VonEberhard Jansenschließen
Wenn man als Radfahrer den Atem eines Wolfes spüren kann, steht fest: Das Tier war sehr nah. Diese Erfahrung hat der Diepholzer Stephan Schumacher gemacht.
Drebber / Diepholz – Schock auf dem Heimweg: Eine nächtliche Begegnung mit zwei Wölfen hatte der Diepholzer Stephan Schumacher, als er am späten Freitagabend mit seinem E-Bike auf der schmalen Straße Im Poggenfleth von Drebber in Richtung Diepholz – nahe der Heeder Ortsgrenze – fuhr. Eines der Tiere kam ihm dabei sogar sehr nahe. „Ich habe den Atem des Wolfes an meinem linken Knie gespürt“, berichtet der 64-Jährige der Mediengruppe Kreiszeitung. Aus dieser Begegnung zieht Schumacher für sich eine Konsequenz: „Nie wieder fahre ich zu so einer Tageszeit so einsame Wege.“
Gegen 22.15 Uhr habe er Im Poggenfleth im Lampenlicht seines Zweirades einen Hasen gesehen, der in Panik auf ihn zugelaufen kam. Der Grund war Stephan Schumacher Sekunden später klar: Der Hase wurde von zwei Wölfen verfolgt. Als der erste Wolf an ihm vorbeigelaufen war, habe er den zweiten entdeckt, der ebenfalls hechelnd den Hasen verfolgte, berichtet Schumacher. Dieser Wolf sei nur etwa einen halben Meter entfernt von ihm gewesen, so der E-Bike-Fahrer: „Ich konnte den Atem des Wolfes an meinem linken Knie spüren.“ Das Tier habe sich sogar kurz zu ihm umgedreht, als es auf Höhe des Zweirades war. „Ich dachte, jetzt beißt er zu“, ist Schumacher am Montag noch etwas geschockt.
Dass es zwei Wölfe und keine großen Hunde waren, kann der Diepholzer beurteilen: Der 64-Jährige ist erfahrener Jäger und hat auch in anderen Gegenden schon Wölfe in freier Wildbahn gesehen. Allerdings kamen diese dem Jäger bei weitem nicht so nahe wie am vergangenen Wochenende.
Der Wolf hat sich kurz zu mir umgedreht, als er auf meiner Höhe war. Ich dachte, jetzt beißt er zu. Nie wieder fahre ich zu so einer Tageszeit so einsame Wege.
Schumacher vermutet, dass die beiden Wölfe in der selben Nacht auch das Kalb auf einer Weide hinter dem nicht weit entfernten Rittergut Falkenhardt gerissen haben (wir berichteten). Stephan Schumachers Erklärung dazu: „Ein Hase ist für zwei Wölfe ja nur so etwas wie eine Vorspeise.“
Stefan Schumacher kam am Freitagabend von einem Jägertreffen in Drebber und war auf dem Heimweg nach Diepholz. Der E-Bike-Fahrer hat das Erlebte mittlerweile verarbeitet und macht am Montag schon einen Witz über seine plötzliche Begegnung mit den Wölfen: „Da bekam für mich der Ausdruck ,Essen auf Rädern‘ eine ganz neue Bedeutung.“

