Finanzielle Sanierung

„Chancen stehen gut“: Möbelhändler Opti meldet Insolvenzverfahren an

  • schließen

Der Möbelhändler Opti-Wohnwelt GmbH stellt einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren. Und blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Butzbach/Niederlauer – Die Opti-Wohnwelt Gruppe hat am Freitag (19. Juli) beim zuständigen Amtsgericht Schweinfurt den Antrag auf Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens gestellt, dem am Montagvormittag (29. Juli) entsprochen wurde. Entsprechend hat das Amtsgericht Schweinfurt antragsgemäß die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Für die Opti-Wohnwelt-Gruppe bedeutet dies die Chance auf einen kompletten Neustart.

Opti-Wohnwelt, hier die Filiale in Griedel, hat Chancen auf eine finanzielle Sanierung, wie das Unternehmen mitteilt.

Das schreibt das Unternehmen, das mit einer Filiale in Butzbach-Griedel (Wetteraukreis) vertreten ist, in einer Pressemitteilung. Alle Opti-Häuser blieben wie gewohnt geöffnet.

Das Eigenverwaltungsverfahren ermögliche es, das Familienunternehmen bei laufendem Geschäftsbetrieb neu aufzustellen und langfristig auf solide finanzielle Füße zu bringen. Die Opti-Wohnwelt GmbH & Co. KG befinde sich derzeit in der größten Umstrukturierung ihrer fast 50-jährigen Firmengeschichte. Mithilfe einer spezialisierten Restrukturierungsberatung sei in den vergangenen Tagen klar geworden, dass die Maßnahmen schneller und konsequenter erfolgen müssten und dass dies nur im Rahmen eines geordneten Eigenverwaltungsverfahrens möglich sei.

Insolvenzverfahren: Möbelhändler Opti-Wohnwelt steht unter vorläufiger Eigenverwaltung

»Der Antrag auf Eigenverwaltung ist uns alles andere als leichtgefallen«, erläutert Geschäftsführer Oliver Föst, »aber sie ist angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation die beste Möglichkeit, dass die Opti-Wohnwelt Gruppe mit ihrer großen Tradition so schnell als möglich wieder zu alter Stärke zurückfindet.«

Die Opti-Wohnwelt Gruppe mit Hauptsitz in Niederlauer ist seit 1978 als mittelständisches Familienunternehmen im Möbelhandel tätig. Mit ihren 41 Möbelhäusern - 28 Opti-Wohnwelten und 13 Opti-Megastores - zählt die Firma nach eigenen Angaben zu den 20 größten Möbelhändlern in Deutschland.

Ukraine-Krieg und Inflation machen dem Unternehmen zu schaffen

»Gerade mit ihren Stammfilialen war die Opti-Wohnwelt über Jahrzehnte sehr profitabel am Markt aktiv, heißt es in der Pressemitteilung. Die Übernahme von 20 neuen Standorten habe sich ab dem Jahr 2021 jedoch nicht so positiv wie erwartet entwickelt. Unter anderem werden externe Faktoren wie der Ukraine-Krieg, zerrissene Lieferketten, eine starke Inflation und hohe Rohstoffpreise genannt.

Bei der eingeleiteten Eigenverwaltung handele es sich um ein qualifiziertes Sanierungsverfahren, das nur jenen Unternehmen offensteht, die sich zwar in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, aber vielversprechende Aussichten auf eine nachhaltige Sanierung hätten. Das Eigenverwaltungsverfahren werde allein dann bewilligt, wenn auch die wichtigsten Gläubiger diesen Kurs unterstützen.

Chance auf nachhaltige Sanierung: Opti-Wohnwelt soll bald auf soliden Füßen stehen

Somit bleibe die Geschäftsführung der Opti-Wohnwelt Gruppe unter Oliver und Michael Föst im Amt. Unterstützt werde das Führungsteam in der Eigenverwaltung ab sofort von dem erfahrenen Sanierungsexperten Dr. Philipp Grub aus der Kanzlei Grub Brugger als Generalbevollmächtigter. »Wir werden den Geschäftsbetrieb bei der Opti-Wohnwelt wie gewohnt fortsetzen« und sich auf die besonders rentablen Standorte konzentrieren, erläutert der Rechtsanwalt. »Die Chancen stehen gut, dass wir Opti-Wohnwelt schon bald wieder auf solide Füße stellen.«

Im Gegensatz zu einem regulären Insolvenzverfahren gibt es bei der Eigenverwaltung keinen Insolvenzverwalter, sondern einen Sachwalter. Für Opti sei es Dr. Stefan Debus von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen. Man sei davon überzeugt, dass die Opti-Wohnwelt-Gruppe mittelfristig zukunfts- und wettbewerbsfähig ausgerichtet werden kann, heißt es in der Pressemitteilung. (pm)

Das Dorferneuerungsprogramm des Landes hat viele Projekte in der Großgemeinde Schotten ermöglicht. Unter anderem den Generationenplatz in Eichelsachsen, den ein neugegründeter Verein betreibt.

Rubriklistenbild: © Emanuel Zylla

Kommentare