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Ja zu Katar? Hier gibts Public-Viewing zur WM 2022 in Bremen und Niedersachsen

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Fans verfolgen im Jahr 2016 beim Public Viewing in der Commerzbank-Arena ein Länderspiel. In diesem Jahr rechnen die Veranstalter mit weniger Zulauf.
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Fanmeilen und Public-Viewing waren bei vergangenen Fußball-Weltmeisterschaften kaum wegzudenken. Diesmal wird es nur an wenigen Orten angeboten.

Bremen/Hannover – In vielen Städten in Niedersachsen und Bremen wird es zur Fußball-WM 2022, die im November und Dezember 2022 stattfindet, im Winter voraussichtlich keine großen Public-Viewing-Veranstaltungen geben. Es habe in Hannover „zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Planungen“ für ein städtisches Public-Viewing gegeben, sagte der Sprecher der Stadt, Udo Möller, laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Auch genehmigungspflichtige Anträge privater Veranstalter lägen nicht vor. „Wir rechnen damit auch nicht“, sagte er. Auch in Bremen sei derzeit keine Veranstaltung im Stadtgebiet geplant, sagte Maike Bialek, Sprecherin für Marketing und Tourismus bei der Wirtschaftsförderung Bremen. Einen Grund nannte sie nicht.

Hier gibts Public-Viewing zur WM in Katar in Bremen

Am 20. November 2022 beginnt die Fußball-WM in Katar. Erstmals wird eine Endrunde im Winter ausgespielt, was bei vielen Menschen für Unmut sorgt. Vor allem aber steht WM-Ausrichter Katar wegen Menschenrechtsverstößen und des Umgangs mit Arbeiterinnen und Arbeitern aus anderen Ländern schon lange in der Kritik. In der Vergangenheit war es auch zu tödlichen Unfällen auf den WM-Baustellen gekommen. Die Regierung des Emirats wies Teile der Kritik zurück.

Ein paar Kneipen in Bremen hatten bereits angekündigt, auf eine Übertragung der Fußball-WM in ihren Räumlichkeiten aus Protest zu verzichten. „Es gibt zwei, drei Kneipen, die das nicht tun“, sagte Thorsten Lieder, Geschäftsführer der Bremer Gastro-Gemeinschaft. Nach zwei Jahren Corona und hohen Energiekosten seien manche Kneipen aber auch froh über jede Art von Umsatz. Deshalb spreche die Vereinigung ihren Mitgliedern keine Empfehlung aus, wie sie mit der WM umzugehen haben. „Es ist die wirtschaftliche Entscheidung eines jeden einzelnen Betriebs“, so Lieder.

Hier findet Public-Viewing zur WM in Katar in Niedersachsen statt

Auch Renate Mitulla, ihres Zeichens Geschäftsführerin im Landesverband Niedersachsen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), erwartet keine Public-Viewing-Veranstaltungen „in großem Stil“, zumal die Corona-Infektionszahlen stiegen. Gastronomen, die solche Veranstaltungen schon immer angeboten hätten, dürften es aber auf Wunsch der Gäste wohl wieder tun – und „aufgrund der wirtschaftlichen Lage wird sich kein Gastronom verweigern“, sagte sie der dpa.

In keiner Weise mit unseren Werten vertretbar“

Citymanagement-Bereichsleiter Frank Hitzschke zu den Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Fußball-WM in Katar 

In Osnabrück sei kein großes Public-Viewing geplant, erklärte Diana Riepenhoff von der Marketing Osnabrück GmbH. Allerdings sei es denkbar, dass Gastronomen einige Spiele zeigen werden. Auch in Braunschweig sei keine Public-Viewing-Veranstaltung bekannt, verrät Stephanie Horn vom Braunschweig Stadtmarketing. In Wolfsburg dagegen sei auf dem Weihnachtsmarkt ein Public-Viewing zu den Spielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Planung, sagte Citymanagement-Bereichsleiter Frank Hitzschke.

Die Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Fußball-WM in Katar seien laut Hitzke „in keiner Weise mit unseren Werten vertretbar“: „Dennoch sehen wir einerseits ein großes Interesse der Zuschauerinnen und Zuschauer und sollten andererseits auch an die Sportler denken, die nicht in die Entscheidungen für den Austragungsort involviert sind und die Unterstützung der Fans verdient haben.“

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