VonSebastian Petersschließen
Niedersachsen erlebt einen drastischen Temperatursturz. Meteorologen warnen vor ungewöhnlich kalten Bedingungen und Schneefälle bis in tiefe Lagen.
Update von Samstag, 20. April: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für den Norden erneut vor Frost. Betroffen sind unter anderem Niedersachsen, Bremen und Hamburg, es drohen Glätte und Frost. Während am Tag bereits vereinzelt Gewitter und stürmischer Wind erwartet werden, fallen die Temperaturen in der Nacht auf weniger als null Grad.
In der Nacht zum Sonntag, 21. April, werden vom DWD gebietsweise weitere Schauer vorausgesagt, im Bergland kann der Niederschlag als Schnee fallen. In tieferen Lagen in Niedersachsen komme es sehr wahrscheinlich zu Matschglätte. In der Nordosthälfte des Landes sowie im Oberharz kühlt das Wetter dann auf Werte bis minus zwei Grad, sonst im Binnenland auf rund zwei Grad ab. Nur auf den Inseln bleiben die Temperaturen bei etwa fünf Grad deutlich über dem Gefrierpunkt.
Frost erwarten die DWD-Experten für Niedersachsen vor allem zwischen Bremen und Hamburg, wobei die Warnungen für die Nacht auch für die beiden Hansestädte an Weser und Elbe gelten. Der Sonntag wird laut Voraussage der Meteorologen insgesamt freundlicher. Auch in Hessen wird das Wochenende noch geprägt von einer „absoluten Talsohle“ mit Gewitter und Schnee – betroffen ist dabei vor allem der Norden des Bundeslandes. Ende des Monats könne dann endlich wieder wärmeres Wetter anstehen, das sagt zumindest Wetter-Experte Dominik Jung voraus.
Wetter-Wende trifft Niedersachsen: Schnee und klirrende Kälte im Anmarsch
Erstmeldung von Freitag, 19. April: Niedersachsen – Niedersachsen steht vor einem eiskalten Wochenende, wie die neuesten Wetterprognosen zeigen. Nach einem bereits kühlen Donnerstagmorgen mit teilweise Schnee bis auf 500 Meter, warnt wetter.net vor einem weiteren Absinken der Temperaturen, das für ungewöhnliche Witterungsbedingungen in der Region sorgen könnte.
Am Donnerstagmorgen berichteten Wetterstationen bereits von Frost und Schneefällen in höheren Lagen. Der Feldberg im Schwarzwald verzeichnete Temperaturen von bis zu minus 4,4 Grad, während die Zugspitze sogar frostige minus 13,8 Grad meldete. Auch in Niedersachsen sanken die Temperaturen deutlich, mit Frühtemperaturen im einstelligen Minusbereich.
Ein Wetter-Wochenende voller Überraschungen – Am Sonntag kann es noch kühler werden
Das Wochenende verspricht weiterhin unbeständig zu bleiben. Am Samstag, 20. April, werden Temperaturen zwischen 6 und 11 Grad erwartet, eine drastische Abkühlung im Vergleich zu den 27 Grad des letzten Samstags. Am Sonntag könnte es noch kühler werden, mit Temperaturen, die kaum 11 Grad erreichen. Die Prognosen erwarten Schneeregen und niedrige Temperaturen, die sogar in tieferen Lagen Schnee bringen könnten.
Damit reiht sich das Wetter in Niedersachsen ein in die trüben Aussichten vieler anderer Bundesländer. So stehen in Bayern ebenfalls viel Regen und eine Menge Schnee an – nachdem es auch dort zuletzt mit rund 30 Grad sehr warm gewesen ist. Auf ein Wochenende voller Sommer folgt dort nun ein eiskalter Wintereinbruch.
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Die wetter.net-Meteorologen warnen insbesondere vor dem kommenden Montag, an dem die sogenannte „Höhenkälte“ – extreme Kälte in etwa 5.500 Metern Höhe – auch am Boden spürbar wird. Die Temperaturen könnten in der Nacht auf Montag bis auf minus 2 bis minus 3 Grad fallen, was die Gefahr von Luftfrost und Bodenfrost erhöht. Diese Bedingungen sind besonders gefährlich für die Landwirtschaft und könnten zu erheblichen Schäden an Pflanzen und der Obstblüte führen.
Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung von Q.met beschreibt die aktuelle Situation als „Kälteschock im April“, der durch die ungewöhnlich warmen ersten zwei Aprilwochen noch verstärkt wird. „Die Pflanzen blühen schon, alles ist aus dem Winterschlaf erwacht. Sollte sich der Frost verstärken, dann kommt es zu schweren Frostschäden und genau das deutet sich an“, warnt Jung. Er fügt hinzu, dass Sonntag- und Montagmorgen mit schwerem Luft- und Bodenfrost zu rechnen ist.
Wetter in Niedersachsen: Langfristiger Ausblick ungewiss – Jung warnt vor Folgen des Klimawandels
Obwohl die ersten Maiwochen normalerweise mildere Temperaturen mit sich bringen sollten, deuten die langfristigen Vorhersagen auf anhaltend kühles und regnerisches Wetter hin. Die Temperaturen sollen langsam steigen, bleiben aber für die Jahreszeit unterdurchschnittlich, mit häufigen Regenschauern.
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Jung warnt, dass der Klimawandel dafür sorgt, dass sich diese Wetterextreme immer weiter verstärken. „Dieser Sommer könnte recht spannend werden“, erklärt er, „mit Hitzespitzen um 35 bis 40 Grad, regional auch bis zu 42 Grad, mittendrin aber auch immer wieder starke Niederschläge mit großem Unwetterpotenzial.“
Die unerwartete Kältewelle und die daraus resultierenden frostigen Nächte zeigen, wie wechselhaft das Wetter im Frühjahr sein kann. Wetterexperten raten, die Entwicklungen genau zu beobachten und entsprechende Vorbereitungen zu treffen, um potenzielle Schäden zu minimieren.
Rubriklistenbild: © Marius Bulling/imago & Screenshot DWD


