- VonUte Lauknerschließen
Regionale Gerichte mit lokalen Zutaten gibt es viele im Norden Deutschlands. Einige Spezialitäten sind aber jeden Tag aufs Neue besonders beliebt.
Gutes Essen und Trinken gehören im Norden ebenso zum Leben, wie das Meer und der Strand. Einige Obstsorten und Gemüsearten aus der norddeutschen Region sind besonders beliebt. Mit den anderen regionalen Produkten vom Land und von der Küste kommen weitere bevorzugte Zutaten hinzu, die zusammen leckere nordische Gerichte ergeben.
Typisch für die Küstenregionen im Norden sind die Spezialitäten zum Essen aus dem Meer. Das gilt für die drei großen Nordländer in Deutschland, namentlich Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kommen noch die Stadtstaaten Hamburg und Bremen, zu der auch die Seestadt Bremerhaven gehört.
Lecker im Norden: Lokal und regional Essen und Trinken
Vom leckeren Fischbrötchen, dem sogar ein jährlicher „Weltfischbrötchentag“ gewidmet wird, bis hin zu den puren Krabben, Muscheln sowie Matjes und Co. reichen die Angebote, um sich mit dem norddeutschen Essen vertraut zu machen. Es gibt zudem unendlich viele Varianten der Zubereitung, die sich in der Art zusätzlich lokal unterscheiden. Da findet daher jeder die richtige Geschmacksnuance für sich. Eine ganz spezielle „Fisch-Genuss-Tour“ wiederum führt durch mehrere Städte und Regionen im Norden.
Auf dem flachen Land im Norden Deutschlands werden Obst- und Gemüsesorten angebaut, die das tägliche regionale Speiseangebot immer wieder aufs Neue erweitern. Je nach Saison wachsen die Zutaten eines Menüs auf den fruchtbaren Ackerböden und werden zum jeweils optimalen Zeitpunkt geerntet. Mit kurzen Wegen zum Verbraucher landen die knackfrischen Produkte alsbald immer wieder kreativ zubereitet auf den Tellern.
Einige Genussbeispiele aus Schleswig-Holstein
Der „Verein Feinheimisch – Genuss aus Schleswig-Holstein“ unterstützt als Gruppe von Produzenten, Gastronomen und gewerblichen sowie privaten Förderern, unter anderem die regionalen Produkte, um diese in den Vordergrund zu holen. Der Genuss von heimischen Produkten stärkt die regionale Wirtschaft und ist daher nachhaltig angelegt. Mit den unterschiedlichen Dinner-Angeboten und Verkostungen sowie Informationsveranstaltungen werden die Produkte der Region allen Interessierten vorgestellt und rücken somit auch beim lokalen Einkauf in den Fokus.
Wie wäre es denn mal mit einem typisch norddeutschen Wein?
Mehrere Weingüter in Schleswig-Holstein bieten zu den norddeutschen und vielen anderen Spezialitäten den in der Region erzeugten passenden Wein an. Dazu zählen zum Beispiel folgende Weingüter: Schatoh Feldmark im Landkreis Stormarn, Weingut Ingenhof in Malkwitz in der Holsteinischen Schweiz, das Weingut SJ Montigny in Grebin, Weingut Waalem in Nieblum auf Föhr, Balthasar Rees in Keitum auf Sylt, Deutsch Nienhof in Westensee sowie der Sylter Weinberg, ebenfalls in Keitum.
Dithmarschen in Schleswig-Holstein ist das größte geschlossene Kohlanbaugebiet Europas
Auf über 3.000 Hektar Marschland wächst zum Beispiel über weite Teile im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein der Kohl. Jedes Jahr werden rund 90 Millionen Kohlköpfe verschiedener Sorten geerntet. Das wird bei den jährlichen „Kohltagen“ im Herbst gefeiert. Dabei präsentieren nicht nur die zuvor gewählten und ehrenamtlich tätigen Kohl-Regentinnen ihr Wissen den Besuchern und Einheimischen, sondern es gibt noch eine ganze Reihe anderer Fachleute, die ihr Wissen dazu einbringen. Die Köche der Region sorgen dabei für viele Geschmacksvarianten durch deren jeweilige Art der Zubereitungen. Wer noch mehr über den Kohl erfahren möchte, kann dem „Kohlosseum“ in der Stadt Wesselburen einen Besuch abstatten und sich in dem Museum ausführlich informieren.
Hamburg – hanseatisch, lecker und gut
Südlich der Hansestadt Hamburg und in der Elbmarsch von Niedersachsen liegt das „Alte Land“. In Nordeuropas größtem geschlossenen Obstanbaugebiet warten die leckeren Früchte: knackige Äpfel und Birnen, außerdem zum Beispiel Pflaumen und Kirschen. Die Region wird in der Freizeit für einen Ausflug gern besucht und so ganz nebenbei werden die frischen Früchte der Saison gleich Körbeweise eingekauft und nach Hause getragen. Obstsalate, Kuchen in verschiedenen Varianten sowie Obstsäfte entstehen in den Küchen. Vor Ort, direkt in der Region, gibt es natürlich auch gastronomische Angebote mit den saisonalen Gartenobststars.
In Hamburg gibt es von der Spitzengastronomie bis „Auf-die Hand“-Buden allerlei Food-Angebote. Zum Frühstück darf das frisch gebackene Franzbrötchen – ein süßes Plundergebäck in vielen Varianten, nicht fehlen. In einem Wettbewerb werden immer wieder neue Kreationen entwickelt. Der Klassiker aber wird mit Zucker und Zimt gebacken. Die Hamburger Aalsuppe oder die Finkenwerder Maischolle gehören ebenso zu den typisch hamburgischen Spezialitäten.
Labskaus ist eine typisch norddeutsche Spezialität. Das Gericht besteht auch in Hamburg meist aus Rindfleisch oder Matjes, dazu gibt es Rote Beete. Wenn diese drei Grundzutaten kleingehackt werden – mit oder ohne Zwiebel gemischt – entsteht eine Art rötlicher Brei. Dazu gibt es Gurken und ein Spiegelei.
Niedersachsens Food und Feines
Die niedersächsische Nordseeküste mit den Ostfriesischen Inseln im Wattenmeer bieten jede Menge Seefisch-Gerichte. Mal typisch norddeutsch, mal heimisch spezial. Queller wächst in den Salzwiesen des Wattenmeeres und darf nur von den dort wohnenden Einheimischen geerntet werden. Die grünen Stängel haben einen salzigen Geschmack. Sie werden als Beilage zu Kartoffeln und zum Beispiel einem Braten als Gemüsebeilage gekocht.
Bei einer Wanderung oder Radtour im Norden führt der Weg oftmals vorbei an verschiedene „Melkhüs“-Stationen. Die „Melkhüs“, eine Art „Milch-Imbiss“, sind eine typisch norddeutsche Besonderheit. An den grün-weißen Holzhütten legen viele Radler und Wanderer eine Rast ein. Hier gibt es frische Milchspezialitäten, vom Joghurt bis zum Quark ist alles dabei. Im Sommer wird sogar manchmal Eiscreme angeboten.
Oldenburg sagt: Moin „Kohlmajestät“
Oldenburg gilt als eine sehr bekannte Grünkohltour-Region. Obwohl natürlich das Gemüse als leckeres Einkehr-Gericht die Hauptrolle spielt, ist der Spaß auf der Tour mit Familie und Freunden keinesfalls verzichtbar. Der Grünkohl in der Region um Oldenburg hat dort daher schon Kultstatus. Jedes Jahr wird zudem eine Person aus der Politik zur prominenten „Kohlmajestät“ gewählt.
Woher der Ostfriesentee kommt, das hat uns der Emdener Ehrenbürger und bekannte Künstler Otto Waalkes sicher in einem seiner Sketche bereits erklärt. Mehr dazu gibt es im Teemuseum. Eines jedoch schon mal vor einem Besuch vorweg: Der schwarze Tee wird mit Kluntje und einem „Wölkchen“ Sahne getrunken. Dass in Jever schon viele Jahre Bier gebraut wird, wissen wir bereits aus der Werbung.
Fisch und andere Spezialitäten aus den Hansestadt-Schwestern Bremen und Bremerhaven
Die Hansestadt Bremen ist Teil des Zwei-Städte-Staats Bremen und kann unter anderem mit einer typischen Hochzeitssuppe, Bremer Kluten und Knipp – eine Grützwurst, gefüllt mit Hafergrütze, Brühe und einem Schweine- und Rindfleischmix-Gerichten aufwarten.
Bremerhaven, die zweite Stadt des Landes Bremen, verfügt von jeher über eine vielschichtige Fischindustrie. Wer dort lebt oder die Seestadt besucht, kann sich den Fischgerichten nicht entziehen. Aber, wer noch ein paar weitere Leckerbissen probieren möchte, kann es anstatt mit einem Fisch-Burger mal mit einem Wasserbüffel-Burger versuchen. Das Krabbenbrötchen gibt es in der Seestadt, aber auch ein Stück weiter an der Wurster Nordseeküste.
Lokale Speisevielfalt in Mecklenburg-Vorpommern
Fisch aus der Ostsee ist im Norden ein Muss, so auch an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kommen Mecklenburger Rippenbraten, Graupeneintopf, Tüften und Plum (eine Kartoffelsuppe mit Pflaumen und Speck) und Buttermilchsuppe. Wegen der vielen Wälder gibt es auch Wildgerichte. Kartoffelgerichte sind ebenso beliebt. Sogar im Kartoffelmuseum in Tribsees wird erklärt, warum das so ist.
Natürlich darf das norddeutsche Gericht „Birnen, Bohnen und Speck“ nicht fehlen. Für den Nachtisch oder einen Kaffeenachmittag eignet sich die Sanddorntorte. Zu Weihnachten wird traditionell der Honigkuchen gebacken.
Weitere beliebte, typisch norddeutsche Speisen
Was aber so richtig speziell ist und gern gegessen wird, dass wissen letztendlich nur die Einheimischen. Deren Familienrezepte zeigen, was in welcher Region im Norden typisch norddeutsch zubereitet wird. Auf jeden Fall gibt es dabei noch viel zu entdecken. Weitere Beispiele dazu sind in der Lüneburger Heide zum Beispiel der Heidschnuckenbraten. Die Büsumer Krabben wiederum gibt es mit Rührei.
Oder Schnüüsch – ein Gemüseeintopf aus dem Raum Flensburg, Angeln. Auch im Sommer schmeckt dieses norddeutsche Gericht mit Sommergemüse lecker. Die Sylter-Austern sollen an dieser Stelle ebenfalls erwähnt werden und der Helgoländer Hummerschmaus. Die Genussliste ist also lang und vierseitig wieder der Norden – und längst nicht an dieser Stelle vollständig präsentiert.
Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/Imago



