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Das Diakonische Werk im Oldenburger Land hat am Dienstag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Oldenburg für die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik (DBK) gGmbH für Jugendliche und junge Erwachsene in Ahlhorn gestellt.
Das teilte Pressesprecherin Kerstin Kempermann am selben Tag mit. Die Anmeldung der Insolvenz sei geboten, da die Zahlungsfähigkeit aktuell nicht mehr gegeben sei, erklärten die neuen Vorstände der Diakonie im Oldenburger Land, Mario Behrends und Pfarrer Dr. Friedrich Ley, die auch Geschäftsführer der gGmbH sind, in der Pressemitteilung. Grund sei das durch die aktuellen Rahmenbedingungen entstandene Ungleichgewicht von Kosten und Erträgen.
Die Mitarbeitenden der Fachklinik sowie die Mitarbeitervertretung wurden nach Angaben der Diakonie über den Insolvenzantrag informiert. Der eingesetzte Insolvenzverwalter werde über weitere Schritte entscheiden. Der Betrieb der Klinik soll fortgeführt werden.
Gehaltszahlungen für drei Monate gesichert
Über das Insolvenzgeld sind die Gehaltszahlungen für die aktuell 57 Mitarbeitenden der DBK für drei Monate gesichert. Über Fortführungsperspektiven für die Klinik wird nach Bestellung des Insolvenzverwalters gemeinsam mit Vorstand und Klinikleitung beraten werden. Auch Gespräche mit den Kostenträgern sind beabsichtigt.
„Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik leistet mit ihrer Spezialisierung auf Jugendliche und junge Erwachsene seit 1980 einen wichtigen Beitrag zur Suchttherapie. Je früher eine Suchtproblematik erkannt und behandelt wird, umso besser sind die Chancen auf Heilung und Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb ist es für uns umso schwieriger, dass wir diesen Schritt nun gehen mussten“, sagten Behrends und Ley.
Rund 200 Patienten im Jahr
Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn ist eine Fachklinik mit 48 Behandlungsplätzen, die sich auf die medizinische Rehabilitation Jugendlicher und Adoleszenter im Alter von 14 bis 25 Jahren mit Abhängigkeitserkrankungen spezialisiert hat. Ein besonderes Angebot ist die pädagogische Betreuung und Behandlung von Patienten mit „Doppeldiagnosen“, wie zum Beispiel Psychose und Sucht. Zu einer behandlungsbedürftigen Abhängigkeit kommt es meistens dann, wenn weitere psychische, soziale und lebensgeschichtliche Belastungsfaktoren hinzukommen. Pro Jahr werden rund 200 Patienten aufgenommen.