Deutsche Nordseeküste

Die Nordsee: Besonderheiten und Urlaubstipps

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Die Nordsee und ihre Urlaubsorte bieten neben Strand, Natur auch ein vielfältiges Freizeitangebot für gemeinsame Familienausflüge.

Schillig – An der deutschen Nordseeküste finden sich gleich mehrere beliebte Urlaubsorte. In Niedersachsen gehören die Küstenorte Butjadingen, Dornum sowie Otterndorf und Wangerland zu beliebten Urlaubszielen. Auch Norden Norddeich sowie Cuxhaven erfreuen sich bei Urlaubern großer Beliebtheit. Etwas turbulenter geht es hingegen in den Städten Wilhelmshaven und Bremerhaven zu, die sich ebenfalls an der niedersächsischen Nordseeküste befinden.

Weiter im Norden in Schleswig-Holstein zählen vor allem Büsum und St. Peter-Ording und die Halbinsel Nordstrand zu gefragten Urlaubszielen. Den Übernachtungszahlen zufolge zählt St. Peter-Ording außerdem zum größten Seebad an der Nordseeküste. Allein im Jahr 2019 kam es zu 2,6 Millionen Übernachtungen von Feriengästen.

Nordsee: Urlaub geprägt von Ebbe und Flut

Jeder Nordseeurlaub wird von den Gezeiten beeinflusst, die an der Nordsee besonders intensiv spürbar sind. So wird das Leben im und am Wattenmeer der Nordsee vor allem durch die Gezeiten bestimmt. Jeweils zweimal täglich sinkt bzw. steigt der Wasserstand. Daraus resultieren faszinierende Einblicke in das Küstengewässer der Nordsee.

Fische, Würmer, Muscheln – diese Tiere leben im Wattenmeer

Gewöhnlicher Schweinswal (Phocoena phocoena) Nordsee Wattenmeer
Die putzigen Schweinswale sind Säugetiere. Sie fangen im Flachwasser mithilfe ihres Ultraschall-Radars Fische – am liebsten fetthaltige Arten wie Hering und Makrele. © Willi Rolfes/IMAGO
Gewöhnlicher Schweinswal (Phocoena phocoena) Nordsee
Weltweit gibt es sechs Arten von Schweinswalen. Der Bestand geht stark zurück, vermutlich durch Meeresverschmutzung und intensive Fischerei.  © Willi Rolfes/IMAGO
katzenhai Nordsee
Selbst Haie gibt es im Wattenmeer. Der Kleine Katzenhai wird etwa 60 bis 100 Zentimeter lang. Sie ernähren sich vor allem von Kleinfischen.  © oceans-image/IMAGO
Nagelrochen Nordsee wattenmeer
Der Nagelrochen gleitet mit seinen „Flügeln“ elegant durchs Wasser. Er ernährt sich von Kreb­sen und Klein­fi­schen, die er am Mee­res­bo­den auf­stö­bert. © F. Hecker/IMAGO
Europaeischer Stoer Nordsee
Seit 2008 versucht man, den Europäischen Stör wieder im Norden anzusiedeln. Er kam einst zum Laichen ins Wattenmeer – ehe der Mensch seinen Lebensraum zerstörte. © blickwinkel/IMAGO
Steinpicker Nordsee
Der Steinpicker wirkt mit seinem kleinen Maul oft etwas unbeholfen. Er ist aber ein er­folg­rei­cher, nächtlicher Jä­ger. © blickwinkel/IMAGO
Seeskorpion (Taurulus bubalis) in der Nordsee
Beim Seeskorpion handelt es sich – entgegen dem Namen – um einen Fisch. Als Lauerjäger versteckt er sich zwischen Steinen und Algen und wartet auf Beute. ©  IMAGO / oceans-image
Nordsee Nordseeschnäpel
Der Nordseeschnäpel ist ein Wanderfisch, wie Lachs oder Forelle schwimmt er flussaufwärts zum Laichen. Inzwischen gibt es nur noch eine Population im Norden. © blickwinkel/IMAGO
Junger Seehund (Phoca vitulina) in der Nordsee
Auch Meeressäuger wie den Seehund trifft man in der Nordsee an. Die Jungtiere werden im Juni auf Sandbänken geboren und können sofort schwimmen. © imageBROKER/IMAGO
Heuler am Strand Nordsee
Nicht alle Baby-Seehunde sind „Heuler“. Diese Bezeichnung erhalten sie nur, wenn sie ihre Mütter endgültig verloren haben. © Frank Fichtmüller/IMAGO
Kegelrobbe (Halichoerus grypus) am Nordstrand von Helgoland
Auch die Kegelrobbe mag es an der Nordsee. Ihren Namen hat sie wegen ihres länglichen Kopfes erhalten. © Stanislav Belicka/IMAGO
Kegelrobbe (Halichoerus grypus) mit einem verwickelten Netz Nordsee
Verloren gegangene Fischernetze, sogenannte „Geisternetze“, sind für Meerestiere wie die Kegelrobbe ein Problem. © Kevin Sawford/IMAGO
Nahaufnahme einer Kegelrobbe (Halichoerus grypus), Kegelrobbe frisst Plattfisch Gewöhnliche Scholle
Ausgewachsene Kegelrobben brauchen etwa zehn Kilo Fisch – auch Scholle steht auf ihrem Speiseplan. © imageBROKER/IMAGO
Plattfisch Scholle oder Goldbutt
Die Scholle ist als auch Speisefisch für Menschen von sehr großer wirtschaftlicher Bedeutung. Im Wattenmeer wird sie aber nicht mehr gefischt. © imagebroker/IMAGO
Ohrenqualle, Ohren-Qualle
Auch Quallen sind natürlich nicht wegzudenken, wenn man an der Nordsee ist. Die anmutigen Schwimmer bestehen zu 98 Prozent aus Wasser. © imago stock&people via www.imago-images.de
Feuerqualle im Meer vor Borkum
Gefährliche Schönheit: eine Feuerqualle im Meer vor Borkum. Eine Berührung mit ih­ren durch­sich­ti­gen Ten­ta­keln ist schmerzhaft. © Ute Grabowsky/IMAGO
Wattwurm Wattwurmhaufen Nordsee
Diese „Spaghettihaufen“ sind die Werke des Wattwurms. © blickwinkel/IMAGO
Wattwanderung bei Amrum, ein Wattwurm in der Hand eines Wattwanderers
Der Wattwurm: Ohne ihn wäre der Wattboden häufchenlos und viel weniger belebt. Er gräbt alles schön um, wovon viele andere Arten profitieren. © P.Nowack/IMAGO
Gemeiner Seeringelwurm
Weniger bekannt als sein Kollege ist der Seeringelwurm. Er ist ein Multitalent und kann Plankton fangen, den Wattboden abweiden oder kleinere Watttiere fressen. © blickwinkel/IMAGO
Nordseegarnele Nordseekrabbe
Die Nordseegarnele oder Nordseekrabbe ist eine der wichtigsten Arten im Wattenmeer – als Räuber und als Beute. © Marc Schüler/IMAGO
Nordseegarnele Nordseekrabbe tarnt sich im Sand
Die meisten kennen sie wohl rosafarben und gekocht. Aber eigentlich sind sie sandfarben – und Meister der Tarnung. © blickwinkel/IMAGO
Seestern am Nordsee-Strand
Ein Seestern am Nordsee-Strand. Er gehört zur Gattung der Stachelhäuter, wie der Seeigel oder die Seegurke. © imageBROKER/IMAGO
Herzigel (Spatangoida) auf Spikeroog
Ein Herzseeigel auf Spikeroog. Lebende Herzigel sind rundum mit einem feinen Stachelpelz bedeckt. Sie leben im Meeresboden. © Bäsemann/IMAGO
Miesmuscheln
Miesmuscheln haben ihren Namen vom mittelhochdeutschen Wort „mies“ = Moos, da sie braune Fäden spinnen. © CHROMORANGE/IMAGO
Seepocken (Balanus spec.) auf Treibgut am Strand Nordsee
Seepocken auf Treibgut am Strand Nordsee. Es handelt sich um eine Krebsart, die statt Beinen festsitzende „Rankenfüße“ haben. © blickwinkel/IMAGO
Nordsee-Einsiedlerkrebs
Der Nordsee-Einsiedlerkrebs lebt oft im Inneren von Meeresschneckenhäusern. Einsiedler sind Aasfresser und Räuber. © IMAGO/D. Maehrmann
Gemeine Strandkrabbe Nordseeküste Schleswig-Holstein
Die Gemeine Strandkrabbe fühlt sich an der Nordseeküste ebenfalls wohl. Sie ist der prominenteste Krebs im Watt. © Günter Fischer/IMAGO
Silbermöwe (Larus argentatus) beim Töten und Fressen von Strandkrabbe
Die Silbermöwe ist ebenfalls ein typisches Tier im Watt. Hier lässt sie sich eine Strandkrabbe schmecken. © IMAGO/imageBROKER
Strandkrabben fressen Scheidenmuschel
Strandkrabben fressen wiederum gerne Scheidenmuscheln. © blickwinkel/IMAGO
Schwertförmige Scheidenmuschel Amrum Nordfriesische Inseln Schleswig Holstein
Die Schwertförmige Scheidenmuschel ist eine eingeschleppte Art. Erst seit den 1970ern kommt sie im Watt vor. © imago stock&people
Sandklaffmuschel kriecht am Strand
Anders die Sandklaffmuschel. Sie wurde schon von den reisefreudigen Wikingern ins Wattenmeer verschleppt. © W. Willner/IMAGO
Tote Mannshand Nordsee
Die „Tote Mannshand“ ist eine Weichkoralle – mit einem sehr morbiden Namen. © blickwinkel/IMAGO

Insbesondere Wattwanderungen, also Spaziergänge auf dem Meeresgrund, sind für Urlauber ein besonderes Erlebnis. Verantwortlich für das Phänomen der Gezeiten sind die Gravitationskräfte des Mondes und der Sonne. Die Intensität der Kräfte hängt dabei von der Entfernung zwischen Mond und Erde ab. Während auf der mondzugewandten Seite größere Kräfte wirken, wird das Wasser in Richtung Mond gezogen. Auf der entgegengesetzten mondabgewandten Seite wird das Wasser hingegen weggezogen, sodass ein zweiter Flutberg entsteht.

Mit einfachen Worten ausgedrückt, dreht sich der Erdball bei seiner täglichen Rotation unter diesen Flutbergen hindurch. Innerhalb derselben 24 Stunden dreht sich jedoch auch der Mond weiter. Aufgrund dessen dauert es von einem Hochwasser bis zum nächsten 24 Stunden und 50 Minuten. Auch die tägliche gute 50-minütige Verschiebung der Tide ist zu erklären. Je nach Küstenort an der Nordsee variieren die Gezeiten jedoch.

Auch ein bisschen Kirmes gibt es an der Nordsee.

Die Nordsee und die Gezeiten

Dass die Gezeiten vor allem an der Nordsee besonders ausgeprägt sind liegt vor allem an der Verbindung zum Atlantik. So laufen die Gezeitenwellen aus dem großen Atlantik in die kleinere und flache Nordsee hinein und verstärken somit die Gezeitenkräfte. Gleichzeitig spielt auch die Topografie der Küste eine wichtige Rolle, wenn es um die Stärken der Gezeiten geht. Besonders an Flussmündungen wie beispielsweise der Elbmündung drückt die Gezeitenwelle das Wasser in den in das Landesinnere immer schmaler werdenden Fluss hinein.

Das Wasser staut sich somit auf und es kommt am Ende in Hamburg zu einem höheren Pegelstand als an der Mündung. Auch das Wetter beeinflusst die Wasserstände an der Nordseeküste. Insbesondere bei starker Nordwestwindlage in den Wintermonaten drückt die Nordsee Richtung Küste. Tritt der Sturm aus nordwestlicher Richtung gleichzeitig zur Flut auf, so kann daraus eine Sturmflut entstehen.

Nordsee: Die letzten bedeutsamsten Sturmfluten

  • 1. November 2006 Allerheiligenflut im gesamten Nordseegebiet, sehr schwere Sturmflut mit den höchsten jemals gemessenen Pegelständen im Bereich Ems, Dünenabbrüche auf den Ostfriesischen Inseln wie Juist oder Norderney
  • 9. November 2007 Sturmtief Tilo Deutsche Bucht, Nordseeküste, sehr schwere Sturmflut, schwerste Überschwemmungen in Hamburg seit 1990, Dünenabbrüche auf Helgoland
  • 5/6 Dezember 2013 Orkan Xaver, gesamtes Nordseegebiet, sehr schwere Sturmflut, Landverlust auf Sylt und den Ostfriesischen Inseln

Nordseeurlaub: Freizeitaktivitäten an der Küste

Die Urlaubsorte an der deutschen Nordseeküste bieten ein vielfältiges Freizeitangebot, sodass sowohl Sportbegeisterte, Familien mit Kindern oder auch Urlauber mit Hunden Erholungsmöglichkeiten haben. Auch wenn der Sommer an der Küste im Norden oftmals kühl ausfallen kann, lädt die Nordsee dennoch zum Schwimmen oder anderen Wassersportaktivitäten ein.

Aufgrund der Windverhältnisse ist die Nordsee zudem bei Wind und Kitesurfern äußerst beliebt. An Land eignet sich die flache Küstenlandschaft für ausgedehnte Radtouren oder Nordic Walking. Darüber hinaus gibt es in den Küstenorten Nord und Ostfrieslands ein breites gastronomisches Angebot an Restaurants und Cafés.

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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