Weihnachtslieder in Frankfurt-Alt-Sachsenhausen

Zum Auftakt Bahnbabo und Bembel

+
Der Bahnbabo Peter Wirth wie man ihn kennt. Fast. Braungebrannt mit Sonnenbrille und strahlendem Lächeln. Diemal aber mit Weihnachtsmütze und Bembel.
  • schließen

Weihnachtsmarkt auf dem Paradiesplatz hat noch bis Freitag auf

Der Paradiesplatz in Alt-Sachsenhausen hat wieder sein Adventskleid angezogen und sich in den wohl hübschesten und romantischsten kleinen Weihnachtsmarkt der Stadt verwandelt. Beim Rudelsingen füllte magische Stimmung den Platz. Und das für einen guten Zweck.

Sechs Ziegen und ein Esel

Das haushohe Bembelkrippen-Banner lockt schon von weitem. Kinder wissen es längst, dass direkt davor Esel Christopherus und sechs Ziegen auf dickem Heu auf Besucher warten. Der Weihnachtsbaum funkelt mit einer dichten Lichterkette und einem großen Stern, aus Hütten vor den romantischen Fachwerkhäusern dampft und duftet es. Feuerzangenbowle, Glühwein, Bratwurst, gebrannte Mandeln locken rund um das historische Kinderkarussell. Klein, köstlich und stimmungsvoll ist der Weihnachtsmarkt, den die Initiative Alt-Sax-Neu seit 2016 zum Leben erweckt.

Nachbarn kommen mit ihren Kindern ebenso wie Besucher aus ganz Sachsenhausen. Hier können Kinder rumlaufen, ohne verloren zu gehen. Es ist voll, aber überschaubar.

Als dann noch der Bahnbabo Peter Wirth in braunem Norweger-Pullover und roter Weihnachts-Blinkemütze auf den Platz tritt und in der Glühweinhütte im Spagat für Fotos posiert, während junge Leute Empanadas, Gillettes und Pommes naschen, ist klar, dass etwa Besonderes kommt. „Wir wollen heute ganz viel Geld sammeln, damit krebskranken Kindern noch besser geholfen werden kann“, sagt er. Eine Weihnachtsfrau in langem rotem Umhang und roter Mütze verteilt lächelnd Zettel mit den Texten und Noten von zehn Weihnachtsliedern auf dem Platz und sagt vergnügt: „Einfach mitsingen.“ Uli Schlepper von der Initiative moderiert das Rudelsingen an und bringt gespannte Stimmung zu den Leuten auf den gefüllten Platz. Der Jazzer und Vibraphonist Christoph Aupperle spielt am Keyboard. „Das ist ja total süß hier“, sagt Caro Mala (19) zu ihrer Freundin und verweilt. Beide stimmen sofort mit ein, als „Stille Nacht, heilige Nacht“ über den Platz schallt. Gemeinsam gesungen von Besuchern, Standbetreibern und dem Bahnbabo. „Wir brauchen mehr Liebe in dieser Gesellschaft. Liebe ist die stärkste Macht“, sagt er, zieht einen 50-Euro-Schein aus der Tasche und wirft ihn in einen der beiden Bembel, die herumgetragen werden.

Ein Rudel, gut bei Stimme

Das Weihnachts-Rudelsingen soll nicht nur Spaß machen und friedliche weihnachtliche Stimmung aufkommen lassen, sondern auch dem guten Zweck dienen. Es wird Geld gesammelt für den Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt, der vor 40 Jahren von betroffenen Eltern als Selbsthilfe gegründet wurde, um die Behandlung und Forschung zur Bekämpfung der Krankheit zu unterstützen. Vorstand Prof. Thomas Klingebiel ist gerührt von der Aktion auf dem romantischen Paradiesplatz und erklärt, dass sich der Verein täglich für die Unterstützung von Eltern krebskranker Kinder und für die Forschung einsetzt. Auch er singt mit bei „Stille Nacht“. Alt-Sachsenhausen zeigt sich auf dem geschmückten Platz vor dem Paradieshof von seiner schönsten Seite. Mit wenig Aufwand ist mit Lichtern, dem fünf Mal zehn Meter großen Bembel-Banner und hübschen einladenden Buden ein Ort zum Wohlfühlen geworden. Alle singen mit. Erst leise, dann mit immer mehr Volumen in den Stimmen. Es ist ein Zusammenspiel, das Kinder und Erwachsene in Gemeinsamkeit vereint. Ob „White Christmas“, „In der Weihnachtsbäckerei“, „O Tannenbaum, wie grün sind Deine Blätter“, „Leise rieselt der Schnee“, „Jingle Bells“ oder „Kling Glöckchen, klingelingeling“ und „Feliz Navidad“ - die Besucher stimmen ein, lassen sich an dem kalten Abend anstecken von der Stimmung und genießen es, dabei zu sein. „Einen schöneren Platz als hier gibt es kaum zum gemeinsamen Singen“, findet Peter (56), der jedes Jahr hierherkommt. „Nicht zu klein, nicht zu groß. Er strahlt mit den Lichtern in den Häusern darum Hoffnung aus und Geborgenheit aus. Es ist richtig stimmungsvoll hier und ich mag das. Schade, dass der Platz nur im Advent so schön genutzt wird. So ein Treffpunkt für die ganze Familie wäre auch sonst hier ideal“, sagt er und singt inbrünstig „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ mit.

Krebskranke Kinder profitieren

Die Leute spenden gerne für den Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt. Mehr als 1000 Euro kommen zusammen in den beiden Bembeln, die der Bahnbabo und die Weihnachtsfrau herumtragen. Uli Schlepper ist zufrieden. „Wir werden den Betrag genau zählen und komplett an den Verein übergeben, damit vielen Kindern geholfen werden kann.“ sabine Schramek

Die Öffnungszeiten

Der Weihnachtsmarkt auf dem Paradiesplatz ist noch bis zum 22. Dezember von 16 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Am 21. Dezember kommt noch einmal der Weihnachtsmann für die Kinder.

Kommentare