VonAnke Seidelschließen
SPD-Bundestagskandiatin Peggy Schierenbeck setzt Ideen gern praktisch um
Für die SPD-Bundestagsabgeordnete Peggy Schierenbeck ist das Jahr 2025 ein ganz besonderes. Gelingt es ihr, wieder in den Bundestag einzuziehen? Oder hält das Leben etwas anderes für sie bereit? „Ich war lange nicht mehr so neugierig auf ein Jahr wie auf 2025“, sagt die 54-Jährige, der ein bewusstes und achtsames Leben sehr wichtig ist.
Deshalb pflegt die Weyherin bereits seit 15 Jahren die alte Tradition der Rauhnächte-Rituale. Zwölf Wünsche – für jeden Monat des neuen Jahres einer – werden formuliert und bewusst verbrannt. Ein dreizehnter allerdings wird aufbewahrt und zum Jahresbegleiter.
Wirkt es? „Natürlich!“, antwortet Peggy Schierenbeck mit einem strahlenden Lächeln. Rituale helfen ihr dabei, „runterzukommen“, nach stressigen Zeiten wieder zu sich selbst zu finden. Rituale sensibilisieren für das, was im Leben geschieht.
„Unheimlich lehrreich“
Ihre Arbeit im Bundestag möchte sie gerne fortsetzen – das weiter führen, was sie begonnen hat und was ihr wichtig ist. Die Zuckersteuer zum Beispiel. „Ich habe gesehen, was Zucker alles macht mit unserem Körper“, sagt die Bundestagsabgeordnete. Mittlerweile lebt die dreifache Mutter selbst zuckerfrei – und setzt bei Backwaren kreative und zuckerfreie Ideen um.
Kleine Törtchen auf dem Tisch sind der Beweis. Einige sind mit einer Mischung aus Kakao und Mehl gefüllt, andere mit eingeweichten und pürierten Datteln. Hugo und Karl, zwei agile Zwergschnauzer, haben längst Witterung aufgenommen – und würden auch gerne probieren, was Mensch sich da genüsslich auf der Zunge zergehen lässt. Peggy Schierenbeck lacht: „Sie sind absolute Familienmitglieder.“
Ihre bisherige Zeit im Bundestag sei „unheimlich lehrreich“ gewesen, sagt die Sozialdemokratin über ihre Arbeit. Traurig macht sie allerdings die Politikverdrossenheit in der Gesellschaft. Gerade die Sozialdemokraten hätten im Laufe langer Zeit so viel erreicht für die Menschen, ja für die Welt: „Uns geht es so gut!“ Deshalb meinten viele wohl, „man muss sich nicht kümmern“. Unbedingt wünscht sich die SPD-Abgeordnete „ein bisschen mehr Demut für das, was wir haben, und Verantwortung für das, was kommt“. Genauso wichtig sei „ein bisschen mehr Lust, sich zu informieren und der Realität ins Auge zu blicken“.
Die persönliche Freiheit in der Gesellschaft ist für Peggy Schierenbeck „ein ganz, ganz hohes Gut“. Diese Freiheit hat sie schon als Kind kennen gelernt: Ihre Eltern waren Schausteller, zogen von Stadt zu Stadt. „Man wird sehr frei groß“, blickt die 54-Jährige zurück, „und man lernt“. Will heißen: die unterschiedlichen Mentalitäten in unterschiedlichen Bundesländern kennen. War der ständige Schulwechsel nicht eine Belastung? Peggy Schierenbeck schmunzelt: „Ich musste mich immer neu orientieren. Aber ich kann mich sehr gut einfügen.“ In immer neuen Klassen an immer neuen Orten „war man als Kind immer etwas Besonderes“. Mehr als 100 Schulen hat sie demnach kennengelernt.
Mit 23 Jahren machte sie sich mit ihrem Mann mit einem Schausteller-Unternehmen selbstständig: „Wir tourten mit unserer Achterbahn über 25 Jahre durch ganz Europa.“ Verantwortung zu übernehmen und sich immer wieder auf Neues einzulassen, empfindet die 54-Jährige als ihre große persönliche Stärke.
Sorge bereiten ihr die „öffentlichen Schwarz-Weiß-Debatten“ beim Thema Innere Sicherheit. Wichtige Säulen für die Integration beschreibt sie so: „Die Menschen, die zu uns kommen, müssen sich anpassen. Niemand darf unser System missbrauchen.“ Die Menschen müssten schnell in Arbeit gebracht werden.
Neugier („Ich bin ein Wissens-Junkie“) und der internationale Austausch sind ihr ebenso wichtig: „Ich lerne gerade Französisch“, sagt Peggy Schierenbeck. Als Mitglied der deutsch-französischen parlamentarischen Versammlung war sie in Paris zu Gast – ein beeindruckendes Erlebnis.
Ist sie gerne unterwegs? Ein Urlaub auf der Liege am Strand sei nichts für sie, antwortet die Weyherin – eine Fahrradtour auf Pellworm schon eher. „Wir sind gerne zu Hause“, sagt Peggy Schierenbeck, die in ihrem Leben schon viel gereist ist. Entspannen kann sie sich bei einem guten Film oder einem spannenden Buch: „Zurzeit lese ich gerade die Biografie von Angela Merkel.“
Die Kandidaten ganz persönlich
In unserer Reihe „Die Kandidaten ganz persönlich“ stellen wir die Bewerber für den Bundestag im Wahlkreis Diepholz-Nienburg I vor. Was hat sie zur Politik gebracht und wie gestalten sie ihre Freizeit? Welche Hobbys haben sie? Heute präsentieren wir ein Porträt der SPD-Bundestagsabgeordneten Peggy Schierenbeck. Sie kocht gerne, wenn sie Zeit hat – was im Moment nicht der Fall ist.
Rubriklistenbild: © Sigi Schritt Sigischritt@web.de

