VonLia Stoikeschließen
Verschwindet Künstler, Musiker und Rapper Alligatoah jetzt von der Bildfläche? Eine Frage, die seine Fans derzeit entsetzt ins Auge blicken müssen.
Niedersachsen/Berlin – Wer dieser Tage die Website von Sänger und Rapper Lukas Strobel, Alligatoah, öffnet, wird lediglich eine pechschwarze Seite vorfinden, auf der mit weißen Lettern steht „Diese Website ist nicht mehr erreichbar“. Kein Fanshop, keine Tourdaten – alles ist aus dem Netz genommen.
Erst im vergangenen Sommer trat Alligatoah beim Summertime auf Norderney auf. Auf dem Deichbrand-Festival 2023 war er hingegen in diesem Jahr nicht zu sehen.
Website von Alligatoah vom Netz genommen – Fans entsetzt über Instagram-Post
Zugleich verkündet sein Instagram Profil: „Alligatoah war ein deutschsprachiger Musiker (1989 – 2023)“. Alle Beiträge, die der Künstler je geteilt hat, sind gelöscht. Auch ein Link führt zu seinem Song „Trauerfeierlied“ als Orchesterversion. Lediglich ein Beitrag ist geblieben – ein Foto. Zu sehen ist ein schwarz-weißes, verzerrtes Selbstbild in Phallusform. Seine Fans sind entsetzt, aber nicht von der Darstellung, sondern von der Bildunterschrift.
Dort steht lediglich ein Wort: „Fin“. Das ist Französisch und bedeutet „Ende“. „Ich heul Rotz und Wasser“, schreibt Melanie G. in den Kommentaren unter dem Post. Melinzka B. hingegen meint: „Das erste Mal im Leben hoffe ich, dass es nur Promo ist.“ Auch Kommentare von anderen namhaften deutschen Künstlern tummeln sich unter dem Beitrag auf Instagram.
Namhafte deutsche Künstler nehmen Abschied von Alligatoah – Ist es das wirklich gewesen?
Die Band 257ers schreibt: „Adieu! War alles unfassbar schön mit dir.“ Max Grimm schreibt: „… dont u dare …“ Das bedeutet zu Deutsch: „Wag es nicht!“ Viele Fans sind sich sicher: Auf seinem letzten Konzert in Köln machte er klare Andeutungen auf das Ende seiner Karriere. „War gerade auf dem Konzert in Köln und die letzten Worte klangen leider sehr final“, schreibt beispielsweise Marv M. unter dem „Fin“-Beitrag bei Instagram.
Was steckt hinter Alligatoah?
Lukas Strobel wuchs im niedersächsischen Neuenwalde bei Bremerhaven auf. Während seiner Schulzeit produzierte er ab 2003 eine Reihe von Kurzfilmen und konnte bei einem Jugendfilmfestival ein Preisgeld von 750 Euro gewinnen. Er begann 2006, im Alter von 16 Jahren, Rapmusik zu produzieren. Er gründete damals die fiktive Gruppe „Alligatoah“ aus zwei Alter Egos, um seine Funktion als Texter und Rapper (Kaliba 69) sowie Beatproduzent (DJ Deagle) zu trennen. Damit legte er den Grundstein für seinen weiteren Karriereweg und die Kunstfigur, die heute bekannt ist.
Bei seinem letzten Konzert machte Alligatoah tatsächlich Andeutungen, dass dies das letzte Mal sein könnte. Bevor er das „Trauerfeierlied“ anstimmte, wendete er sich mit folgenden Worten an sein Publikum: „Heute ein möglicherweise letztes Mal dieses Trauerfeierlied. Alles gemeinsam singen! Ich weiß, das killt jetzt ein wenig den Mood.“ Dies zeigt ein Video auf Tiktok.
@alina.gnnss Das wars dann wohl. Diese Ära ist vorbei. #alligatoah #fy #willstdu #trauerfeierlieder ♬ Originalton - Ally
Am Ende des Clips lässt sich Alligatoah sogar selbst in einem Sarg aus Pappe live beerdigen. Einen Hinweis auf das mögliche Ende seiner Karriere findet sich tatsächlich schon im Musikvideo von „Trauerfeierlied“ von 2013. Er singt in diesem Song über seine eigene Beerdigung. Unter anderem wird in dem Clip sein Grab gezeigt, an dem ein Kreuz mit der Innenschrift „Gern geschehen – Alligatoah – 1989 – 2023“ steht. In dem Song singt er unter anderem: „Ihr schafft den Rest allein.“
„Ihr schafft den Rest allein“ – Karriereende von Alligatoah ist noch nicht offiziell bestätigt
Ob dies wirklich das Ende seiner Karriere bedeutet, ist nicht abschließend durch ihn oder sein Management bestätigt. Eine offizielle Stellungnahme gibt es bisher nicht. Fakt ist jedoch, dass eine derartige Inszenierung sowohl als dramatisches Karriereende, als auch als extreme Promo-Aktion zu Künstler Alligatoah passen würde.
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