Natur-Katastrophe

Hochwasser-Ticker für den Norden: Evakuierte dürfen zurück in ihre Häuser

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Noch immer hat das Hochwasser weite Teile Niedersachsens im Griff. Die neuesten Entwicklungen lesen Sie hier in diesem Live-Ticker.

Update, Sonntag, 7. Januar, 12 Uhr: Lilienthal – Knapp 100 Bewohner von Lilienthal bei Bremen dürfen nach tagelanger Evakuierung wegen Hochwassers am Sonntagnachmittag in ihre Häuser zurückkehren. Das Betretungs- und Aufenthaltsverbot um den Bereich Stadskanaal werde um 15.00 Uhr aufgehoben, teilte die Gemeinde mit.

Um 15.00 werde wieder der Strom aufgeschaltet. „Damit können nun alle Lilienthaler Wohnungen wieder beheizt werden, bevor die mehrtägige Frostperiode größeren Schaden an der Bausubstanz anrichten kann“ , sagte Bürgermeister Kim Fürwentsches (Grüne). Die Bewohner hatten laut einer Gemeindesprecherin seit dem 28. Dezember ihre Häuser und Wohnungen nicht mehr betreten dürfen.

Hochwasser-Ticker für den Norden: Lage laut Ministerium regional weiter angespannt

Update, Sonntag, 7. Januar, 11 Uhr: Hannover – Die Hochwassersituation bleibt in vielen Regionen Niedersachsens weiterhin angespannt. Von landesweit 97 Pegeln hätten immer noch 23 die höchste Meldestufe erreicht beziehungsweise überschritten, sagte Oliver Rickwärtz, Sprecher des Innenministeriums in Hannover, am Sonntag. Die Pegelstände seien meist unverändert. Örtlich sinken sie dem Sprecher zufolge leicht, allerdings laufe der Abfluss langsam, und das Wasser drücke immer noch auf die Deiche. „Wir brauchen Durchhaltekraft“, sagte der Sprecher.

Ehrenamtliche Einsatzkräfte kontrollieren in einem Wohngebiet das Abpumpen von Wasser.

Immer noch sind laut Innenministerium zwischen Harz und Nordsee Tausende Helfer in den Hochwassergebieten im Einsatz. Im Süden Niedersachsens würden örtlich auch schon wieder Sandsäcke eingesammelt und abtransportiert, berichtete Rickwärtz. Positiv sei, dass für die kommenden Tage nicht so viele Niederschläge erwartet werden.

Aktuell haben wir keinen Bedarf an Unterstützung durch die Bundeswehr.

Sprecher Innenministerium Niedersachsen

In den vom Hochwasser besonders betroffenen Landkreisen Celle, Oldenburg, Emsland, Osterholz, Heidekreis und Verden sowie in der Stadt Oldenburg gilt nach wie vor ein „außergewöhnliches Ereignis“. Dadurch können die Kommunen unter anderem einfacher auf Hilfskräfte zugreifen. Ein Katastrophenfall wurde bislang in keiner niedersächsischen Region ausgerufen.

„Aktuell haben wir keinen Bedarf an Unterstützung durch die Bundeswehr, wir haben genug eigene Kräfte“, sagte der Ministeriumssprecher. Die Bundeswehr hatte sich am Freitag auf einen möglichen Einsatz vorbereitet und dafür Kräfte der 1. Panzerdivision in Bereitschaft versetzt.

Hochwasser-Ticker für den Norden: Lage laut Ministerium regional weiter angespannt

Update, 16:30 Uhr: Meppen – Die Pegelstände der Flüsse Ems und Hase im vom Hochwasser bedrohten Meppen im Emsland sind am Samstag etwa gleich geblieben oder nur etwas gestiegen. Die Lage sei damit weiterhin stabil, teilte die Stadt mit. Die Wettervorhersage für die kommenden Tage stimmt die Einsatzkräfte demnach vorsichtig positiv. Der Regen soll laut der Prognose nachlassen. „Sollte sich dies bewahrheiten, spielt uns das Wetter zwar in die Karten, Entwarnung können wir allerdings noch keine geben“, sagte der Erste Stadtrat Matthias Funke.

Die Wasserstände seien weiter auf einem hohen Niveau und sollten Prognosen zufolge im Verlauf der nächsten Woche wohl nur langsam fallen. „Von daher bleiben wir mit Blick auf die weitere Entwicklung weiter vorsichtig positiv gestimmt“, sagte Funke.

Meppen liegt an Ems und Hase und war von dem Hochwasser in den vergangenen Tagen besonders betroffen. Mehrfach mussten Menschen aus Autos und Häusern gerettet werden. Zudem wurden in den vergangenen Tagen unter anderem ein Campingplatz und ein Seniorenheim evakuiert.

Hochwasser-Ticker für den Norden: Bovenschulte besucht Überschwemmungsgebiete

Update, 14 Uhr: Bremen – Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte hat Anwohnerinnen und Anwohnern in den vom Hochwasser betroffenen Ortsteilen Timmersloh und Borgfeld bei einem Besuch Hilfe zugesichert. „Dort, wo eine akute Notlage besteht, werden wir die Geschädigten nicht alleine lassen und ihnen mit einer Soforthilfe unter die Arme greifen“, sagte der SPD-Politiker in einem Statement. Wie genau diese aussehen soll, blieb zunächst offen. Für die Modalitäten stehe Bremen in einem engen Austausch mit Niedersachsen, sagte Bovenschulte. Denn angrenzend an Bremen stehen auch viele Flächen im Nachbarbundesland unter Wasser.

Um sich ein Bild der Lage zu machen, reiste Bremens Bürgermeister in die Überschwemmungsgebiete und sprach mit Betroffenen.

„Welche Hilfe darüber hinaus notwendig ist, wird sich zeigen, wenn das Wasser weg ist und die Schäden an Straßen, Gebäuden und landwirtschaftlichen Betrieben sichtbar sind“, sagte Bovenschulte weiter. Der Regierungschef kam am Samstag in die Ortsteile um sich einen Überblick von den Überschwemmungen zu verschaffen. Dabei sprach er laut einem Senatssprecher mit betroffenen Anwohnern, Landwirten und auch mit Einsatzkräften.

Zuvor hatte der Bremer Senat am Freitag angekündigt, mit kostenlosen Bautrocknern und einem Pump-Service der Feuerwehr in den Hochwassergebieten zu helfen, um Keller und Wohnungen zu trocknen. Beispielsweise soll die Bremer Feuerwehr nach dem Ende der Hochwasserlage Betroffenen anbieten, vollgelaufene Keller auszupumpen.

Hochwasser-Ticker für den Norden: Frost und Schnee in Flutgebieten erwartet

Update, 6. Januar, 12:30 Uhr: In den Hochwassergebieten in Niedersachsen und Bremen wird es merklich kälter und frostiger. Gerade im Norden Niedersachsens, wo sich auch die vom Hochwasser besonders stark betroffenen Gebiete Oldenburg, Emsland und Osterholz befinden, kann es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag immer wieder leichten Schneefall geben. Weiter südlich gibt es Regen und Sprühregen. Es bleibt den ganzen Tag über bedeckt, bei Höchstwerten um die Null Grad im Wendland und sechs Grad in Göttingen. Nachts kühlt es landesweit ab, bei Temperaturen zwischen Minus einem und Minus fünf Grad.

Der Sonntag startet besonders im Südosten Niedersachsens dicht bewölkt. Stellenweise kann es leichten Schneefall geben, in den meisten Regionen bleibt es allerdings trocken. Die Temperaturen liegen tagsüber zwischen Minus zwei und null Grad, auf den Inseln bei zwei Grad. Nachts kühlt es an der Küste auf bis zu Minus zwei Grad ab, im Landesinneren werden Tiefstwerte von bis zu Minus sechs Grad erreicht. Zum Start der neuen Woche wechseln sich Sonne und Wolken immer wieder ab und es wird überall Dauerfrost bei Temperaturen zwischen Minus einem und Minus vier Grad erwartet.

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze/dpa

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