zweitstimmen lag in beiden Wahlkreisen der Stadt Kassel die CDU vorn. Im Wahlkreis Kassel-Ost holte sie 23,6 Prozent. Auf Rang zwei kam hier die AfD mit 18,8 Prozent.

Bange Blicke: Die Bundestagsabgeordnete Awet Tesfaiesus (von links) sowie die Direktkandidaten Julia Herz, Sascha Meier (Kreis) und Vanessa Gronemann schauten in der Caricatura besorgt auf die Wahlergebnisse.

Neben Bathon und Gronemann ziehen für Kassel auch Esther Kalveram und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Julia Herz in den Landtag ein – und zwar über die jeweilige Landesliste. Nicht geschafft hat es dagegen Violetta Bock von den Linken. Auch sie hatte zwar einen aussichtsreichen Listenplatz, allerdings scheiterten die Linken an der Fünf-Prozent-Hürde.

Das Landtagswahlergebnis in Hessen

Aus der Landtagswahl in Hessen ist die CDU als klarer Sieger hervorgegangen. Die Christdemokraten erzielten Hochrechnungen zufolge 34,6 Prozent der Stimmen. Die Grünen kamen auf 14,8 Prozent, die SPD auf 15,1 Prozent. Die AfD verbesserte sich auf 18,6 Prozent. Die FDP mit 5,0 Prozent musste am späten Abend um den Einzug in den Landtag bangen. Linke (3,1) und Freie Wähler (3,5) scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. Wahlbeteiligung: 65,7%. (dpa)

Im Landkreis Kassel ist die politische Landkarte seit Sonntag schwarz gefärbt. Spannend ging es vor allem im Wahlkreis Kassel-Land I zu. Erst mit dem letzten Stimmbezirk stand fest, dass CDU-Kandidat Hans Christian Göttlicher aus Immenhausen den Wahlkreis von Oliver Ulloth (SPD, Vellmar) übernehmen wird – mit 23 Stimmen Vorsprung.

Landtagswahl in Hessen: CDU geht als klarer Sieger hervor

Im Wahlkreis Kassel-Land  II sorgte Anna-Maria Schölch (Fuldabrück) für ein Novum. Sie gewann mit 30,4 Prozent als erste Christdemokratin überhaupt das Direktmandat der bisherigen SPD-Hochburg. Sozialdemokrat Florian Schneider aus Schauenburg erreichte 28,3 Prozent. Bei den Zweitstimmen behielt die CDU mit 32,1 Prozent (Kassel-Land I) und 30,9 Prozent (Kassel-Land II) die Oberhand.

Im Wahlkreis Schwalm-Eder I, in dem Schauenburg wählte, gewann CDU-Mann Dominik Leyh (27,3 Prozent) gegen SPD-Urgestein Günter Rudolph (26,3 Prozent). Im Wahlkreis Eschwege-Witzenhausen (Helsa und Nieste) gewann Stefan Schneider (CDU, 29,1 Prozent) das Direktmandat gegen Knut John (SPD, 26,0 Prozent).

Rubriklistenbild: © Pia Malmus

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