VonYannick Hankeschließen
Auch unter Schülern steigen die Corona-Zahlen wieder an. In Niedersachsen könnte deswegen die Corona-Testwoche ihr Comeback feiern. Kultusminister plant.
Hannover – Das Comeback der Corona-Testwoche an Schulen in Niedersachsen liegt im Bereich des Möglichen. Darauf verweist der Kultusminister des Landes, Grant Hendrik Tonne (SPD). „Dass wir wieder mit einer Testwoche hineingehen und danach auf Basis freiwilliger Testungen weitermachen, ist ein denkbares Modell“, heißt es vom Sozialdemokraten gegenüber der dpa am Samstag, 2. Juli 2022.
Corona-Testwoche an Niedersachsens Schulen könnte zurückkehren – „denkbares Modell“ für Kultusminister
„Aufgrund der kürzeren Zeit einer Infektion würden wir, glaube ich, jetzt nicht mehr zwei Wochen ausgeben, sondern eine Woche sagen, dann hat man es rausgefunden, ob man eine Infektion hat aus den Sommerferien oder nicht“, fährt Tonne fort. Damit spielt er nicht zuletzt auf die rasante Verbreitung von Omikron BA.5 an. Vor den Sommerferien in Niedersachsen, die wie auch im Nachbarbundesland Bremen am Donnerstag, 14. Juli, beginnen, sollen Schüler Corona-Tests mit nach Hause nehmen können. Entsprechende Bestellungen würden bereits laufen.
Ziel sei es auf jeden Fall, den Schülern in Niedersachsen etwas mit an die Hand zu geben. Damit sie sicher zur Schule gehen können nach den Ferien. Ganz unabhängig davon, ob eine Corona-Testpflicht besteht oder das Testen auf freiwilliger Basis erfolgt. Beschlossen ist nämlich noch nicht, wie die Corona-Regeln zu Beginn des neuen Schuljahres in Niedersachsen aussehen sollen. Nach den Sommerferien, die trotz Flugchaos zu einem stressfreien Urlaub 2022 einladen, nimmt der Schulbetrieb ab Donnerstag, 25. August, wieder an Fahrt auf.
„Wir werden auf alles vorbereitet sein“: Niedersachsens Kultusminister Tonne sieht Land für neues Corona-Schuljahr gewappnet
Aktuell gibt es an den Schulen in Niedersachsen weder eine Corona-Testpflicht noch eine Maskenpflicht. Zwischenzeitlich war man auf eine tägliche Testpflicht übergegangen, da die Infektionszahlen enorm angestiegen waren. So wie auch zuletzt, resultierend aus der sehr ansteckenden Corona-Variante Omikron BA.5. „Grundsätzlich will ich so wenig Einschränkungen und Belastungen für die Schülerinnen und Schüler wie möglich. Wir müssen aber wissen, mit was für einem Virus haben wir es zu tun“, heißt es in diesem Kontext von Niedersachsens Kultusminister.
Wir werden auf alles vorbereitet sein.
Einen Rechtsrahmen könne Tonne selbst nicht vorgeben. Er könne ihn höchstens ausfüllen. Grundsätzlich sei das Land Niedersachsen aber aufs Testen und Masken an den Schulen vorbereitet. In die Pflicht nimmt Niedersachsens Kultusminister den Bund und die Politik, an denen es nun sei, einen klaren Rechtsrahmen für das neue Schuljahr vorzugeben.
„Schule ohne Einschränkungen“ in Niedersachsen möglich? Karl Lauterbach warnt vor Corona-Herbst
„Ich will auch gar nicht die Maskenpflicht herbeireden, ich will natürlich Schule ohne Einschränkungen“, wird Grant Hendrik Tonne nicht müde, zu betonen. Ihm würde es aber auch um die Möglichkeit gehen, überhaupt handeln zu können. Und zwar, wenn es nötig ist, um die Schulen offenzuhalten, wenn sich die Corona-Lage wie nach der Prognose von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) deutlich verschärfen sollte.
Der Idee, die Kita-Gruppengröße dauerhaft zu erhöhen, schiebt Niedersachsens Kultusminister indes einen Riegel vor. Man müsse zwar in einer Notsituation flexibel handeln können. Doch sei eine Notsituation eben auch keine dauerhafte Situation. Zum Hintergrund: Wegen des Ukraine-Kriegs wurden Kita-Standards zunächst bis Ende Juli 2022 gesenkt. Auf diesem Wege kann etwa ein Kind mehr pro Kita-Gruppe betreut werden. Kinder aus der Ukraine sollen leichter in einer Kita in Niedersachsen aufgenommen werden können. (mit Material der dpa)
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