VonJudith Tausendfreundschließen
In Lauenbrück wird in diesem Jahr der 37. Trödelmarkt zelebriert - der Markt ist weit über die Grenzen der Samtgemeinde Fintel hin bekannt und beliebt. Das Planungsteam tüftelt zur Zeit die wichtigsten Neuerungen aus.
Lauenbrück – Es ist eine große und gut gelaunte Runde, die sich alle paar Wochen in Lauenbrück trifft, um den Flohmarkt im Herbst zu planen. Größtenteils sind die Teilnehmer des Planungsteams „alte Hasen“. Allerdings sind auch neue Gesichter dabei – das wiederum freut alle, Helfer sind willkommen. Denn alle Beteiligten wollen gemeinsam ein gelungene Veranstaltung auf die Beine stellen.
Die Vorbereitungen für den Markt sind im Grunde eingespielt. 1985 fand der allererste Flohmarkt statt, in diesem Jahr ist es schon die 37. Veranstaltung. Durch die Corona-Pause gab es auch einmal keinen Flohmarkt. Durch diese Pause ist aktuell wieder etwas mehr Werbung von Nöten als in früheren Jahren, „es ist nicht mehr das gemachte Nest wie früher“, beschreibt Jochen Intelmann (SPD), Lauenbrücks Bürgermeister, die Situation.
In Sachen Planung und Vorbereitung läuft das „alte Ritual“ allerdings wieder wie immer an. „Wie immer“ stimmt dabei jedoch auch nicht ganz, denn in diesem Jahr gibt es einige Änderungen, die es zu besprechen gibt.
Digitalisierung wird begrüßt
„Wir wollen vor allem digital und zeitgemäß werden“, betont Maren Pakulat. Sie arbeitet hauptberuflich beim Landkreis und dort im Amt für Digitalisierung – insofern ist diese Digitalisierung ohnehin „ihr“ Thema. In der Flohmarktgruppe ist sie ehrenamtlich unterwegs. Der von ihr geschilderte Ansatz findet jedoch breiten Zuspruch, denn tatsächlich ist die Umstellung des Anmeldeverfahrens ein großes Thema für die gesamte Gruppe. „Bisher haben wir immer mit den klassischen Anmeldezetteln gearbeitet, das wollen wir jetzt endlich abschaffen“, erklärt Intelmann. Man habe sich informiert und umgesehen. „In Tostedt läuft das Anmeldeverfahren seit fünf Jahren online, wir haben uns da inspirieren lassen“, erklärt Intelmann. Über den Kontakt zur Nachbarstadt kam die Gruppe an den Kontakt zu Programmiererin Angelika Klause aus Sittensen. Sie hat inzwischen die Internetseite und das Anmeldeverfahren für die Seite www.flohmarkt.lauenbrueck.de angelegt, aktuell wird noch im Hintergrund an der Seite gearbeitet. „Wir sind aber schon online und in der kommenden Woche kann man sich dann auch über den Weg anmelden“, so Klause.
Wir wollen vor allem digital und zeitgemäß werden.
Dieser Weg hat viele Vorteile, davon sind die Initiatoren überzeugt. Mit dem neuen Verfahren können die Trödler jeweils drei Meter am Stück für 20 Euro Standgebühr buchen und diese Gebühr direkt zahlen. „Auch das war früher anders, da wurden die Gebühren erst am Flohmarkt-Tag eingenommen – jetzt passiert das vorab“, so Intelmann. Mit der Umstellung ist die Gemeinde auf der sicheren Seite: Wer bucht, muss auch zahlen. Aber auch die Trödler profitieren von der Umstellung. Denn sie können nun direkt auf einer Onlinekarte die jeweiligen Straßen einsehen und ihren Stand exakt an ihrem Wunschort buchen. Auch ist es möglich, zwei mal drei Meter nebeneinander zu buchen. Da zwischen allen Drei-Meter-Ständen jeweils ein Meter Abstand eingemessen wird, kann sich der jeweilige Standinhaber in dem Fall dann sogar über insgesamt sieben Meter Stand erfreuen.
Neues Bezahlverfahren
Das Bezahlverfahren ist einfach und selbsterklärend. Auf der Seite wird der auch sonst übliche Warenkorb angeboten, der Nutzer wird dann automatisch zum Bezahlverfahren weitergeführt. Es ist möglich, über PayPal zu zahlen, eine Banküberweisung funktioniert aber auch. Gewerbliche Anbieter müssen 40 statt 20 Euro pro drei Meter zahlen. Wer sich dann so anmeldet, erhält eine Buchungsbestätigung. Diese Bestätigung ist dann später auch die Quittung. „Wir werden mit einem Team über den Flohmarkt gehen und uns die Bestätigungen zeigen lassen“, so Heinz Promann, der ebenfalls in der Gruppe aktiv ist. Die Belege sollten von den Standbetreibern daher mitgenommen werden.
Nicht nur das Anmeldeverfahren gilt es, weiter zu planen und final zu besprechen. Bis der große Tag – der zweite Samstag im September, also der 9. September – da ist, müssen noch viele weiteren Details geklärt werden.
Denn es stehen schon einige weitere Änderungen im Programm an. So wird es wie im letzten Jahr keine Livemusik geben. Außerdem wird es kein Zelt mehr direkt vor der Kulturscheune geben. Diese war einst als „Bistro Scheune“ im Ort bekannt und beliebt. Doch das Bistro als Gastronomie-Betrieb gibt es nicht mehr. Daher wird das Festzelt auf dem gegenüberliegenden Hof der Familie Miesner aufgebaut werden. Den Tequilastand, der in den letzten Jahren sehr gut besucht war, wird es auch in diesem Jahr geben. Die Gruppe rechnet damit, dass der Stand bis in die Nacht hinein geöffnet ist.
Die Beschriftung der Stände verändert sich leicht, dadurch werden die Standnummern etwas anders sortiert. Einen Autoscooterstand wird es wohl leider nicht mehr geben, zumindest hat die Gruppe noch keinen Anbieter gefunden, der am Termin noch Zeit hat. „Das ist schade, wir haben 20 Jahre mit dem ehemaligen Betreiber zusammengearbeitet, doch der hat im Frühjahr sein Geschäft aufgegeben“, weiß Intelmann. Immerhin das Kinderkarussell konnte schon fest gebucht werden. Auch diverse Stände mit zahlreichen Leckereien werden schon jetzt geplant, auch die Hüpfburg, die wieder am Spielplatz an der Bahnhofstraße ihren Platz finden wird, steht schon als weiteres Detail fest.
Weniger Parkplätze
Ein weiteres Thema, welches es zu besprechen gilt, sind die Parkplätze. Denn im Gegensatz zu früheren Zeiten wird es diesmal nicht mehr möglich sein, das Auto direkt neben dem jeweiligen Stand abzustellen. Und die Stellplätze im Ort sowohl für Autos als auch für Anhänger sind begrenzt. Gute Abstellmöglichkeiten wird es am Lauenbrücker Bahnhof geben, weitere Parkplätze werden dann ausgezeichnet, wenn es soweit ist.
„Es wird insgesamt etwas enger mit den Parkplätzen, da auch der Schulhof aufgrund des Umbaus dort als Parkfläche wegfällt“, betont Intelmann. Daher lautet vor allem auch für die zahlreichen Besucher die Empfehlung an diesem Tag: Die Bahn benutzen und somit dann über den Bahnhof direkt mitten im Getümmel zu „landen“.
