VonFabian Hartmannschließen
Erstmals überhaupt hat der ADAC in seinem jährlichen Autotest die Gesamtnote 1,5 (sehr gut) vergeben. Und lobte das betreffende Fahrzeug nicht nur für seine Energieeffizienz.
München – Unter anderem, um Verbrauchern einen besseren Überblick gegenwärtiger Modelle auf dem Markt zu geben, nimmt der ADAC im Rahmen seines Automobil-Tests jährlich rund 100 Fahrzeuge genauer unter die Lupe. Wie der Automobilklub ein einzelnes Fahrzeug bewertet, entscheiden vor allem Kriterien wie Marktrelevanz, Innovationen und Technologiemix. Laut ADAC liegt ein Schwerpunkt bei der Auswahl und Bewertung der Fahrzeuge auch auf „energieeffizienter Motorisierung und beliebten Varianten“.
Im Autotest untersuchten die Testingenieure über 350 einzelne Prüfpunkte, die dem ADAC zufolge „strengen Testprozeduren mit hohen Qualitätsstandards“ folgen. Das Bewertungsspektrum reicht dabei von 0,6 (beste Note) bis 5,5 (schlechteste Note).
Zum ersten Mal überhaupt hat der ADAC in einem Autotest nun die Gesamtnote 1,5, und damit das Urteil „sehr gut“ vergeben. „Die Elektrolimousine ID.7 Pro des Herstellers Volkswagen erreichte dieses Ergebnis im April 2024“, erklärte der Automobilklub am Freitag in einer Pressemitteilung. In vorherigen ADAC-Autotests war ein solches Ergebnis noch nie erreicht worden. Bis dahin hierhin hatten sich mit der Gesamtnote 1,6 („gut“) insgesamt drei Fahrzeuge den Spitzenplatz geteilt: Der BMW iX xDrive50 (getestet im April 2022), der Mercedes EQS 450+ Electric Art (Februar 2022) sowie der Škoda Enyaq 85x L&K.
Laut ADAC gehört der Volkswagen ID.7 zu den „sparsamsten Modellen der Mittelklasse“
Jeweils mit einer Eins vor dem Komma hat der ADAC den ID.7 des Wolfsburger Herstellers in den Kategorien Motor/Antrieb (1,0), Sicherheit (1,1), Umwelt/Ecotest (1,2) und Komfort (1,5) bewertet. Besonders lobten die Testingenieure seine hohe Energieeffizienz. Mit einem Verbrauch von nur 18,1 kWh/100 km gehört die Limousine zu den sparsamsten Modellen der Mittelklasse und erreicht fünf Sterne im Ecotest, der seit über 20 Jahren fester Bestandteil des ADAC Autotests ist.
In den weiteren Hauptkategorien Fahreigenschaften (2,1), Karosserie/Kofferraum (2,3) und Innenraum (2,4) bewertete der ADAC den VW ID.7 jeweils mit Zweier-Noten. Bei den Autokosten (3,4), die nicht in die Gesamtnote einfließen, schneidet der VW ID.7 Pro zwar nur zufriedenstellend ab, „letztendlich kann der Limousine dank sehr guter Technik-Eigenschaften dennoch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis attestiert werden“, heißt es seitens des ADAC.
ADAC: „So hätte man ein Elektroauto von VW bereits zu Beginn erwartet“
Als positive Aspekte des ID.7 von VW hebt der ADAC vor allem sein „gutes Platzangebot vorn und hinten“ hervor, seinen „kräftigen Motor und seine flotte Fahrleistung“ sowie die „sehr gute aktive und passive Sicherheit“, die er bietet. Hinzu kommen laut ADAC sein vergleichsweise „niedriger Verbrauch“ und seine „gute Reichweite“.
Negativer bewertet der ADAC dagegen unter anderem, dass sich mit dem ID.7 nur wenig Anhängelast befördern lässt und auch die Möglichkeiten seiner Zuladung begrenzt sind. Auch kritisiert der ADAC, dass beim VW ID.7 kein Stauraum unter der Fronthaube besteht.
Im Gegensatz zu Elektroauto-Vorgängern von Volkswagen, wie etwa dem ID.3, kann der neue VW ID.7 allerdings „vom Start weg überzeugen“, attestiert der ADAC dem Modell: „So hätte man ein Elektroauto von VW bereits zu Beginn erwartet“, betonen sie. So räumt der Automobilklub zwar ein, VW halte bezüglich des Veredelungsgrads des ID.7 zwar weiter Abstand zur Premium-Tochter Audi. Allerdings ohne, dass der ID.7 den Eindruck eines Verzichts erwecken würde.
Wie schneidet der Volkswagen ID.7 preislich ab?
Mit einem Basispreis von 56.995 Euro liegt der getestete VW ID.7 Pro preislich deutlich unter den langjährigen Spitzenreitern im Autotest von BMW und Mercedes, die über 100.000 Euro kosten. Der mit Note 1,6 bewertete Škoda Enyaq liegt mit rund 61.000 Euro auf dem Niveau des ID.7 von VW.
„Für uns ist es eine erfreuliche Nachricht, dass Sicherheit, Effizienz und Komfort nicht ausschließlich eine Preisfrage sind“, wird Dino Silvestro, Leiter im Bereich Fahrzeugtest im ADAC-Technik-Zentrum in Landsberg am Lech, in der Pressemitteilung des Autoklubs zitiert.
Er ergänzt: „Der Autotest gehört aufgrund der umfassenden Testmethodik mit modernen Prüflaboren zu den umfangreichsten Verbraucherschutztests des ADAC“. Als Ergebnis biete er unabhängig von Fahrzeugklasse und -preis eine uneingeschränkte Vergleichbarkeit aller Fahrzeuge. (fh)
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