VonMarvin Köhnkenschließen
Esso darf in Niedersachsen nach dem begehrten Rohstoff Lithium suchen. Doch bevor das Unternehmen richtig loslegen kann, sind noch einige bürokratische Schritte notwendig.
Hannover – Esso, Ölkonzern und Betreiber von Tankstellen, hat die Erlaubnis erhalten, in Niedersachsen nach Lithium zu suchen. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat diese Genehmigung ab dem 1. Januar 2025 erteilt, wie die Behörde am Dienstag, 17. Dezember, bekannt gab. Esso wurde für einen Zeitraum von fünf Jahren vier sogenannte Erlaubnisfelder zur Exploration des Rohstoffes zugewiesen, die zusammen eine Fläche von über 1443 Quadratkilometern umfassen. Diese Fläche entspricht etwa dem Siebenfachen der Stadt Hannover.
„Die Erlaubnisse geben dem Unternehmen zunächst das grundsätzliche Recht, die Aufsuchungen vorzunehmen“, erklärte das LBEG. Esso darf jedoch noch nicht sofort beginnen: Dies ist erst nach Genehmigung von bergrechtlichen Betriebsplänen möglich, für die unter anderem ein separates Beteiligungsverfahren erforderlich ist, so die Behörde. Esso hat zudem 19 weitere Anträge auf Erlaubnisse zur Aufsuchung in Niedersachsen gestellt.
Die betroffenen Gebiete umfassen fünf Landkreise und eine Stadt. Das Erlaubnisfeld „Greetsiel IV“ erstreckt sich laut den Angaben entlang der Emsmündung von Emden bis zum Stadtrand von Norden (Landkreis Aurich) und umfasst eine Fläche von etwa 325 Quadratkilometern. Das Erlaubnisfeld „Hengstlage“ liegt zwischen Wardenburg und Wildeshausen (beide im Landkreis Oldenburg) auf einer Fläche von etwa 429 Quadratkilometern; auch der Landkreis Cloppenburg ist betroffen.
Erlaubnisse gelten für Landkreise Aurich, Oldenburg, Rotenburg (Wümme) und Heidekreis
Das Erlaubnisfeld „Hemslingen“ erstreckt sich vom Landkreis Rotenburg (Wümme) und Visselhövede bis Schneverdingen (Landkreis Heidekreis) und umfasst etwa 453 Quadratkilometer. Unmittelbar östlich davon schließt das Erlaubnisfeld „Wolterdingen“ an, das eine Fläche von knapp 236 Quadratkilometern umfasst und bis nach Soltau und Bispingen (beide im Landkreis Heidekreis) reicht.
Esso plant laut LBEG, Lithium für kommerzielle Zwecke zu gewinnen. Langfristig soll Lithium in Norddeutschland durch sogenannten Bohrloch-Bergbau gewonnen werden. Niedersachsen gilt als deutsche Lithium-Hochburg. Ähnlich wie bei der Tiefengeothermie werden dabei laut LBEG Flüssigkeiten aus mehreren Tausend Metern Tiefe gefördert. Diese enthalten Lithiumanteile, die abgetrennt werden. Der verbleibende Teil der geförderten Flüssigkeiten kann wieder in die ursprünglichen Untergrundschichten zurückgeführt werden.
Lithium wird in Akkus verwendet, wie sie beispielsweise in Smartphones und Elektroautos eingebaut sind. Wegen der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos wird in den kommenden Jahren ein deutlicher Anstieg der Nachfrage erwartet.
