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Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig ist Box-Fan und joggt mit Amy
Veranstaltungen, Begegnungen, Gespräche und ein Minimum an Freizeit: Axel Knoerig, seit 15 Jahren CDU-Bundestagsabgeordneter, ist der Wahlkampfmodus vertraut – ebenso seiner Frau und seinem 23-jährigen Sohn. Der 57-Jährige schmunzelt: „Das haben wir in all den Jahren gut gemeistert.“ In diesen Phasen hat er seinen Sport-Rucksack immer dabei und nutzt jede freie Minute für Laufen und Kraftsport: „Das macht den Kopf frei“, sagt der Abgeordnete, der mit seiner Familie in Kirchdorf lebt.
Dort kann man ihn mit der Labrador-Hündin Amy durchaus durch die Kirchdorfer Heide joggen sehen – seine ganz persönliche Strategie gegen Stress. Außerdem betreibt er seit 2020 gemeinsam mit seinem Vater und einem guten Freund eine Hobby-Imkerei. Sie kümmern sich um mehrere Bienenvölker in der Region Sulingen.
Dass Axel Knoerig ab und an die Boxhandschuhe überstreift, hat einen guten Grund: 15 Jahre war er Amateurboxer. „Wie im Boxen gilt auch in der Politik: Man kämpft Runde für Runde, um möglichst viele Treffer zu erzielen“, hatte der 57-Jährige schon während seiner erneuten Nominierung zum Bundestagskandidaten betont, bei der er im August 127 von 130 Stimmen erhalten hatte (wir berichteten). Wie seit 15 Jahren als einziger Kandidat, versteht sich.
Das war vor 20 Jahren noch anders gewesen: Sage und schreibe 13 Kandidaten bewarben sich damals um die CDU-Bundestagskandidatur. In einer Ur-Wahl („Sie ist in unserer Satzung fest verankert“) setzte sich Axel Knoerig damals durch. Das Wahlergebnis reichte für ein Mandat in Berlin noch nicht. Aber vier Jahre später holte der damals 42-Jährige den Wahlkreis Diepholz-Nienburg I direkt, nachdem er sich bei der Kandidaten-Nominierung erneut durchgesetzt hatte – diesmal gegen drei Mitbewerber.
Nun setzt Knoerig alles daran, den Wahlkreis Diepholz-Nienburg I am 23. Februar wieder direkt zu gewinnen. Denn mit dem Listenplatz 18 fühlt er sich nicht gut abgesichert. „In keiner Weise“, betont er. Seine Strategie für einen Wahlsieg ist gute Vorbereitung. Dazu gehören vor allem Themenveranstaltungen zu Problemen, die Menschen in ihrem Alltag immer wieder erleben. Mit den Apothekern hat er sich getroffen, die Mobilität im ländlichen Raum reflektiert, sich mit Vertretern der Wirtschaft an einen Tisch gesetzt sowie viele andere Bereiche aufgegriffen und mit Betroffenen diskutiert.
Kanzler-Wahl verfolgt
Axel Knoerig weiß, wie der sprichwörtliche alte Hase läuft. Er ist im besten Sinne des Wortes selbst einer, weil seit nunmehr viereinhalb Jahrzehnten politisch engagiert. Wie ist er überhaupt zu ihr gekommen? „Durch einen Krankenhausaufenthalt“, antwortet der Bundestagsabgeordnete schmunzelnd. Als 15-Jähriger habe er sich beim Weitsprung den Oberschenkel mehrfach gebrochen, verrät er. Im Krankenhaus habe er Fernsehen geschaut: „Es gab ja nur drei Programme...“ Also verfolgte er die Übertragung, in der Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt wurde.
Ein Schlüsselerlebnis: 1983 tritt der gebürtige Bassumer in die Junge Union ein, wird mit 19 Jahren in den Rat seiner Heimatstadt gewählt und fünf Jahre später in den Kreistag. An eine berufliche politische Karriere ist damals noch nicht zu denken. Nach dem Abitur in Syke studiert Axel Knoerig Politik mit Schwerpunkt Kommunal- und Verwaltungswirtschaft, wählt für seine Abschlussarbeit das Thema „Die niedersächsische Kommunalverfassung im Streit zwischen Ein- und Zweigleisigkeit“.
Was empfindet er heute als besser? „Eine hauptamtliche Verwaltung“, antwortet Axel Knoerig – was die Rückkehr zum ehrenamtlichen Landrat oder Bürgermeister bedeuten würde, wie vor einem Vierteljahrhundert noch Praxis. „Diese Arbeitsteilung war besser“, sagt der Bundestagsabgeordnete, „aber da hat es auch schon mal geknirscht, wenn man nicht gut miteinander konnte“.
Nach dem Studium ist er als Referent und Projektmanager und später als Marketingfachmann bei der Telekom in Berlin tätig – betreut unter anderem 150 Kommunen im Vertriebsmarketing und hat schon 1986 einen Homeoffice-Arbeitsplatz. Damals heißt das noch Telearbeitsplatz. „Die Zeit war noch nicht reif“, blickt der 57-Jährige auf die Tatsache, dass die Telearbeit damals wieder in der Versenkung verschwand – bis Corona kam.
Mehr berichtet der CDU-Bundestagsabgeordnete im Gespräch mit Verleger Reinald Schröder.
Bleibt die abschließende Frage: Was kann der Bundestagsabgeordnete nur schwer ertragen? Da muss Knoerig nicht lange überlegen: „Wenn Personen zu viel reden und nicht zuhören können.“
Die Kandidaten ganz persönlich
In unserer Reihe „Die Kandidaten ganz persönlich“ stellen wir die Bewerber für den Bundestag im Wahlkreis Diepholz-Nienburg I vor. Was hat sie zur Politik gebracht und wie gestalten sie ihre Freizeit? Welche Hobbys haben sie? Heute präsentieren wir das Porträt des CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig. Dessen Lieblingsspeise sind übrigens Kartoffelpuffer mit Apfelmus – natürlich selbst gemacht.
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