VonJohannes Nußschließen
Die Herbstwelle in der Corona-Pandemie rollt. Die Neuinfektionen in Niedersachsen und Bremen steigen wieder an. In Bremen laufen die Intensivstationen voll.
Hannover/Bremen – Nach dem vergleichsweise lauen Corona-Sommer in Niedersachsen und Bremen, ziehen spätestens seit Herbstbeginn in der vergangenen Woche die Infektionszahlen mit Covid-19 wieder an. Der Corona-Herbst ist da, denn in ganz Deutschland schießen die Infektionszahlen mit Corona wieder in die Höhe. Auch die Krankenhäuser füllen sich langsam, aber sicher wieder mit Corona-Patienten. Im Landkreis Rotenburg liegt die Intensivbettenbelegung aktuell bei 15,4 Prozent, dort sind derzeit von 21 belegten Intensivbetten vier mit Corona-Patienten belegt. Insgesamt gibt es in Rotenburg laut NDR 26 Intensivbetten. Laut niedersächsischen Gesundheitsministerium ist man aber auf jedes vorstellbare Szenario mehr als gut vorbereitet.
Corona-Inzidenz steigt in Niedersachsen: 10.454 Neuinfektionen am Mittwochmorgen im ganzen Bundesland
Das alles lässt die Alarmglocken schrillen, stieg doch am Mittwochmorgen die Anzahl der Neuinfektionen in Niedersachsen das erste Mal wieder über die Marke von 10.000 Neuinfektionen. Insgesamt wurden laut Dashboard des Robert-Koch-Instituts (Stand: 08:43 Uhr am Mittwoch, 28. September 2022) für das ganze Bundesland Niedersachsen 10.454 mit Corona infizierte Personen gemeldet. Dies entspricht einer 7-Tage-Inzidenz von 399,6, hinzu kommen 15 Todesfälle im ganzen Land. Die 7-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfizierten in den vergangenen sieben Tagen an, hochgerechnet auf pro 100.000 Einwohner.
Stufe 1 der Corona-Regeln in Niedersachsen
- Bei einer deutlichen Verschärfung der Lage, die sich in einer schwierigen Situation in den niedersächsischen Krankenhäusern ausdrücken würde, sind in Stufe 1 schärfere Schutzmaßnahmen geplant.
- Die Schwellenwerte sollen dabei bei einer 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern von mehr als 15 und einer gleichzeitigen Auslastung der Intensivkapazitäten mit COVID-Patientinnen und -Patienten von mehr als 10 Prozent liegen. Angesichts der weitgehenden Entkoppelung der 7-Tage-Inzidenz von der Belastung der Krankenhäuser aufgrund schwerer Krankheitsverläufe ist sie als Indikator zukünftig nicht mehr per se maßgeblich für Verschärfungen der Schutzmaßnahmen.
- Allerdings bleibt die 7-Tage-Inzidenz weiter von Bedeutung, um die Entwicklung des generellen Infektionsdrucks in der Bevölkerung zu messen. Bei einer sehr hohen Viruslast kann es zu größeren Personalausfällen und damit zu einer übermäßigen Belastung der Kritischen Infrastruktur kommen.
- In Stufe 1 soll zusätzlich zu den Basisschutzmaßnahmen eine allgemeine Maskenpflicht in Innenräumen gelten. Diese Pflicht gilt auch in der Gastronomie sowie bei Veranstaltungen im Innenbereich. Setzen Betriebe auf tagesaktuelle Tests als Zugangsbeschränkung, unabhängig vom Impfstatus, sind Ausnahmen von der Maskenpflicht möglich.
- Eine Maskenpflicht gilt in Stufe 1 auch für die Beschäftigten an Schulen, um das Personal zu schützen und den Präsenzunterricht abzusichern.
Trauriger Spitzenreiter in Niedersachsen ist am Mittwochmorgen der Landkreis Verden. Hier verzeichnen die Behörden eine 7-Tage-Inzidenz von 589,9, was 244 Neuinfektionen entspricht. Die Intensivbettenbelegung mit Coronapatienten beträgt hier derzeit 7,1 Prozent, was auf den Landkreis hochgerechnet einem belegten Bett auf einer Intensivstation entspricht.
Corona-Infektionen in Niedersachsen steigen: 48 Menschen liegen auf Intensivstationen, 21 invasiv beatmet
Für das gesamte Bundesland Niedersachsen ergibt sich dabei eine Intensivbettenbelegung mit Coronapatienten von derzeit 2,69 Prozent. In realen Zahlen sind dies 48 Menschen, die derzeit in Niedersachsen aufgrund einer Corona-Infektion auf einer Intensivstation liegen, 21 Menschen davon müssen invasiv beatmet werden. Im ganzen Land gibt es 1786 Intensivbetten, von denen derzeit 1515 belegt sind. Die Anzahl der noch freien Betten im Land beträgt laut Intensivregister am Mittwochmorgen 271. Somit sind derzeit noch 15,2 Prozent der Intensivbetten in ganz Niedersachsen verfügbar. Die Hospitalisierungsinzidenz lag am Mittwochmorgen bei 5,4.
Stufe 2 der Corona-Regeln in Niedersachsen
- Die Grenzwerte für Stufe 2 liegen höher als sie bisher im Pandemieverlauf in Niedersachsen erreicht wurden (7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz mehr als 20, Intensivbettenauslastung mit COVID-Patientinnen und -Patienten höher als 15 Prozent).
- In der Stufe 2 soll die FFP2-Maske in Innenräumen verpflichtend eingeführt werden. Auch bei Veranstaltungen draußen gilt dann eine FFP2-Maskenpflicht, wenn Abstände nicht eingehalten werden können.
- Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 müssten dann wieder eine Maske im Unterricht tragen und sie hätten die Pflicht, sich pro Woche zwei Corona-Schnelltests zu unterziehen. In öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie der Gastronomie und bei Veranstaltungen sind in diesem Szenario zudem verpflichtende Hygienekonzepte und Abstandsgebote vorgesehen.
Im Land Bremen kletterte die 7-Tage-Inzidenz Mittwochmorgen auf 398,1, was 689 Neuinfektionen im ganzen Land entspricht. Verstorben sind laut RKI zwei Personen in der Stadt Bremen. Für die Stadtgemeinde Bremen ergibt sich damit eine 7-Tage-Inzidenz von 401,0, was 572 Neuinfektionen entspricht. Für Bremerhaven wird der Wert mit 383,5 angegeben, hier sind 177 Neuinfektionen verzeichnet worden. Todesfälle gab es am Mittwochmorgen in Bremerhaven nicht verzeichnen.
Corona-Inzidenz steigt in Bremen: 689 Neuinfektionen – Nur noch vier Intensivbetten im ganzen Land frei
Aktuell sind im Land Bremen 6,59 Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, wie das Intensivregister Divi mitteilt. In realen Zahlen befinden sich somit 11 Covid-Patienten auf einer Intensivstation im Land, 4 davon müssen invasiv beatmet werden. Aktuell sind im ganzen Land Bremen von 167 Intensivbetten nur noch 4 frei. Es können aber bei Bedarf weitere reaktiviert werden, wie es schon im vergangenen Winter aus dem Gesundheitsressort verlautet wurde. Die Hospitalisierungsinzidenz beträgt in Bremen laut Behördenangaben bei 2,64, in der Stadtgemeinde Bremen liegt dieser Wert bei 0,35.
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