VonFabian Raddatzschließen
In vielen Familien steht an den Feiertagen traditionell ein Gänsebraten auf dem Speiseplan. Doch das dürfte in diesem Jahr teurer werden als bisher.
Oldenburg – Verbraucher müssen in diesem Jahr mit einem deutlich knapperen Angebot an Martins- und Weihnachtsgänse und damit mit höheren Preisen rechnen. „Das Angebot an Weihnachtsgänsen hält sich in Grenzen, da das Geflügelpestgeschehen in Niedersachsen viele Gänseerzeuger sehr verunsichert hat“, sagte eine Sprecherin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg.
Wegen der Tierseuche mussten viele Elterntiere in Niedersachsen und in Ostdeutschland gekeult werden. Der Krisenfall wurde ausgerufen. Die Gänsemäster spüren zudem die hohen Futterkosten, die ebenfalls die Preise für Gänse verteuern. Die Erzeuger machen sich laut Kammer Sorgen, wegen der gestiegenen Preise ihre Tiere in gewohnter Weise absetzen zu können. Die Kundinnen und Kunden könnten angesichts der hohen Preise für heimische Frischware eher zu Tiefkühlwahre oder günstigerer Frischware aus Osteuropa greifen, hieß es.
Geflügelpest lässt in diesem Jahr den Gänsebraten teurer werden: Bis zu 35 Prozent mehr
Allein in diesem Sommer seien in Deutschland wegen der Geflügelpest 40.000 Gänse getötet worden, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft, Dieter Oltmann. In Niedersachsen seien davon 16.000 Tiere gekeult worden, im gesamten Jahr 2022 waren es jedoch Hunderttausende Tiere.
Experten zufolge dürfte die Festgans im Hofladen bis zu 35 Prozent teurer werden als im Vorjahr. Auch der Großhandel rufe drastisch gestiegene Preise auf. Nach Angaben des Bundesverbandes Bäuerliche Gänsehaltung (BBG) kommen ohnehin 80 Prozent der in Deutschland verkauften Gänse aus Polen und Ungarn. Bei frischen Gänsen aus Deutschland sei in diesem Jahr mit Kilopreisen zwischen 17 und 20 Euro zu rechnen, sagte BBG-Vorsitzender Lorenz Eskildsen.
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