Weihnachten in Verdens Kirchen: Wunsch nach Frieden

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Die evangelischen Kirchen in Verden laden zu Weihnachten ein (v.l.): die Pastoren Holger Hermann, Lueder Möring, Dieter Sogorski und Marko Stenzel sowie Kirchenmusikdirektor Robert Selinger bereiten sich in Worten und mit Musik vor.
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Krieg, Corona und die Sehnsucht nach Frieden stehen Weihnachten in Verdens Kirchen im Mittelpunkt.... Aus Solidarität Heizung auf Sparflamme...

Verden – An den Predigten zum Weihnachtsfest wird noch gefeilt, in schnelllebiger Zeit kann das, was gestern galt, heute schon an Bedeutung verloren haben. Dennoch haben die Kirchengemeinden übergreifend eine kurze Botschaft, die für sie über der Weihnachtszeit und den Gottesdiensten steht: „Der Wunsch nach Frieden“.

Die vier Kirchengemeinden mit St. Johannis, Dom, St. Andreas und St. Nikolai brauchen ein wenig Fantasie, um mit den besonderen Bedingungen rund um und vor allem in der Kirche umzugehen. Gottes Wort, die Feier des Weihnachtsfestes sollen im Mittelpunkt stehen, auch weil sich sicherlich viele Menschen nach tröstenden Worten sehnen. Geregelt werden müssen aber auch die organisatorischen Abläufe. „Unkontrolliert heizen geht nicht“, sagt Dieter Sogorski, Pastor der Domgemeinde. Sein Kirchenschiff zählt im weiten Umkreis zu den größten. Sogorski hat dabei nicht die horrenden Energiepreise im Kopf, sondern vielmehr den Gedanken der Solidarität: „Es geht nicht darum, Geld, sondern Gas zu sparen, damit wir und andere gut durch den Winter kommen.“ Der Dom hat an normalen Tagen, ohne Publikumsverkehr und Gottesdienste, eine Temperatur von sechs Grad Celsius. „Gerade ausreichend, um Orgel und andere Einrichtungen vor Schaden zu bewahren“, sagt Pastor Lueder Möring. „Für die Gottesdienste werden wir aber auf zwölf Grad einheizen“, so Möring. St. Andreas, praktisch nebenan, aber deutlich kleiner, schafft 15 Grad. St. Johannis pendelt sich zu den Gottesdiensten bei zwölf Grad ein. Pastor Marko Stenzel nimmt es gelassen: „Die Besucher wissen Bescheid, haben sich darauf eingestellt, und tragen das mit Fassung.“ Mehr geht nur in St. Nikolai. „Aber auch nur deshalb, weil der Saal im Gemeindezentrum liegt“, sagt Pastor Holger Hermann. Es ist die Betriebstemperatur, bei der die Mitarbeiter täglich im Hause unterwegs sind.

Verdener Kirchen - Gas sparen aus Solidarität

Trotz unruhiger Zeiten haben die Kirchengemeinden im Vergleich zu den Vorjahren eine Sorge weniger: Bleibt die Corona-Lage, wie sie ist, können die Besucher der Gottesdienste ohne Anmeldung in die Kirche kommen. „Das macht für uns vieles einfacher“, so Pastor Stenzel.

Ohne Anmeldung in die Verdener Kirchen

Dennoch gibt es Einschnitte, die sich nicht vermeiden lassen. Im Dom hätte Robert Selinger gerne an der Orgel das traditionelle Silvesterkonzert gegeben, schon allein deshalb, weil es seine Premiere als neuer Kirchenmusikdirektor gewesen wäre. „Aber die Heizungsanlage wird nach Weihnachten aus den bekannten Gründen wieder heruntergefahren“, so Selinger. Damit steht dann fest, dass es kein nächtliches Konzert zum Jahreswechsel geben wird. Aber es gibt einen musikalischen Ausgleich. „Am Silvesternachmittag wird das Verdener Vokalensemble im Dom singen“, berichtet Selinger. Beginn des Gottesdienstes ist um 17 Uhr.

Übergreifend haben die Gemeinden rund um das Weihnachtsfest etliche Termine im Angebot, die auf den jeweiligen Webseiten im Internet nachzulesen sind. In St. Nikolai, zum Beispiel, kann sich, wer will, eine Weihnachtsgeschichte vorlesen lassen, rund um die Uhr. „Das Verdener Geschichtentelefon ist zum Ortstarif unter der Nummer 04231/9712888 erreichbar“, sagt Hermann. „Einfach durchklicken, dann können dort verschiedene Formate abgerufen werden“, fordert der Pastor auf.

Verdener Geschichtentelefon der Nikolaigemeinde

Weil das Gespräch mit den Pastoren eben eine Botschaft braucht, die Menschen sie auch wollen, gibt es doch noch, mit Blick auf Weihnachten und den Jahreswechsel, eine gemeinsame Losung, die die Gemeinden in den Mittelpunkt des Festes stellen. Und so formuliert Pastor Lueder Möring stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen das Thema: „Weihnachten, ein Kind ist uns geboren, Gott kommt in die Welt! Nach zwei Corona-Wintern und mit zehn Monaten Krieg in Europa feiern unsere Gemeinden das Fest der Geburt Jesu mit der Botschaft der Engel: Ehre sei Gott in der Höhe – und auf Erden Frieden!“

Christvesper und Konzerte in den Kirchen

Heiligabend: St. Andreas: 15 Uhr, Krippenspiel. 16 Uhr, Andacht Eitzer Friedhofskapelle. 16.30 Uhr, Krippenspiel. 18 Uhr, Christvesper.

Dom: 15.30 Uhr, Christvesper für kleinere Kinder mit Bildergeschichte. 16.30 Uhr, Christvesper für größere Kinder mit Krippenspiel und Bläsern. 18 Uhr, Christvesper mit Domchor. 23 Uhr, Christnacht mit Domchor.

St. Johannis: 15 Uhr, Krippenspiel mit Konfirmanden und Kinderchor. 16.30 und 17.30 Uhr, Christvesper mit Bläsern. 23 Uhr, Christmette mit Johannischor.

St. Nikolai: 15 Uhr, Gottesdienst mit Krippenspiel. 17 Uhr, Christvesper mit Band „marylou“.

1. Weihnachtstag (25. Dezember)

Dom: 10 Uhr, Festgottesdienst mit Bläsern. 17 Uhr, Wolldeckenkonzert.

St. Nikolai: 10.30 Uhr, Festgottesdienst.

2. Weihnachtstag (26. Dezember)

St. Andreas: 17 Uhr, musikalischer Abendgottesdienst mit Kantorei.

Dom: 10 Uhr, Festgottesdienst.

St. Johannis: 10 Uhr Festgottesdienst.

Silvester (31. Dezember)

Dom: 17 Uhr, Gottesdienst mit Verdener Vokalensemble.

St. Johannis: 17 Uhr, Gottesdienst mit Tischabendmahl.

Neujahr (1. Januar)

St. Andreas: 11 Uhr, gemeinsamer Gottesdienst mit vier Gemeinden.

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