VonFabian Raddatzschließen
Das sieht man auch nicht alle Tage: Eine Frau hat am Nordsee-Strand auf Sylt eine merkwürdige Entdeckung gemacht. Sie fand ein Haifisch-Ei.
Westerland – Ein Katheter, ein Infusions-Beutel – oder sogar etwas aus einer anderen Welt? Was eine Frau am Strand von Sylt gefunden hat, lässt viel Raum für Spekulationen, so ungewöhnlich sieht es aus. Die Fotos, die sie in die Facebook-Gruppe „Sylt“ gestellt hat, zeigen einen Beutel mit gelber Füllung, der an einem Wirrwarr aus Algen zeigt. Vom Beutel selbst geht auch eine Spirale ab.
„Das habe ich auch noch nie gesehen“, und: „Interessant, noch nie gesehen“, schreiben auch andere Mitglieder. Oder auch: „Wow .. toll was für ein Fund.“ Doch um was handelt es sich bei dem Beutel jetzt genau? Die Erklärung liefert die Foto-Einstellerin gleich mit: „Ein Haifischei.“
Frau macht merkwürdige Entdeckung am Nordsee-Strand: „Auch noch nie gesehen“
Tatsächlich kommt es vor, dass Eier von Haien an die Strände gespült werden. Ganze elf Arten sind im deutschen Teil der Nordsee heimisch. Bis auf den Hundshai und den Kleingefleckten Katzenhai seien sie jedoch alle sehr selten, wie es in einem Bericht von „National Geographic“ heißt.
Auch Carsten Pusch, Leiter der Landesstelle Wasser beim Nabu Schleswig-Holstein, bestätigt, dass es sich bei dem Strandfund um ein Haifischei handelt: „Ein sogenanntes ‚Nixentäschchen‘, wie der Volksmund die Eikapseln des Kleingefleckten oder auch Kleinen Katzenhais auch bezeichnet.“
Der Kleine Katzenhai ist der kleinste seiner Art in der Nordsee, er wird gerade mal 60 bis 100 Zentimeter lang. Normalerweise würden die Eier paarweise oder in Gruppen an harte Gegenstände oder auch Unterwasserpflanzen sowie Seetang geheftet und bräuchten 8 bis 9 Monate, bis die Junghaie ausschlüpfen.
Frau findet Haifischei an Nordsee-Strand: „Auf alle Fälle ein schöner Fund“
Dann und wann lösen sich die Eier aber auch mal und werden an den Strand gespült. Gar kein besonderer Fund also? Immerhin, so ein Mitglied der Sylt-Facebook-Gruppe: „Ich kenne sie eigentlich nur getrocknet, dann sehen sie schwarz aus.“ Und: „Auf alle Fälle ein schöner Fund. Hab in 30 Jahren vielleicht 2 solche gefunden.“
Auch darauf weiß Experte Carsten Pusch eine Antwort: „Am Strand werden immer wieder die zirka sechs Zentimeter langen und bis zu Zentimeter breiten Eikapseln angespült.“ Anfangs seien diese durchsichtig und hellbraun, später sehr dunkel werdend. „Nicht zu verwechseln mit den schwarz, ledrig werdenden Eikapseln zum Beispiels des Nagelrochens, dem fehlen diese gekräuselten Fäden an den Ecken der Kapseln“, so Pusch.
Funde von Eikapseln am Strand seien somit nicht häufig, aber regelmäßig. Pusch: „Nicht ungewöhnlich, habe ich auch schon mehrfach gefunden.“ Kein Wunder: Pro Jahr würde ein Weibchen 40 bis 100 Eier legen, das sei für einen Hai recht viel.
Spaziergängerin macht Gruselfund an Nordsee: „Auch noch nicht gehabt“
Rubriklistenbild: © Jonas Walzberg/dpa & blickwinkel/imago


