Teures Parken

Paris stimmt für dreimal höhere SUV-Parkgebühren – Hannover will nachziehen

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Das Parken mit SUV wird in Paris teuer. Ein Oberbürgermeister will sich ein Beispiel daran nehmen – und lässt rechtliche Möglichkeiten prüfen.

Hannover – Parken mit großen Wagen wird in der französischen Hauptstadt bald teuer. Bei einer Bürgerbefragung in Paris stimmte eine knappe Mehrheit für eine deutliche Erhöhung der Parkgebühren für sogenannte Sportgeländewagen (SUV) von Besuchern – der Preis soll ab dem 1. September 2024 verdreifacht werden. „Die Pariser sind die Avantgarde einer Bewegung, viele Städte werden sicher nachziehen“, sagte Bürgermeisterin Anne Hidalgo nach dem Entscheid. Und damit scheint sie recht zu haben – denn auch die Stadt Hannover sympathisiert mit gestaffelten Preisen, die sich an der Wagenlänge orientieren.

Hannovers Oberbürgermeister will auch teureres SUV-Parken – „Sympathien für Preisstaffelung“

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) betrachtet die aktuelle Entwicklung kritisch: „Der Trend zu immer mehr und immer größeren und schwereren Autos hält an“, sagte er dem Tagesspiegel noch vor dem Ergebnis des Pariser Entscheids. „Ich habe deshalb große Sympathien für eine Preisstaffelung der Parkgebühren nach Länge der Fahrzeuge.“

Höhere Parkgebühren seien ein Weg, um die die Dominanz von raumgreifenden Autos in der Stadt zu brechen. „Der Volksentscheid zeigt einmal mehr, dass die Debatte um den knappen öffentlichen Raum und eine angemessenere Bepreisung fürs Parken geführt werden muss“, sagte er. Das sei eine Herausforderung für alle Großstädte in Europa. Onay war gespannt auf das Ergebnis – nun kann er sich freuen.

Das Parken mit schweren Autos könnte auch in Hannover künftig teuer werden. (Symbolbild)

SUV-Parkgebühren: Verkehrsplanungsbüro in Hannover soll Vorschläge liefern

Die in Paris geplanten Maßnahmen könne man in Hannover natürlich nicht ohne weiteres übernehmen, sagte Onay dem NDR. Ein Verkehrsplanungsbüro soll Vorschläge zu einer gesetzeskonformen Klassifizierung von Fahrzeugen machen. Man wolle prüfen lassen, welche Bepreisung rechtssicher ist, besonders die Preise für Anwohnerparken. Der Hintergrund: Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hatte eine Gebührensatzung für Anwohnerparken in der Stadt Freiburg für ungültig erklärt – wegen eines Rechtsfehlers.

„Größenwahn muss Einhalt geboten werden“: Forderungen nach höheren Parkgebühren

Eine Stunde Parken wird im Pariser Zentrum bald 18 Euro statt sechs Euro kosten – und sechs Stunden Parken wird künftig 225 Euro kosten. Den Sondertarif für SUV in Paris sollen ausschließlich Besucher bezahlen. Anwohner sollen ebenso ausgenommen werden wie Handwerker und Pflegedienste. Greifen soll der Tarif für Verbrenner- und Hybridmodelle mit einem Gewicht ab 1,6 Tonnen und Elektromodelle ab zwei Tonnen Gewicht. Für private Parkhäuser gilt die Regelung nicht.

Für eine drastische Preiserhöhung in Deutschland bräuchte es eine Reform und ein Kompromiss von Bundes- und Landesebene. Besonders aus der Kommunalpolitik kommen die Forderungen. Auch der Deutsche Umwelthilfe (DUH) unterstützt, das Parken für schwere Autos teurer zu machen. „Diese Monster-SUV blockieren zunehmend Gehwege und Grünflächen und gefährden Menschen, die zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs sind. Dem Größenwahn bei SUV muss Einhalt geboten werden“, sagte der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch dem NDR. Eine Anpassung der Parkkosten für schwere Autos könnte es in Hannover künftig geben. (dpa/hk)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

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