VonFabian Raddatzschließen
In ausgedienten Stahlbojen schlafen – und das mitten in den Dünen an der Nordsee. Das kuriose Schlafangebot erfreut sich enormer Beliebtheit.
Harlesiel – Vor mehr als hundert Jahren dienten sie der norwegischen Nordseeküste noch als Anker für Schiffe. Heute kann man in ihnen übernachten: zwei alte Ankerbojen, aufgestellt in den Dünen im ostfriesischen Harlesiel. Seit zwei Jahren gibt es schon das kuriose Angebot an der Nordsee, das sich einiger Beliebtheit erfreut.
„Die meisten bleiben eine Nacht, wir haben aber auch welche, die kommen für eine Woche“, sagt Andreas Smidt, der zusammen mit Christian Pree die Schlafbojen vermietet. Weil in den 3,20 Meter langen und im Durchmesser maximal knapp 1,90 Meter bemessenen Bojen gerade einmal zwei Menschen Platz haben, ist das Angebot vor allem bei Paaren beliebt, sagt Smidt. „Die meisten Paare wollen gar nicht viel Platz, die wollen kuscheln“
Kuriose Nordsee-Unterkunft: Schlafbojen haben kein WC, dafür ein Panorama-Dach
Für ein WC oder gar eine Dusche ist in den kleinen Stahlbehältern kein Platz. Macht aber nichts: Der Sanitärbereich ist 150 Meter entfernt. Dafür gibt es kostenloses Wi-Fi (4G), ausfahrbare Steckdosen sowie eine USB-Schnittstelle. Indirekte LED-Beleuchtung sorgt für Gemütlichkeit, Klimaanlage und Heizung dafür, dass die Raumtemperatur angenehm bleibt.
Besonderes Highlight: Die Panorama-Verglasung an der Decke, durch die sich nachts der Sternenhimmel an der Nordsee beobachten lässt. Das sei sowohl bei sternenklarem Himmel als auch bei Gewitter faszinierend, sagt Smidt. Durch ein riesiges Bullauge als Tür schauen die Gäste Richtung Wangerooge und Spiekeroog. „Europaweit eine Sensation“, preisen die Betreiber ihre ungewöhnlichen Unterkünfte an. Das Ganze hat auch seinen Preis: Eine Nacht in der Schlafboje kostet 149 Euro.
In Bojen und in Strandkörben: Diese ungewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten gibt es an der Nordsee
Die Stahlbojen dienten um 1900 herum vor der norwegischen Nordseeküste als Anker für Schiffe – anders als Schwimmbojen lagen sie auf dem Meeresgrund. Bei Arbeiten vor der Küste seien sie geborgen worden. Pree und Smidt kauften zwei und richteten sie als Schlafplatz ein.
An der niedersächsischen Nordseeküste werden zahlreiche weitere skurrile Unterkünfte angeboten – vom Floß über Schlafstrandkörbe bis zum Signalturm.
Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

