VonLars Warneckeschließen
Rotenburg – Sich ungebrochen mit den Arbeitnehmern solidarisch zeigen, trotz Ukraine-Krieg und Krisen, sowie soziale Gerechtigkeit schaffen: Dies waren die zentralen Forderungen bei der gut besuchten Maikundgebung des DGB-Kreisverbandes mit seinem Vorsitzenden Nils Bassen am Montag auf dem Rotenburger Pferdemarkt. Hauptredner auf der Veranstaltung war Johannes Grabbe, Abteilungsleiter Wirtschaft im DGB-Bezirk Niedersachsen-Bremen-Sachen-Anhalt.
„Heute stehen wir zusammen in einer Zeit, die bereits als Zeitenwende bezeichnet wird“, erklärte Grabbe vor den mehr als 100 Anwesenden. Solidarität sei ihm zufolge eine Haltung, die sich in persönlichen Handlungen ausdrücke: „Nur aus dieser Überzeugung heraus können wir gemeinsam die Zukunft gestalten. Wir kämpfen dafür, dass in Deutschland alle sicher und ohne Angst leben können, wir stehen gemeinsam ein für gute Arbeits- und Lebensbedingungen für alle, wir wollen eine friedliche Gesellschaft geprägt durch Gerechtigkeit, Demokratie, Freiheit und Weltoffenheit.“ Für diese Werte hätten die Gewerkschaften hart gerungen. „Und auch aus diesem Grund sind wir heute hier.“
Lohnzurückhaltung können die Arbeitgeber von uns nicht erwarten.
Was die dauerhaft gestiegenen Lebenshaltungskosten betrifft, würden an dieser Stelle auch nur dauerhaft steigende Löhne helfen – davon ist der Hannoveraner überzeugt. „Deshalb sollte den Arbeitgebern auch klar sein: Lohnzurückhaltung können sie von uns nicht erwarten – wenn die Preise steigen, müssen auch die Löhne rauf, schließlich geben die Unternehmen ihre gestiegenen Produktionskosten auch weiter.“ Erwartungsgemäß deutliche Worte, für die der Redner viel Applaus vom Publikum erntete.
Ebenfalls das Mikrofon ergriff Rotenburgs Bürgermeister Torsten Oestmann. Er kam in seinem Grußwort auf die kürzlich erfolgte Einigung bei den Tarifverhandlungen für den Bereich des öffentlichen Dienstes zu sprechen. Dieser erfahre eine Gehaltssteigerung wie noch nie und sei angesichts der Inflation auch durchaus gerechtfertigt. Für die Stadt Rotenburg bedeute der Tarifabschluss allein in diesem Jahr zusätzliche Kosten von rund 600 000 Euro. Oestmann: „Dieses Geld müssen wir aus Einnahmen erwirtschaften oder aber die Ausgaben im laufenden Geschäft kürzen. Und das wird das spannende Thema in der nächsten Zeit sein, aber ich bin mir sicher, dass wir es lösen können.“
Bei handgemachter Musik mit ehrlichen Texten, dargeboten vom Duo Ginaluca aus Rotenburg, weiteren Wortbeiträgen von Stefan Klingbeil vom Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ sowie Torsten Rathje, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung am Agaplesion-Diakonieklinikum, klang die örtliche DGB-Kundgebung nach rund zwei Stunden schließlich aus.
