VonLia Stoikeschließen
Nahe Hannover wurde ein zerstückelter Wolf gefunden. Mehrere Tierschutzvereine haben eine Belohnung für Hinweise zum Täter ausgerufen.
Update von Mittwoch, 19. Juli 2023, 11:45 Uhr: 40.000 Euro sind mittlerweile in Summe als Belohnung ausgesetzt worden. Gesucht werden Hinweise, die den Wolfshasser stellen. Das teilt der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mit. Der Freundeskreis freilebender Wölfe, die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW) und der Verein Wolfsschutz-Deutschland haben jeweils Belohnungen von bis zu 15.000 Euro in Aussicht gestellt.
Update vom Montag, 17. Juli 2023, 9 Uhr: Hannover – Die Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des Wolfhassers führen, wurde noch einmal erhöht: Zusätzlich zu den 15.000 Euro, die vom Freundeskreis freilebender Wölfe und den 5000 Euro, die von der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW) ausgelobt wurden, hat nun ein dritter Tierschutzverein nochmal 15.000 Euro hinzu gesteuert.
Die Vorsitzende des Vereins Wolfsschutz-Deutschland, Brigitte Sommer, appellierte am Sonntag an Mitwisser und mögliche Hinweis-Geber: „Reden Sie, denn diese Taten übersteigen alle Grenzen!“
Zudem kritisierte der Verein auf seiner Internetseite die Polizei: „Wir denken darüber nach, einen Privatdetektiv mit einzuschalten, weil wir polizeilichen Ermittlungen, die bundesweit kaum ein Ergebnis von illegalen Tötungen gebracht haben, allmählich misstrauen.“ So habe man den Eindruck, „dass nicht wirklich ernsthaft in den Kreisen ermittelt wird, die jederzeit über Waffen verfügen“.
Passanten hatten am Samstag, 8. Juli, einen blauen Plastiksack an einer Böschung im Mittellandkanal in Sehnde (Region Hannover) gefunden. Darin befand sich der kopflose Kadaver eines Wolfes. Einen Tag später wurde der Kopf in einem weiteren Sack an derselben Stelle gefunden.
Der Kadaver wies Einschusslöcher auf.
Zerstückelter Wolf: 15.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt
Update vom Sonntag, 16. Juli 2023, 15:16 Uhr: Hannover – Führen Hinweise zum möglichen Täter, setzen jetzt zwei Tierschutz-Vereine eine Belohnung in einer Gesamthöhe von 15.000 Euro aus. Das teilt der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mit. Zum einen möchte der Freundeskreis freilebender Wölfe 10.000 Euro zahlen. Zudem hat nach Angaben der Tierschützer der Verein Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW) die Summe um 5.000 Euro erweitert.
Erstmeldung vom Donnerstag, 13. Juli 2023, 17:20 Uhr: Hannover – Es ist früher Abend als ein blauer Müllsack am vergangenen Sonnabend, 8. Juli 2023, im Wasser des Mittellandkanals treibt. Spaziergänger werden an einer Böschung auf das seltsame Treibgut aufmerksam und alarmieren die Polizei. Diese macht beim Öffnen eine schreckliche Entdeckung. Im blauen Müllsack liegt ein Tierkadaver. Kopf und Schwanz fehlen. Ein Wolfsberater wird hinzugezogen, der bestätigt: Es handelt sich bei dem Tier um einen toten Wolf. So wird der Vorfall von der Polizei Hannover in einer Pressemitteilung beschrieben.
Grausamer Fund im Mittellandkanal: Passanten entdecken Wolf-Kadaver bei Hannover
„Nach bisherigen Erkenntnissen des Polizeikommissariats Lehrte wurden zwei Spaziergänger am Samstag gegen 17.30 Uhr auf einen blauen Müllsack aufmerksam“, heißt es in der Pressemitteilung. Dieser trieb im Mittellandkanal, nahe der Ortschaft Haimar bei Sehnde. Der zuständige Wolfsberater stellte die Überreste des Tiers sicher. Auf den grausamen Fund des Wolfskadavers, dem Unbekannte sowohl Kopf als auch Schwanz abgetrennt haben, sollte einen Tag später aber noch ein weiterer folgen.
Weiterer Müllsack im Mittelland Kanal bei Hannover: Darin Wolfskopf und -schwanz
Erneut klingelte am Sonntagabend, gegen 19 Uhr, das Telefon der Polizeistelle Lehrte. Passanten entdeckten einen weiteren blauen Müllsack, der an einer ähnlichen Stelle des Kanals im Wasser trieb. Die Beamten fanden den Kopf und Schwanz eines mutmaßlichen Wolfs. Ein erneut herbeigerufener Wolfsberater bestätigte dies und nahm die Überreste mit. Erste Erkenntnisse zeigen: Der Wolf wurde nicht nur zerstückelt, sondern wies auch Einschusslöcher auf.
„Zur genaueren Untersuchung werden die Überreste nun extern untersucht“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, dass die Kadaver-Teile in Berlin untersucht werden. Experten sollen indessen analysieren, wodurch der Wolf zu Tode kam. Die Polizei habe Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Bundesumweltgesetz aufgenommen. Ein Tatverdächtiger konnte bislang nicht ermittelt werden.
Hass gegen Wolf in Niedersachsen nimmt zu? Nicht der erste Kadaver ohne Kopf
Es scheint, als würde der Hass gegen Wölfe in Niedersachsen verstärkt zunehmen – mit dramatischen Folgen für das Wildtier. Erst Ende März und im April waren im Landkreis Gifhorn ein abgetrennter Wolfskopf sowie ein getöteter Wolf ohne Kopf gefunden worden. Ob ein Zusammenhang mit dem Fund in Sehnde besteht, ist noch unklar. Dies werde im Lauf der Ermittlungen geprüft, sagte der Polizeisprecher gegenüber der dpa.
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