VonSebastian Petersschließen
In den kommenden Tagen drohen im Norden Deutschlands schwere Gewitter mit Unwetterpotenzial. Besonders einige nördliche Gebiete sind betroffen.
Niedersachsen/Hamburg – In den kommenden Tagen steht der Norden Deutschlands vor einer erheblichen Wetterherausforderung. Wetterexperten von wetter.net prognostizieren eine gefährliche Mischung aus heftigen Gewittern und potenziell schweren Unwettern. Besonders betroffen sind die Regionen Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und der Norden Brandenburgs. Hier werden starke Regenfälle, Sturmböen und Hagel erwartet. Hamburg könnten Ausläufer treffen und für nasse Straßen sorgen. Und auch Niedersachsen bleibt nicht verschont.
Heftige Gewitter und Starkregen: Das kommt auf Norddeutschland zu
Laut den neuesten Wettermodellen ist bis zum 7. Juni mit flächendeckenden Niederschlagsmengen zwischen 80 und 150 Litern pro Quadratmeter zu rechnen. Das deutsche Wettermodell zeigt besonders hohe Niederschlagswerte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter. Bei lokalen Gewittern könnten diese Werte jedoch noch deutlich überschritten werden.
Und auch in Niedersachsen ist Gewitter und Starkregen zu erwarten. Das berichtet der Deutsche Wetterdienst in einem aktuellen Warnlagebericht für Mittwoch, 22. Mai. Es wird erwartet, dass in einigen Gebieten Starkregen mit Gewittern auftreten wird, wobei die Regenmenge etwa 20 Liter pro Quadratmeter pro Stunde erreichen kann.
Zudem könnten Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 55 km/h auftreten. Insbesondere vom Nachmittag bis zum Abend besteht entlang der Elbe lokal die Gefahr von extremem Starkregen, der bis zu 40Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit erreichen kann. Zusätzlich sind stürmische Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h und Hagel möglich. Im Anschluss wird erwartet, dass die Niederschläge in Richtung Nordost abziehen.
Die feuchten Luftmassen, die über Deutschland hinwegziehen, nehmen bei steigenden Temperaturen mehr Feuchtigkeit auf, was die Wahrscheinlichkeit insgesamt für starke Gewitter erhöht. Diese könnten zu heftigen Starkregenereignissen führen, die insbesondere im Norden und Nordosten Deutschlands Unwetterpotenzial bergen. Der Deutsche Wetterdienst hat bereits Vorwarnungen für die genannten Regionen herausgegeben und warnt vor kräftigen Schauern und Gewittern, die von Starkregen, Sturmböen und Hagel begleitet werden können.
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Ein besonders drastisches Beispiel für die aktuelle Wetterlage war am 17. Mai im Saarland zu beobachten, wo an einer privaten Wetterstation in Ahrweiler 128,5 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden gemessen wurden. Diese historische Regenmenge verdeutlicht die Intensität der derzeitigen Unwetterereignisse.
Gefahr durch Hagel und Sturm: Norddeutschland vor schweren Gewittern
Auch in den kommenden Tagen bleibt die Wetterlage instabil. Die Temperaturen liegen zwischen 18 und 25 Grad, und immer wieder auftretende Schauer und Gewitter prägen das Bild. Für Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und den Norden Brandenburgs wird besonders bis Donnerstagabend mit teils heftigen Regenmengen gerechnet. Das kanadische Wettermodell sieht für diese Regionen bis zu 90 Liter Regen pro Quadratmeter vor.
Der Frühling 2024 entwickelt sich zu einem der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Auch der Mai ist bislang zwei bis drei Grad wärmer als üblich, trotz seiner wechselhaften und nassen Erscheinung. Für den Juni deutet sich ebenfalls eine überdurchschnittliche Wärme an, was das Unwetterpotenzial weiter erhöhen könnte.
Die Meteorologen raten zur Vorsicht und empfehlen, die Wetterwarnungen aufmerksam zu verfolgen. Die Kombination aus warmen, feuchten Luftmassen und steigenden Temperaturen könnte die Unwettergefahr im Norden Deutschlands weiter verschärfen. Ein stabiles Hochdruckgebiet, das für beständiges Wetter sorgen könnte, ist vorerst nicht in Sicht. Stattdessen bleibt die Lage unbeständig, mit einem hohen Risiko für kräftige Schauer und Gewitter, die zu Überschwemmungen und anderen Unwetterschäden führen könnten.
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