VonFabian Hartmannschließen
Im Sommer ist die Chance, Sternschnuppen am Nachthimmel zu erhaschen, vergleichsweise hoch – das haben zuletzt die Perseiden gezeigt. Doch bald bietet sich schon die nächste Chance.
Hannover/Bremen – Die Nacht von Montag auf Dienstag (12.-13. August) hielt für Sternenbeobachter und Astronomie-Interessierte ein wahres Naturschauspiel bereit: Mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zeigte sich der Sternschnuppenschnauer der Perseiden über Europa, und auch am nächtlichen Himmel über Niedersachsen. Weil der Himmel in derselben Nacht auch noch von Polarlichtern pink gefärbt war, bot es vielen begeisterten Beobachtern ein Motiv für einmalige Fotos, oder sie staunten einfach so über das Spektakel, das ihnen die Natur in dieser Nacht bot. Doch mit den Perseiden ist es an nächtlichen Naturschauspielen noch nicht genug: Bald schon kann an Niedersachsens Nachthimmel das nächste Sternen-Spektakel verfolgt werden.
Ab 28. August tauchen die Alpha-Aurigiden bei guten Bedingungen als Sternschnuppen am Himmel auf
Von der letzten August- bis in die erste Septemberwoche hinein (28. August bis 05. September) tritt das Phänomen der sogenannten Alpha-Aurigiden auf – ein Meteorschauer, der bei ausreichend guten Bedingungen auch in Niedersachsen zu bestaunen ist. Grundsätzlich kann der Strom aus Meteoriten stets im Spätsommer von der Erde aus betrachtet werden, wie die Astronomie-Experten von starwalk.space erklären.
Bei den Alpha-Aurigiden handelt es sich um Meteore eines Kometen aus einem Sternbild namens Fuhrmann, dessen Fachname „Auriga“ lautet. Laut den Experten von starwalk.space ist das Sternbild gut zu sehen, da sein Hauptstern „Capella“ einer der 20 hellsten Fixsterne überhaupt ist.
Auffällig bei einem jedem Sternschnuppenstrom ist, dass die leuchtenden Strahlen am Himmel von einem bestimmten Fluchtpunkt aus zu kommen scheinen: dem sogenannten Radianten. Der Radiant der Alpha-Aurigiden befindet sich stets in der Nähe von Capella. Der Komet, von dem sie stammen, benötigt rund 2500 Jahre, um sich einmal vollständig um die Sonne zu drehen.
Wann zeigen sich die Alpha-Aurigiden über Niedersachsen und wann erreichen sie ihren Höhepunkt?
Der Menschheit sind die Alpha-Aurigiden schon seit einigen Jahrzehnten ein Begriff. Genauer gesagt seit fast 90 Jahren: Erstmals beobachtet worden sind sie in der Nacht des 31. Augusts 1935 von den Astronomen Cuno Hoffmeister und Arthur Teichgraeber. Der Mutterkörper des Meteoritenschauers ist der Komet C/1911 N1 Kiess.
Obwohl die Alpha-Aurigiden vom 28. August bis 5. September über etwa acht Tage aktiv sind, haben sie ihren Höhepunkt am 31. August. Auf der Nordhalbkugel der Erde ist der Meteorschauer laut starwalk.space in nordöstlicher Richtung spät in der Nacht gegen 23 Uhr sichtbar. In der südlichen Hemisphäre sind die Alpha-Aurigiden ab etwa 3 morgens Uhr am Horizont zu sehen.
Was ist ein Meteorschauer eigentlich und wann tritt er auf?
Grundsätzlich tritt ein Meteorschauer auf, wenn die Erdumlaufbahn durch die Trümmer oder Staubkörner verläuft, die ein Weltraumobjekt, typischerweise ein Komet, hinterlassen hat. In einem solchen Fall nämlich gelangen Schmutzpartikel eines Kometen oder andersartigen Objekts mit rasantem Tempo ihn die Erdumlaufbahn, sodass sie in der Erdatmosphäre wenig später verglühen.
Von der Erde aus gesehen lassen sich die ausbrennenden Meteoriten in der Erdumlaufbahn als kurze Blitze oder Schweife am Nachthimmel erkennen. Ein spektakuläres Ereignis für all diejenigen, die den Meteoritenschauer live verfolgen, und für Astronomen eine gute Gelegenheit, um Informationen über einen bestimmten Kometen ableiten zu können.
Mit dieser Meteoriten-Fallrate rechnen Experten für den baldigen Alpha-Aurigiden-Schauer
Für gewöhnlich ist die Aktivität eines Meteorschauers variabel und hängt von mehreren Faktoren ab. Einer von ihnen ist die Umlaufzeit eines Elternkörpers um die Sonne. Die Alpha-Aurigiden stammen von einem langperiodischen Kometen, der vor etwa 2000 Jahren an der Erde vorbeizog. Im Jahr 2007, 72 Jahre nach ihrer Entdeckung, betrug die höchste Aurigiden-Rate mehr als 100 Meteore pro Stunde.
In den kommenden Jahren dürfte sich die Fallrate abschwächen, da der Komet sein Perihel lediglich einmal alle 2500 Jahre passiert, wie das Informationsportal sterngucker.de erläutert. Für den Meteoritenschauer der Alpha-Aurigiden im August 2024 erwarten Experten für den Höhepunkt ihrer Aktivität nur etwa 6 Meteore pro Stunde. Interessierte sind also gut beraten, ganz genau hinsehen, wenn sie das Verglimmen eines Meteors in der Erdumlaufbahn am Nachthimmel verfolgen wollen.
Doch auch nach den Alpha-Aurigiden ist es mit den Meteorschauern im September noch nicht ganz vorbei. Ab 11. September beginnt sterngucker.de zufolge das Aktivitätsmaximum der sogenannten Südlichen Pisciden. Zwar sei auch ihre Fallrate gering, doch unter Umständen könne man Glück haben und Sternschnuppen des Meteorstroms bis einschließlich 20. September am Nachthimmel Niedersachsens entdecken.
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