Pipeline für Flüssiggas: Achim und Bassen sind immer dabei

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Egal, welche Trasse es am Ende wird: Die Verdichterstation in Achim ist immer das Ziel.
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Gasunie plant eine neue Pipeline für Flüssiggas (LNG). Das öffentliche Beteiligungsverfahren ist gestartet. Es gibt drei alternative Trassenverläufe, die über Flächen in der Ortschaft Bassen bis nach Achim führen.

Landkreis – Deutschland soll unabhängig werden von russischem Gas – und setzt dabei auf Flüssiggas (LNG) unter anderem aus den USA und aus Katar. Angeliefert werden soll es an zwei – noch zu bauenden – Terminals in Brunsbüttel und Stade/Bützfleth, weitertransportiert über eine – ebenfalls noch nicht vorhandene – Pipeline.

Hier kommt der Landkreis Verden ins Spiel. Denn wie man es auch dreht und wendet, egal, auf welche Variante die Gasunie Deutschland Transport Services GmbH (GUD) als Projektträgerin am Ende setzt: Die Pipeline wird über Flächen in der Ortschaft Bassen bis nach Achim, zur ebenfalls von der GUD betriebenen Gasverdichterstation führen.

Die Rede ist von einer unterirdisch verlegten Stahlrohrleitung mit einem Durchmesser von 1,20 Meter und einer Verlegetiefe von mindestens einem Meter. Rechts und links davon ist außerdem ein jeweils fünf Meter breiter Schutzstreifen einzuhalten, der nicht bebaut werden darf. „Das Erdgas wird in dieser Leitung mit einem Betriebsdruck von bis zu 84 bar transportiert“, teilt das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Lüneburg als federführende Behörde mit. Und: Für die Leitung „besteht die grundsätzliche Fähigkeit, anstelle von Erdgas, auch Wasserstoff zu transportieren“.

„Achim ist ein wichtiger Knotenpunkt für ganz Niedersachsen und darüber hinaus“, betont Christof Seeck vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Lüneburg. Der Diplom-Geograph leitet das Projekt vonseiten des ArL. Dieses wiederum hat nun das Beteiligungsverfahren für die Energietransportleitung (ETL) 182, so die offizielle Bezeichnung, gestartet.

Die ETL 182 soll zwischen den bestehenden Netzpunkten „Elbe Süd“ in Steinkirchen (Kreis Stade) und der Achimer Verdichterstation verlaufen. Dazu gibt es drei alternative Trassenverläufe, 86, 88,5 beziehungsweise 98 Kilometer lang, die Landkreise Stade, Rotenburg, Harburg und Verden querend.

Im Rahmen des nun gestarteten öffentlichen Beteiligungsverfahrens haben nicht nur Städte, Gemeinden und Landkreise, sondern auch Privatpersonen die Gelegenheit, ihre Hinweise zu der Planung an die Behörde zu richten. Einsendeschluss ist der 3. November. „Der nächste Schritt ist dann ein Erörterungstermin“, so Projektleiter Christof Seeck.

Die Inbetriebnahme der ETL 182 ist für das Jahr 2026 vorgesehen. Ein realistisches Ziel, meint GUD-Sprecher Dr. Philipp von Bergmann-Korn. Erteilt das zuständige Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie die Baugenehmigung, werde „mit Hochdruck an der Hochdruckleitung gebaut“.

ArL und GUD berufen sich auf das LNG-Beschleunigungsgesetz. Danach besteht für das Vorhaben die besondere Dringlichkeit und die energiewirtschaftliche Notwendigkeit. „Der schnellstmögliche Bau der neuen Leitung dient demnach dem Ziel einer sicheren und diversifizierten Gasversorgung in Deutschland“, formuliert es das ArL. Auch Unternehmenssprecher von Bergmann-Korn unterstreicht die Notwendigkeit. Die Mengen an Flüssiggas, die über die beiden großen LNG-Terminals angeliefert würden, könnten nicht über vorhandene Pipelines transportiert werden. „Sie reichen von den Dimensionen her nicht.“  kp

Hinweise zur Planung

nimmt das ArL Lüneburg bis zum 3. November entgegen, bevorzugt per E-Mail an rov-etl182@arl-lg.niedersachsen.de. Verfahrensunterlagen der GUD stehen auf der Website bereit (www.arl-lg.niedersachsen.de/rov-etl182).

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