VonOve Bornholtschließen
Die Arbeiten an den Windenergieanlagen in Glane schreiten voran. Bald sollen die Wildeshauser die Chance erhalten, sich finanziell zu beteiligen.
Glane – Während die Bauarbeiten beim Windpark Glane voranschreiten und im Mai beendet werden sollen, steht die Bürgerbeteiligung kurz bevor. „Dieser Windpark ist als Bürgerwindpark konzipiert. Das heißt, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern rund um den Windpark in den kommenden Tagen die Möglichkeit der Beteiligung an dem Projekt in unterschiedlichen Variationen anbieten können“, sagte Tristan Lübben von der Firma „VR Energieprojekte Wildeshauser Geest“ laut Pressemitteilung bei einem Vor-Ort-Termin mit der CDW-Fraktion im Stadtrat. Das Unternehmen ist eine Tochterfirma der VR Bank Oldenburg Land in der Kreisstadt.
Wie die Fraktion weiter mitteilt, hat sie sich kürzlich ein Bild von dem Bauprojekt in der Wildeshauser Landgemeinde gemacht. Gemäß Initiator seien Beteiligungen zwischen 3 000 und 51 000 Euro je Zeichner möglich. „Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Wertschöpfung hier in der Region bleibt und nicht nur internationale Investoren ohne Bezug in die Region profitieren“, zeigte sich der Fraktionsvorsitzende der CDW, Jens-Peter Hennken, sehr zufrieden mit diesem Vorhaben.
Sieben Windräder werden errichtet
Lübben habe weiterhin gesagt, dass der Investor rund 70 Millionen Euro in das Projekt steckt, das von der VR Bank und der Landessparkasse zu Oldenburg finanziert werde. „Die Kooperation beider regionaler Kreditinstitute läuft perfekt. Kurze Wege, schnelle und unkomplizierte Bearbeitung und Entscheidungen waren Erfolgsfaktoren bei der Realisierung“, freute sich Lübben.
Von den Dimensionen des Windparks waren die CDWler schwer beeindruckt, als der Sicherheitsbeauftragte Harun Yelec sie über die große Baustelle führte. Begleitet wurde die Gruppe zudem von Lübben, einem der beiden Geschäftsführer der Firma VR Energieprojekte.
Derzeit werden sieben Windräder vom Typ Enercon E-160 EP5 in der Nähe der Glaner Straße errichtet. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich nichts Geringeres als das derzeit größte Windrad, das das Auricher Unternehmen im Angebot hat. In Zahlen bedeutet das eine Nabenhöhe von 166,60 Metern, eine Flügellänge von jeweils 78 Metern und eine Nennleistung von 5 560 Kilowatt. Für das Fundament werden jeweils mehr als 700 Kubikmeter Beton verbaut. „Was für Dimensionen“, zeigte sich CDW-Ratsfrau Christin Rollié beeindruckt.
Ausgestattet mit Bauhelm, Warnweste und Sicherheitsschuhen ging es bei starken Windböen an die Fundamente von zwei Windrädern und in den ersten fertiggestellten Turm. „Geübte Monteure brauchen über die Leiter rund 15 Minuten bis in die Spitze. Rechnen Sie mal mit etwa 40 Minuten bis ganz nach oben“, erläuterte Yelec beim Blick nach oben Richtung Turmspitze. „Zum Glück gibt es auch einen fest installierten Fahrstuhl für maximal zwei Personen“, stellten die CDWler erleichtert fest.
Die internationale Bau-Crew besteht regelmäßig aus etwa zwölf Spezialisten (Betonbauer, Elektrotechniker, Maschinenbauer, Mechatroniker). Yelec ist seit November in Wildeshausen und rechnet damit, bis Mai fertig zu sein. „Kaum vorstellbar, dass dieser Windpark einmal rund 105 Millionen Kilowattstunden elektrischen Strom produzieren und somit über 42 000 Haushalte versorgen soll“, stellte CDW-Ratsfrau Claudia Gladen erstaunt fest.
„Mit diesem Projekt beteiligt sich Wildeshausen massiv an dem Gelingen der Energiewende. Wenn es uns jetzt noch gelingt, die erneuerbaren Energiequellen über effiziente Speichermöglichkeiten zu einer Grundlastfähigkeit zu entwickeln“, blickte Hennken schon auf die nächste Herausforderung.
Zusammenfassend sei der Windpark Glane ein gutes Beispiel für erfolgreiche Kommunalpolitik, heißt es von der CDW. Schließlich habe der Stadtrat durch die Änderung von Flächen- und Bebauungsplänen erst ermöglicht, dass so ein Leuchtturmprojekt entsteht. „Die CDW-Fraktion stand stets hinter dem Ausbau der Windenergie in Wildeshausen. Jetzt hoffen wir, dass auch das Repowering der beiden Windräder in Aldrup so reibungslos läuft und wir auch dort so viel grüne Energie wie möglich und vertretbar produzieren“, so der Fraktionsvorsitzende abschließend.
