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Hoya – Mit neuem praxisorientiertem Konzept und neuen teilnehmenden Betrieben präsentierte sich in den vergangenen zwei Tagen die Messe „Lebe deine Ausbildung“ den Schülern des Johann-Beckmann-Gymnasiums und der Marion-Blumenthal-Oberschule aus Hoya. „Die neu angebotenen Praxismodule sind ein echter Gewinn für die Unternehmen und ermöglichen den Schülern einen noch besseren Blick hinter die Kulissen“, meinte Katrin Barth von der Firma Oelschläger Metalltechnik (OMT) aus Hoya über die neue Herangehensweise. Auch bei den rund 600 Jugendlichen aus den Klassenstufen 8, 9, 10, 11 und 12 schien das Angebot gut anzukommen.
Statt wie in den Vorjahren konzentriert in der Aula des Schulzentrums, boten die Betriebe jetzt in unterschiedlichen Fach- und Werkräumen Vorträge und praxisnahe Aktionen an. So konnten die Schüler beim Stand des DRK-Altenzentrums aus Hoya beispielsweise verschiedene Brillen aufsetzen, die die Auswirkungen von Grauem Star, dem diabetischen Syndrom oder einer Netzhautablösung simulierten. Auf großes Interesse stieß zudem ein Paar Handschuhe, welches durch leichte Stromstöße die Folgen der Krankheit Parkinson erahnen ließ. Etwas Lesbares zu Papier zu bringen, war für viele Schüler aufgrund des Kontrollverlusts der Motorik kaum noch möglich. „Das ist wirklich sehr schwierig“, bestätigte eine von ihnen.
Weiter ging es bei der Firma Statkraft Markets aus Dörverden, die erstmalig an der Messe teilnahm und sich unter anderem auf nachhaltige Lösungen für die Stromerzeugung spezialisiert hat. Ein Mitarbeiter erklärte den Jugendlichen unter anderem den Aufbau eines Schaltschranks. Im theoretischen Teil ging es bei Statkraft Markets hingegen um Fragen wie „Wie läuft ein Bewerbungsgespräch ab?“ und „Was kommt in ein Anschreiben“?. Bewerber sollten insbesondere darauf achten, keine veralteten und langweiligen Floskeln zu nutzen. Auch die Verwendung des Konjunktivs sei nicht mehr zeitgemäß, lauteten die Tipps der Experten.
Zum ersten Mal bei der von der Werbeagentur mf medienservice aus Hoya organisierten Messe präsentierte sich außerdem das Unternehmen Frerk Aggregatebau aus Schweringen. Bei seinem Vortrag verdeutliche ein Firmenvertreter, dass jeder auf Strom angewiesen sei – egal ob Schulen, Krankenhäuser oder private Haushalte. Mit vielen Beispielen erläuterte er, in welchen Alltagsbereichen das Maschinenbauunternehmen und dessen angebotene Berufsfelder relevant seien.
Bei den Firmen Smurfit Kappa und Oelschläger Metalltechnik aus Hoya ging es um den Erstkontakt mit einem Unternehmen. Katrin Barth (OMT) und Philip Schnichels (Smurfit Kappa) wiesen die Schüler unter anderem darauf hin, dass sie sich zuvor ausgiebig über die Angebote eines Betriebs informieren sollten, bevor sie dort anrufen. Darüber hinaus sei das Verwenden einer seriösen E-Mail-Adresse wichtig, um nicht fälschlicherweise im Spam-Ordner zu laden. Ebenso sollten beim Verschicken einer E-Mail die Anhänge gecheckt werden. „Häufig werden die vergessen oder aber es wird aus Versehen ein privates Urlaubsfoto angehängt“, konnte Barth aus Erfahrung erzählen.
Wie einige Unternehmensvertreter berichteten, hätten viele Schüler bereits konkrete Pläne für ihre Zukunft. Großes Interesse würde aktuell insbesondere an sozialen und alteingesessenen Handwerksberufen bestehen. Martina Dillmann von der Werbeagentur mf medienservice ergänzte: „Bei den Gymnasiasten ist zudem die reine Studiumslösung mittlerweile aufgebrochen. Es besteht ein großes Interesse an dualen Studiengängen, viele machen nach dem Abitur auch erst eine Ausbildung und beginnen anschließend ein Studium.“ Auf diesen Trend hätten auch die Firmen mit einem veränderten Ausbildungsangebot reagiert.
Weitere Infos: www.lebe-deine- ausbildung.de

