VonCarolin Gehrmannschließen
Sylt gilt als die Insel der Millionäre. Doch eine andere Nordsee-Insel hält den neuesten Rekord bei den Preisen für Ferienimmobilien. Warum sie so begehrt ist.
Norderney – Ein eigenes Haus am Meer – für viele Menschen ein Traum. Doch wer Wohneigentum an der Nordsee erwerben will, muss dafür tief in die Tasche greifen. Besonders die „Millionärsinsel“ Sylt ist eine gefragte Region und gilt allgemein als teures Pflaster. Und es stimmt, Ferienhäuser auf Sylt kosten zwischen fünf und 18 Millionen Euro, wie das Maklerunternehmen „Engel & Völkers“ ermittelt hat.
Ferienimmobilien an der Nordsee: 50 Quadratmeter können auf Sylt über eine Million kosten
Für eine Wohnung werden zwischen 9.000 bis 22.000 Euro pro Quadratmeter fällig. So kann für eine 50-Quadratmeter-Wohnung schon mal über eine Million fällig werden. Das liegt durchaus im oberen Segment der Analyse des Unternehmens, bei der die Preise in den 42 wichtigsten Ferienorten Deutschlands unter die Lupe genommen wurden.
Doch eine andere Insel hat Sylt inzwischen den Rang in Sachen „Teuer-Rekord“ abgelaufen, weiß Engel & Völkers. Und das ist die bei Touristen ebenfalls äußerst beliebte Nordseeinsel Norderney. Hier wurden 2024 bereits Höchstpreise von 29.500 Euro pro Quadratmeter erzielt. Auf Sylt lag der Höchstpreis knapp darunter, bei 29.000 Euro. Der neue Rekord auf Norderney ließe sich dem Unternehmen zufolge vor allem auf das extrem geringe Angebot auf der ostfriesischen Insel zurückführen, das aufgrund strikter Reglementierungen kaum noch wachsen könne.
Auf Sylt will man derzeit gegen nicht rechtmäßige Ferienwohnungen vorgehen – vielen Vermietern droht das Aus.
Auch auf Juist und Norderney haben Ferienwohnungen ihren Preis – Nachfrage ist trotzdem hoch
| Name der Insel: | Norderney |
| Bundesland: | Niedersachsen |
| Fläche: | 26,31 Quadratkilometer |
| Einwohner: | ca. 6.000 |
Gute Luft, schöne Strände und der Blick auf die Wellen – das hat natürlich Anziehungskraft. Insgesamt sei der Markt für Ferienimmobilien in Deutschland recht stabil, heißt es in der Meldung. Ausreichend Nachfrage ist offenbar trotz hoher Preise vorhanden. Wer kann, der möchte möglichst im eigenen Häuschen Urlaub machen oder dieses sogar selbst vermieten, um sich den Traum zu finanzieren. Urlaub in Deutschland ist zuletzt schließlich immer beliebter geworden und damit eine sichere Einnahmequelle.
An der Ostsee sind die Preise etwas niedriger als auf den Nordsee-Inseln
Auch Juist ist ein beliebter Ort bei Immobilienkäufern. Die Preise sind dort etwas niedriger: 9.000 bis zu 14.000 Euro pro Quadratmeter für eine Wohnung und zwischen einer und drei Millionen für ein Haus.
Etwas günstiger kann man möglicherweise an der Ostsee zum Traum vom Häuschen am Meer kommen. Auf Rügen liegt der Quadratmeterpreis für Wohnungen bei 5.000 bis 17.000 Euro. Auf Usedom kostet der Quadratmeter zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Höchstpreise für Häuser liegen bei drei bis 3,8 Millionen Euro.
Im Süden Deutschlands ist die Lage etwas entspannter – und es gibt weitere Vorteile
Wen es stattdessen sowieso viel lieber in die Berge zieht, der kann sich seinen Immobilientraum auch im Süden Deutschlands erfüllen, in Bayern zum Beispiel. Laut Engel & Völkers könne man 2024 in sehr guter Wohnlage am Tegernsee eine Ferienwohnung kaufen: zu Preisen zwischen 20.000 bis 27.000 Euro pro Quadratmeter.
Am Bodensee lägen die Immobilienpreise in einer Spanne von 5.000 bis 15.000 Euro den Quadratmeter. Eine Ferienimmobilie in Bayern habe darüber hinaus noch einen anderen Vorteil: Sie kann ganzjährig genutzt oder vermietet werden, da sowohl im Sommer als auch im Winter Hauptsaison ist.
Rubriklistenbild: © Janis Meyer/IMAGO

