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Das Restaurant „Ebbe&Flut“ auf Norderney hat gerade eröffnet, schon hagelt es Kritik unzufriedener Nordsee-Urlauber. Ist diese berechtigt?
Niedersachsen/Norderney – Eine Nordsee-Urlauberin ist entsetzt: Mit ihrer Tochter (2) und ihrem Mann besuchte sie im September das Restaurant „Ebbe&Flut“. Doch der vermeintlich schöne Abend auf der ostfriesischen Insel Norderney verwandelte sich alsbald in eine herbe Enttäuschung. „Der Umgang mit unserem Kind war wirklich toll, leider war es dann auch schon“, schreibt die Urlauberin, mit Vornamen Natascha, in einer Gruppe auf Facebook (Rechtschreibung im Zitat korrigiert). Schon bei der Vorspeise begann das Desaster.
Norderney-Urlauber entsetzt über Speisen in Ebbe&Flut – „Kam leider das falsche Gericht.“
Es „kam leider das falsche Gericht“. Die Bedienung des Restaurants entgegnete auf den entsprechenden Hinweis „das haben Sie aber bestellt“. So war die Familie gezwungen, noch einmal zu bestellen. „Siehe da, als diese kam, wurde eingestanden, dass zuvor die Falsche geliefert worden war.“ Eine Erleichterung für die Familie, denn so musste sie nicht doppelt zahlen. „Was ich wirklich gut fand.“
Service im Ebbe&Flut Norderney in der Kritik – Urlauber bestellten eigentlich was anderes
Doch der rote Faden der Enttäuschung zog sich weiter. Bei der Hauptspeise bestellten Natascha und ihr Mann zwei verschiedene Schweinefilet-Gerichte, so die Urlauberin. Die Roulade, die ihr Mann eigentlich bevorzugt hätte, war im Ebbe&Flut nicht mehr verfügbar. „Leider...“, so die Urlauberin. Aber damit nicht genug. Stattdessen orderte ihr Mann ein Filet. „Mein Mann wollte das Filet durch, nicht rosa.“ Die Aussage von der Service-Kraft des Restaurants lautete „Das ist immer durch.“
Sie selbst bestellte als Beilage eine Folienkartoffel mit Sauce hollandaise. „Was kam, waren Bratkartoffeln und keine Sauce.“ Aber auch die Erwartungshaltung der Dame in puncto Filet wurde enttäuscht: „Das Filet war so tot, toter geht nicht. So hab ich nur das Gemüse und die Folienkartoffel gegessen, welche mit Trockenkräutern garniert war.“ Als sie beim Bezahlen der Bedienung des Norderneyer Restaurants einen entsprechenden Hinweis gab, dass das Filet zu trocken war, meinte der Kellner: „Ihr Mann wollte es doch so!“ Sie entgegnete: „Jaaa, aber ich nicht…“
Augenrollen und Achselzucken: Servicekraft enttäuscht Urlauber im Ebbe&Flut Norderney
Weiter reagierte er nur mit Augenrollen und Achselzucken. „Leider waren wir wohl nicht die Einzigen, die heute falsche oder unvollständige Gerichte bekommen haben.“ Eine Enttäuschung für die Gäste des Restaurants auf Norderney. „Super Schade, wir hatten uns wirklich viel mehr versprochen. Wirklich nett war der Inhaber, der super freundlich und mega lieb zu unserer kleinen Tochter war.“ Ob sich der Abend tatsächlich so zugetragen hat, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr nachvollzogen werden.
Kaum Anhaltspunkte zur Kritik der Norderney-Urlauber bei Google-Bewertungen – Insel-Ikone ordnet ein
Fakt ist aber, dass Online-Bewertungen ein vollkommen anderes Bild von dem Lokal vermitteln, als in der Beschreibung der Urlauberin. Das Gros beschreibt schöne Abende, leckeres Essen und freundlichen sowie kompetenten Service im „Ebbe&Flut“ Norderney. Fotos von Gerichten bestätigen zwar, dass getrocknete Kräuter zum Garnieren der Gerichte verwendet werden. Es kommen allerdings auch Sojasprossen, Zitronen oder Salat-Dekorationen auf den Teller. Von 41 Google-Bewertungen ist der Großteil positiv. So kommt das Restaurant im Schnitt auf vier Google-Sterne.
In den Kommentaren spiegelt sich dies ebenfalls wider. Unter den Stimmen ist auch Norderney-Ikone alias „Tante Jens“, der mit vollem Namen Jens Lager heißt. Er betreibt auf der Insel eine Kult-Bar mit Kabarett. „Das liest sich hier alles aber mehr nach einem chaotischen Service“, schreibt Lager in seinem Kommentar. Auch vermutet er ein Kommunikationsproblem zwischen Küche und Service, als schlechtes Essen. Man könne sagen, dass das schlechter Service sei, so Jens Lager.
Insel-Ikone zu enttäuschen Norderney-Urlaubern im Ebbe&Flut: „Selber Kochen ist immer noch am besten kochen“
„Ich bin mir sicher, dass, wenn man seine Kritik persönlich dem Chef gegenüber mitteilt, wo sie auch hingehört, dann wird man auch sicherlich daran arbeiten es abzustellen und es besser zu machen.“ Er habe es selbst erlebt, dass den Kellnern gegenüber Kritik geäußert werde, es mit einem Lächeln aufgenommen werde und gar nicht die Spitze des Restaurants erreiche. Lage fasst zusammen: „Nun denn, es ist ein gutbürgerliches Restaurant, die Küche wird sich sicherlich weiterentwickeln, wie woanders auch, und der Service – nun, da muss man mal auf den Tisch hauen als Chef!“ Sein Fazit: „Selber Kochen ist immer noch am besten Kochen!“
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