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Landkreis – Das Gewitter am Sonntagabend führte zu einer Vielzahl von Einsätzen der Feuerwehr im Landkreis Oldenburg. In Hude fiel ein Baum auf ein Auto und verletzte eine Frau und ein Kind. Das Zeltlager der Feuerwehren in Huntlosen wurde evakuiert.
Nach einem Tag, an dem die Feuerwehren im Landkreis bereits mit Flächenbränden und Fahrzeugbränden beschäftigt waren, blieb kaum Zeit zur Erholung. Ab 20 Uhr bildete sich eine angekündigte Gewitterzelle vor dem Landkreis Oldenburg, die mit starkem Wind und Blitzen aufzog.
Um die Bevölkerung rechtzeitig zu warnen, informierte die Leitstelle Oldenburg im Vorfeld über WarnApps und nutzte zusätzlich CellBroadcast als Warnmittel vor möglichen Gefahren.
Massiver Baum fällt auf ein fahrendes Auto
Das Gewitter erreichte eine außergewöhnlich starke Intensität, was zur Folge hatte, dass zahlreiche Bäume entwurzelt wurden und auf Straßen, Häuser oder Fahrzeuge stürzten. Eine 37-jährige Autofahrerin befuhr am Sonntag gegen 19:55 Uhr mit einem Skoda die Hauptstraße in Hude, als eine abgebrochene Baumkrone auf die Windschutzscheibe stürzte. Bei dem Zusammenstoß wurde die Fahrerin schwer verletzt. Rettungskräfte brachten die Frau in ein Krankenhaus. Ein siebenjähriges Kind, das sich auf dem Beifahrersitz befand, blieb unverletzt. Die Baumkrone wurde durch die Feuerwehr von der Straße geräumt. Am Fahrzeug entstand ein Schaden in Höhe von rund 4.000 Euro.
In Hatten ist kurze Zeit später gegen 20.15 Uhr ein Ast auf der Landstraße 872 / Hatter Landstraße vor ein fahrendes Auto gefallen, das von einem 31-Jährigen gelenkt wurde. Der Fahrer blieb unverletzt.
Kreisjugendzeltlager evakuiert
Das Zeltlager der Jugendfeuerwehren in Huntlosen wurde im Vorfeld evakuiert. Dazu versammelten sich die Teilnehmer in der angrenzenden Sporthalle, um dort Schutz zu finden. Mittlerweile konnten alle zurück auf ihre Zeltplätze und das Zeltlager geht wie gewohnt weiter.
Im weiteren Verlauf der Gewitterfront kam es kurzzeitig zur Sperrung einiger Bahnstrecken, da Bäume auf die Gleise gestürzt waren. Durch das Laub an den Bäumen bot dieses dem Wind eine große Angriffsfläche. In den vergangenen Wochen hatten vermehrt Gewitter den Landkreis Oldenburg heimgesucht und für zahlreiche Einsätze gesorgt, die von der Feuerwehr bewältigt werden mussten. „Leider waren die Bäume aufgrund der vorherigen Stürme bereits geschwächt, wodurch sie nun noch schneller umfielen. Die Drehleitern der Feuerwehren Ganderkesee und Wildeshausen waren im gesamten Landkreis gebunden, um teils Äste oder Bäume aus der Höhe zu entfernen“, berichtete Jannik Stiller, Sprecher der Kreisfeuerwehr.
Am Nachmittag Feuer löschen, am Abend sägen
Insgesamt wurden bis 23 Uhr etwa 100 Einsätze von den Feuerwehren abgearbeitet. Besonders erwähnenswert ist, dass die Feuerwehrleute im Landkreis Oldenburg ehrenamtlich tätig sind und ihre wichtige Arbeit unentgeltlich verrichten. Am Nachmittag mussten sie beispielsweise noch unter schwerem Atemschutz und in dicker Einsatzkleidung mehrere Flächenbrände und brennende Mähdrescher löschen, um sich am Abend den Herausforderungen von Wind und Wasser zu stellen. „An dieser Stelle möchten wir allen Arbeitgebern und Familien danken, die ihre Liebsten in ihrem Engagement unterstützen“, so Stiller.
