- VonFabian Pieperschließen
Ein exklusives Mini-Konzert auf dem Stiftshügel hat Sängerin Lena Meyer-Landrut am Sonntagabend gegeben. Rund 100 Fans durften dabei sein.
Bassum – Dass Lena Meyer-Landrut für ein Konzert nach Bassum kommt, war so nicht geplant: Die Marketing-Abteilung der Sängerin hatte versehentlich mehrere Tausend Sticker drucken lassen, die den vergangenen Sonntag als Tour-Termin auswiesen. Darüber amüsierte sich die 33-Jährige in den sozialen Medien aber köstlich – und legte damit den Grundstein für eine recht spontane Aktion, die gestern rund 100 erlesene Fans auf dem Stiftshügel in Bassum versammelte.
100 Fans erleben Lena Meyer-Landrut in Bassum
Dort gab die Sängerin ein kurzes Quasi-Privatkonzert und ließ dabei ganz, ganz viel Nähe zu ihren Fans zu. Als die Siegerin des Eurovision Song Contests (ESC) 2010 sich um 19 Uhr auf einen Stuhl vor das evangelische Gemeindehaus setzte, waren da keine Zäune, keine Absperrgitter oder Security-Mitarbeiter, nicht einmal Flatterband, das sie von den Besuchern hätte trennen können.
Die hatten allesamt großes Glück, bei dem Event dabei sein zu dürfen, denn: Nur wenige Eintrittskarten für die von Amazon Music organisierte Veranstaltung schafften es in den Umlauf. 100 Stück, mehr waren es nicht, wurden zum Teil über Gewinnspiele in den sozialen Medien, zum Teil als Beigabe einer limitierten Fanbox in Zusammenhang mit der kürzlichen Veröffentlichung ihres neuen Albums „Loyal to myself“ verteilt.
Und nur, wer ein solches Ticket ergattert hatte, durfte den abgeschlossenen Stiftshügel betreten. Eine Handvoll Lena-Fans und Interessierte standen dennoch vor den Eingängen und versuchten, einen Blick auf die Sängerin zu erhaschen.
Die gab zwar nur eine kleine Kostprobe ihres Schaffens – das Konzert dauerte eine knappe Dreiviertelstunde –, ein besonderes Erlebnis dürfte es für die Auserwählten dennoch gewesen sein. Wann kommt man einem Star schon mal so nahe? Zusammen mit ihren Co-Musikern Annie Chops an der Gitarre und Keyboarder Johann Seifert spielte sie ein Akustik-Set aus ihren bekanntesten und aktuellsten Songs, darunter auch „Satellite“, mit dem die damals 19-Jährige in Oslo den ESC gewann.
Und bei so viel Nähe witzelte die Künstlerin immer mal wieder mit ihren Fans, plauderte mit ihnen und hob vor allem die sehr lauschige Atmosphäre hervor: Sie finde es „ganz toll, dass wir das machen können. Wir sind nur so wenige, aber trotzdem ist es irgendwie so besonders“.
Dabei war der Auftritt Lenas nur das Hauptevent an einem Tag, der irgendwo zwischen Marketing-Gag und Fan-Service anzusiedeln sein dürfte. Die Besucher durften sich bei Burgern, Pommes, Süßigkeiten und Bratwurst schon am frühen Nachmittag auf dem großzügig für sie abgesperrten Gelände austoben. Das Team von Amazon Music hatte Liegestühle aufgestellt, kleine Spiele und einen Greif-Automaten aufgebaut, eine Lena-Fotowand hochgezogen – und eine Handvoll Fans hatte sogar die Chance auf ein exklusives Meet and Greet mit der Sängerin.
Lena in Bassum: Das sagen die Besucher
Das galt zwar nicht für Giulia Lanucara und Sophie Asmus; die beiden aus Jena und der Nähe von Magdeburg angereisten Mädchen hatten dennoch Spaß: „Eine tolle Erfahrung auf jeden Fall“, sagte Asmus strahlend, Lanucara pflichtete ihr nickend bei: „Es ist sehr familiär, und alle sind aus demselben Grund hier, das verbindet.“ Zwar seien die beiden Lena-Fans der ersten Stunde bereits auf etlichen Konzerten gewesen, so nahe wie in Bassum seien sie der 33-Jährigen aber noch nie bei einem Auftritt gekommen.
Einen nicht ganz so weiten Weg hatten Katja Wulff aus Lüneburg und Eileen Schröder aus Winsen (Luhe), die wie auch die beiden Bremer Schwestern Carlotta und Stina Michaelsen Tickets in den sozialen Medien gewonnen hatten. „Sie ist ehrlich, offen und nett“, adelte Carlotta Michaelsen die Sängerin – und schob mit Blick auf die fehlenden Absperrgitter nach: „Und gar nicht weit entfernt.“
Auch Bürgermeister Christian Porsch besuchte die Veranstaltung, hielt sich aber vornehm zurück und beobachtete den Auftritt Lenas aus der zweiten Reihe. Ein besonderes Autogramm staubte er dennoch ab: Er hatte sie sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen lassen . . .
