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Samtgemeinde – Die Badesaison ist in vollem Gange. Bei heißen Temperaturen lohnt sich daher eine Abkühlung im Freizeitbad in Hoya. Wem gechlortes Wasser jedoch nicht zusagt, der kann sich in den Seen im Bereich der Samtgemeinde erfrischen. Dazu zählen beispielsweise das Naturfreibad in Eystrup, der Alveser See in Eitzendorf und der Hämelsee in Anderten.
Die Gewässer und deren Wasserqualität werden regelmäßig durch das Gesundheitsamt kontrolliert. Im Fokus der Untersuchungen stehen die Darmbakterien Escherichia coli und Intestinale Enterokokken sowie das Algenvorkommen, heißt es auf der Webseite des Badegewässer-Atlas Niedersachsen.
Hämelsee in Anderten
Nach den neuesten Erkenntnissen sorgt die Badestelle in Anderten aktuell für Probleme. Erst gestern sprach das Gesundheitsamt ein Badeverbot für den Hämelsee aus. Grund dafür sei eine Grenzwertüberschreitung. Dabei handelt es sich um die dort vorhandene Bakterie Escherichia coli.
Experten stellten Anfang der Woche einen Wert von 2 079 koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter fest. Bei Intestinale Enterokokken liegt der Anteil bei 260 KBE pro 100 Milliliter. In der Regel befinden sich in unbelasteten Gewässern die Messwerte unterhalb 100 KBE pro 100 Milliliter. Das Badegewässer gilt hingegen als ungeeignet, wenn Werte von mehr als 1 800 KBE pro 100 Milliliter (Escherichia coli) und von mehr als 700 KBE pro 100 Milliliter (Intestinale Enterokokken) beobachtet werden. „Die Gefahr einer Vermehrung der Darmbakterien entsteht hauptsächlich nach Starkregen durch Mischwasserüberläufe aus Kläranlagen oder durch Abschwemmungen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen“, erklärt Cord Steinbrecher, Pressesprecher des Landkreises.
Außerdem besteht im Hämelsee aktuell eine Cyanobakterien-Entwicklung (Blaualgen), heißt es laut dem Badegewässer-Atlas Niedersachsen. Bei entsprechenden Wetterverhältnissen sei damit zu rechnen, dass es zu Blaualgen-Ansammlungen komme. Zudem werden Besucher darauf hingewiesen, die Informationen vor Ort zu beachten.
Wie Pressesprecher Cord Steinbrecher erklärt, könne eine Vermehrung auf die erhöhte Einleitung von Nährstoffen wie Phosphor- und Stickstoffverbindungen zurückzuführen sein. „Blaualgen bilden Algentoxine und Allergene, die akute Gesundheitsstörungen wie Bindehautentzündung und Hautausschlag auslösen oder die Leber schädigen können“, führt er aus.
Auch in den vergangenen Jahren hätten Untersuchungen dort bereits häufig eine Blaualgen-Belastung ergeben. Das Potenzial für eine Massenentwicklung in den kommenden Jahren werde demnach als hoch eingeschätzt. Eine massenhafte Vermehrung von Makroalgen und Phytoplankton sei in den vergangenen Jahren jedoch nicht festgestellt worden, auch für die kommenden Jahre sieht die Prognose diese nicht vor.
Trotz alledem hat die EU die Badewasserqualität des Hämelsee seit dem Jahr 2008 stets als „ausgezeichnet“ eingestuft.
Naturfreibad Eystrup
So auch das Naturfreibad in Eystrup. Dort würden derzeit keine relevanten Einleitungen und Nutzungen in unmittelbarer Umgebung vorliegen, die eine hygienische Beeinträchtigung der Badegewässerqualität verursachen könnten, heißt es auf der Webseite des Badegewässer-Atlas Niedersachsen. Die Werte für die Darmbakterien liegen unter 10 KBE pro 100 Milliliter. Ein Massenvorkommen an Makroalgen oder Phytoplankton ist in den vergangenen fünf Jahren nicht beobachtet worden, daher wird das Potenzial für eine Massenvermehrung als „gering“ eingeschätzt. Massenentwicklungen von Blaualgen hätten die Experten in dem Zeitraum jedoch feststellen können. Diese könnten in sehr warmen Sommermonaten zum Ende der Badesaison auftreten, teilt Cord Steinbrecher mit. Das Potenzial für eine Massenvermehrung wird gegenwärtig jedoch als „gering“ eingestuft.
Alveser See Eitzendorf
Zu guter Letzt: der Alveser See zwischen Eitzendorf und Alvesen. Auch dort können sich „Wasserratten“ ohne Sorge abkühlen. Denn laut der EU-Einstufung weist das Binnengewässer eine „ausgezeichnete“ Wasserqualität auf. In Bezug auf die Untersuchung auf Darmbakterien gibt es keine Auffälligkeiten: Der Wert für Escherichia coli lag bei der letzten Kontrolle Ende Juni bei 221 KBE pro 100 Milliliter sowie der für Intestinale Enterokokken bei 80 KBE pro 100 Milliliter. Ein Massenvorkommen an Makroalgen oder Phytoplankton konnten die Experten in den vergangenen fünf Jahren nicht beobachten, weswegen das Potenzial für eine Massenvermehrung als „gering“ eingeschätzt wird. Belastungen des Sees durch Blaualgen würden hingegen jeweils im Spätsommer zum Ende der Badesaison auftreten. Demnach wird das Potenzial der Massenvermehrung als „mittel“ eingeschätzt.
„Falls sich während der Badesaison etwas ändern sollte, veröffentlichen wir entsprechende Pressemitteilungen und auch Warnungen über unsere Bürger-Informations- und -Warn-App ,BIWAPP‘“, kündigt Steinbrecher an.
Weitere Infos
gibt es unter www.badegewaesser. niedersachsen.de
