Tarifverhandlungen gescheitert

Post-Streik geht weiter: Jetzt trifft es den ländlichen Bereich von Bremen und Niedersachsen

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Verdi ruft zum ganztägigen Warnstreik bei der Deutschen Post auf. Sendungen werden mancherorts nicht zugestellt. Die Verhandlungen sind zäh, der Druck wächst. Diese Orte sind betroffen.

Update vom 6. Februar, 7:45 Uhr: Der Tarifstreit zwischen der Deutschen Post AG und der Gewerkschaft Verdi geht in die nächste Runde. Dabei erhöht Verdi noch einmal den Druck und ruft erneut zum Streik auf. Am Donnerstag (6. Februar) wird daher in einigen Regionen in Niedersachsen die Postzustellung eingestellt.

Verdi ruft am 6. Februar zu weiteren Warnstreiks bei der Post in Niedersachsen und Bremen auf. Diesmal sind kleinere Städte und ländliche Regionen betroffen. (Archivbild)

Dieses Mal werden allerdings kleinere Städte und der ländliche Bereich von Niedersachsen und Bremen betroffen sein, wie die Gewerkschaft in einer Mitteilung erklärt. An den vergangenen fünf Streiktagen waren vor allem die Beschäftigten in den großen Städten dazu aufgerufen worden, die Arbeit niederzulegen.

Weiterer Streiktag bei der Post am 6. Februar – diesmal vor allem im ländlichen Raum

In Hamburg wird am Donnerstag allerdings trotzdem gestreikt. In Niedersachsen und Bremen sind die Postzusteller in mehr als 80 Orten zum Streik aufgerufen. Briefe und auch Paketsendungen werden in diesen Regionen also mit Verspätung bei den Empfängern ankommen. Der Mitteilung zufolge sind Städte und Gemeinden in den Kreisen Osnabrück, Emsland, Oldenburg, Ostfriesland, Ammerland, Bremen, Bremerhaven, Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Göttingen betroffen.

„Die Beschäftigten erwarten in allen Bereichen mehr Wertschätzung für ihre Arbeit vom Arbeitgeber“, sagt Thomas Warner, Fachbereichsleiter für Postdienste in Niedersachsen-Bremen. „Wer zuverlässiges Personal an sich binden will, sollte insbesondere bei den Löhnen seine Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten zum Ausdruck bringen.“ An den Warnstreikmaßnahmen der bisherigen fünf Streiktage hätten sich mehr als 2.000 Beschäftigte beteiligt, teilt die Gewerkschaft mit.

Erstmeldung vom 29. Januar 2025: Niedersachsen/Bremen - Geduld ist gefragt für alle, die auf Postsendungen warten: Der Warnstreik bei der Post dauert weiter an. Bereits in den vergangenen Tagen legten die Zusteller der Deutschen Post und auch der DHL bundesweit ihre Arbeit nieder – und kündigten eigentlich einen eintägigen Warnstreik an. Dieser ist nun, an Tag drei, in der Verlängerung.

Am Donnerstag, 30. Januar, streikt die DHL in ausgewählten Paketzentren bundesweit. Betroffen seien auch die Bundesländer Niedersachsen und Bremen, teilt Verdi mit. Bestreikt werden demnach zwei Paketzentren in Bremen und eines in Hannover, außerdem Briefverteilzentren in Bremen, Oldenburg, Osnabrück, Hannover, Celle, Braunschweig und Göttingen.

Gewerkschaft Verdi meint es ernst – Niedersachsen und Bremen werden bestreikt

Warnstreiks bei der Deutschen Post hatten zuvor schon dazu geführt, dass Millionen Briefe und Hunderttausende Pakete verspätet beim Empfänger ankamen. Am Mittwoch, 29. Januar, waren die ländlichen Regionen in den Bundesländern, somit auch in Niedersachsen, betroffen. Stadtstaaten wie etwa Bremen wurden am Mittwoch nicht bestreikt, das Umland in Niedersachsen hingegen schon. Die Einwohner der Hansestadt sind nun, am Donnerstag, aber auch wieder betroffen. Diesmal trifft es die Paketsendungen.

Einige Briefkästen könnten in Niedersachsen leer bleiben. Der Grund ist ein Streik.

Post-Beschäftigte in großen und mittelgroßen Städten in allen Bundesländern waren am auch schon am Dienstag, 28. Januar, aufgerufen, ganztägig die Arbeit niederzulegen, wie Verdi in Berlin mitteilte – damit traf der Streik seitdem auch Niedersachsen und Bremen. Dies führte zu Verzögerungen und Ausfällen bei der Zustellung von Briefen und Paketen.

Zähe Verhandlungen gehen in die nächste Tarifrunde

Die Deutsche Post argumentiert in den Tarifverhandlungen, dass der Spielraum für Lohnerhöhungen „sehr gering“ sei, da die Briefmengen im digitalen Zeitalter abnehmen und der Investitionsbedarf hoch ist. Zu Beginn des Jahres stiegen die Kosten für den Briefversand im Durchschnitt um 10,5 Prozent, wodurch das Porto für einen Standardbrief nun 95 Cent beträgt, statt wie zuvor 85 Cent. Die Bundesnetzagentur hatte diese Portoerhöhung genehmigt, doch aus Sicht des Unternehmens war dies unzureichend, da es auf einen höheren Preisaufschlag gehofft hatte.

Die Gewerkschaft Verdi strebt eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent an und möchte zudem drei zusätzliche Urlaubstage durchsetzen. Mitglieder von Verdi sollen sogar von vier zusätzlichen freien Tagen profitieren. Laut Verdi sei diese zusätzliche Freizeit erforderlich, um die Belastung der Arbeitnehmer zu reduzieren.

In Niedersachsen und Bremen kommen in dieser Woche Post und Pakete später an. Grund dafür ist ein bisher dreitägiger Warnstreik. Verdi hatte nach gescheiterten Tarifverhandlungen dazu aufgerufen.

Verdi: „Wir meinen es ernst, und wir sind bereit, für unsere Forderungen zu kämpfen“

Verdi-Vize Andrea Kocsis erklärte, dass die zweite Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche keine greifbaren Ergebnisse gebracht habe. Die Ablehnung der Forderungen durch die Arbeitgeber sei „nicht akzeptabel“, betonte Kocsis gegenüber der dpa. „Nur mit deutlichen Lohnsteigerungen für die Beschäftigten lassen sich die noch immer hohen Lebenshaltungskosten bewältigen.“ Die Warnstreiks sollen eine klare Botschaft senden, so die Verdi-Vize: „Wir meinen es ernst, und wir sind bereit, für unsere Forderungen zu kämpfen.“

Im Brief- und Paketgeschäft der Deutschen Post sind rund 170.000 Tarifbeschäftigte im Inland tätig, und das Unternehmen ist Teil des Logistikkonzerns DHL. In Niedersachsen und Bremen sind Städte wie etwa Osnabrück, Hannover, Meppen, Lingen, Aurich, Emden, Braunschweig, Oldenburg, um nur einige zu nennen, betroffen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 12. und 13. Februar geplant. Bereits Anfang des Jahres kam es zu Streiks in Niedersachsen – genau wie zu Beginn des Jahres 2023, als auch da die Verdi zu Streiks aufrief.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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