Für über 30 Morde verantwortlich

„Aktenzeichen XY“-Sendung zu untergetauchten RAF-Mitgliedern: 161 Hinweise eingegangen

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Die Fahndung nach drei ehemaligen RAF-Mitgliedern erhält durch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ neuen Schwung. 161 neue Hinweise sind bei den Ermittlern eingegangen.

Hannover/Stuhr – Im Anschluss an die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ erhielten die Ermittlungsbehörden 161 Hinweise, die sich auf drei ehemalige Mitglieder der Rote-Armee-Fraktion (RAF) bezogen. Diese Informationen werden nun vom Landeskriminalamt Niedersachsen geprüft, wie die Staatsanwaltschaft Verden am Donnerstag bekannt gab.

Unter anderem mit diesem Plakat fahndet das LKA Niedersachsen nach den RAF-Terroristen.

Die Angeklagten Ernst-Volker Staub, Daniela Marie Luise Klette und Burkhard Garweg stehen unter Verdacht, versuchten Mord und eine Reihe von schweren Raubüberfällen begangen zu haben. Die gesuchten Ex-RAF-Terroristen tauchten bereits in den 1990er-Jahren unter. DNA-Beweise führten die Ermittler zu der Annahme, dass das Trio zwischen 1999 und 2016 für Überfälle auf Geldtransporter und Supermärkte verantwortlich sein könnte.

Neue Hinweise zu RAF-Mitgliedern: Geldtransporter in Stuhr überfallen

Die Tatorte umfassten unter anderem Osnabrück, Wolfsburg und Stuhr in Niedersachsen, wo sie einen Geldtransporter überfallen haben sollen, sowie Hagen und Bochum-Wattenscheid in Nordrhein-Westfalen. Interessanterweise wurden fast alle Verbrechen im Zusammenhang mit Feiertagen verübt, so die Staatsanwaltschaft Verden. Ebenso bemerkenswert war, dass die Fluchtfahrzeuge, die teilweise gestohlen, teilweise gekauft wurden, über längere Zeit im Besitz der Täter blieben. Wo die Fahrzeuge in dieser Zeit abgestellt wurden, war zunächst unklar. Einige mussten laut Anklagebehörde für längere Zeit geparkt worden sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Überfälle nicht politisch motiviert waren. Die Angeklagten sollen die Verbrechen begangen haben, um Geld zu erlangen. Weitere Überfälle könnten möglich sein.

Im Vorfeld der „Aktenzeichen XY... ungelöst“-Sendung im ZDF veröffentlichten die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Niedersachsen am Freitag einen Fahndungsaufruf. Am Mittwochnachmittag berichteten die Behörden bereits von 52 eingegangenen Hinweisen, die weitere Untersuchungen notwendig machten.

Mehr als 30 Menschen getötet: Darum werden die RAF-Mitglieder gesucht

Die linksextremistische Gruppierung Rote Armee Fraktion (RAF) stand in der Bundesrepublik über Jahrzehnte hinweg für Terror und Mord. Insgesamt tötete die RAF mehr als 30 Menschen, mehr als 200 wurden verletzt. Zu den Opfern zählten unter anderem Generalbundesanwalt Siegfried Buback, Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto und Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Die RAF löste sich 1998 auf.

Staub, Klette und Garweg gehören der sogenannten dritten RAF-Generation an. Mitglieder dieser Generation sollen den damaligen Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, und den Treuhand-Chef, Detlev Karsten Rohwedder, ermordet haben.

Die Redakteurin oder der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

Rubriklistenbild: © LKA Niedersachsen

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