VonAnna-Laura Weyhschließen
Kassel hat zu wenige Sitzbänke im öffentlichen Raum. Das ist die Meinung des Kasseler Seniorenbeirats und der Kasseler SPD.
Kassel – Der Magistrat der Stadt Kassel soll nun ein Konzept für senioren- und behindertengerechte Bänke erstellen. Die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Sport haben das in der vergangenen Sitzung einstimmig beschlossen und den Antrag somit in die Stadtverordnetenversammlung überwiesen.
Ziel des Konzeptes soll es sein, ältere Menschen, aber auch jüngere Mitbürgerinnen und Mitbürger mit eingeschränkter Mobilität mehr am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen.
Sind Bänke in Kassel Mangelware? Insgesamt 2151 Bänke im Jahr 2022
Im Januar 2022 habe es in der Stadt Kassel 2151 Bänke gegeben, teilt ein Stadtsprecher mit. Eine aktuellere Erhebung gebe es nicht. 211 Bänke fallen davon auf den Stadtteil Mitte und damit auch in die Innenstadt. Die neue Konzepterstellung soll ein Zeichen sozialer Teilhabe sein, sagt Petra Ullrich, die Berichterstatterin des SPD-Antrags:
„Das Angebot an Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum ist nach Einschätzung vieler zu gering und häufig nicht nutzbar“, sagt die Stadtverordnete und bittet um Zustimmung ihrer Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Fraktionen: „Nicht für die Politik, sondern für die Sache.“
Hat Kassel genug Sitzmöglichkeiten? Konzept für mehr Bänke soll erstellt werden
Vorhandene Sitzflächen seien häufig zu niedrig, sodass betroffene Menschen sich davon nicht mehr alleine oder ohne fremde Hilfe erheben können. Auch fehlen oft die Armlehnen zum Abstützen oder Rückenlehnen.
„In Anbetracht der Alterung unserer Gesellschaft und dem zunehmenden Bewusstsein für die Belange von Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollte in unserer Stadt die notwendige Infrastruktur für ein weitgehend selbst bestimmtes Leben in allen Stadtteilen bereitgestellt werden“, heißt es in dem SPD-Antrag.
Die Aufstellung ausreichender und seniorengerechter Sitzgelegenheiten sei dafür ein wichtiger Baustein.
Bei dem Konzept sei zu berücksichtigen, dass auch Bänke in unterschiedlicher Höhe und Ausgestaltung aufzustellen seien – je nach Standort und der zu erwartenden Nutzung. Es soll unter Einbeziehung des Seniorenbeirates, des Behindertenbeirates und der Ortsbeiräte der Stadt Kassel erstellt werden.
Bänke in Kassel: „Wer kann sich das denn heute noch leisten“ ständig in Café oder Restaurant zu gehen?
Das Thema Sitzbänke sei immer wieder präsent, sagt auch Bürgermeisterin Ilona Friedrich: „Bisher sind wir da leider noch nicht wirklich weitergekommen.“ Sie begrüße deshalb das Vorhaben und regt an:
„In einigen Städten werden Stühle im öffentlichen Raum zur Verfügung gestellt. Das bedeutet mehr Flexibilität, vielleicht kann man auch bei uns über so etwas nachdenken.“
Auch Helga Engelke, Vorsitzende des Kasseler Seniorenbeirates, ist im Rathaus gewesen und sagt: „Die Bänke sind für viele Personengruppen wichtig. In manchen Kommunen gibt es sogenannte Schnuddelbänke. Da kann man sich dazusetzen und ins Gespräch kommen.“
Engelke betont, dass viele Menschen im Rentenalter nicht ständig ins Café oder Restaurant gehen könnten, um sich in geselliger Runde zu treffen: „Wer kann sich das denn heute noch leisten?“

