In Scheeßel und Lauenbrück: Vorarbeiten für den „SuedLink“ starten

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Ganz in der Nähe der Vareler Heide und direkt neben der B 75 zwischen Scheeßel und Lauenbrück finden Vorarbeiten zu den Grabungen in Sachen „SuedLink“ statt.
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An der B 75 zwischen Scheeßel und Lauenbrück finden bauvorbereitende Maßnahmen in Sachen „SuedLink“ statt. Weitere Stromtrassen befinden sich in der Vorbereitung.

Lauenbrück – Wer die B 75 zwischen Scheeßel und Lauenbrück abfährt oder auch rund um die Vareler Heide wandert, wird die Baustellenschilder schon entdeckt haben: Die bauvorbereitenden Arbeiten in Sachen „SuedLink“ haben begonnen. Erste Erdhügel zieren die Felder, orange Hinweisschilder den Straßenrand. Hier wird gegraben und das ist erst der Anfang von zahlreichen weiteren Grabungsarbeiten.

Denn aktuell und in den kommenden Jahren entstehen diverse Strom- und Gasprojekte, die durchaus bundesweit von Bedeutung sind. Die Leitungen, die in diesem Zusammenhang gelegt werden, durchqueren den Landkreis Rotenburg und sie betreffen auch das Areal der Samtgemeinde Fintel. Vor allem an Helvesiek vorbei verlaufen die möglichen Flächen.

Auch von daher kennen sich Stefan Raatz und Carsten Schildhauer vom Bauamt der Samtgemeinde Fintel durchaus gut mit den vielfältigen Projekten in diesem Zusammenhang aus. „Alle Projekte befinden sich in einem unterschiedlichen Verfahrensstand“, so Raatz. Dennoch, da sind sich die beiden Experten einig, werden alle Projekte in einem recht ähnlichen Korridor verlaufen. Denn egal, ob es sich um „SuedLink“, „NordWestLink“, „OstWestLink“ oder andere Strom- oder Gasnetze handelt: Sie alle können nur dort verlegt werden, wo entsprechende Mindestabstände etwa zur Wohnbebauung eingehalten werden können.

„Die Vorbereitungen in Sachen ‘SuedLink’ sind schon weit fortgeschritten, der Trassenverlauf ist ziemlich klar. Der Korridor zum ‘NordWestLink’ wird noch ermittelt“, erläutert Schildhauer. Die Vorplanungen verlaufen über Jahre, in der Regel werden unterschiedliche Routen entwickelt und geprüft, bevor dann final entschieden wird, wo genau die Trasse später verlaufen wird. „Das Bauamt unterstützt das Verfahren“, weiß Raatz. Schildhauer ist dafür verantwortlich, die entsprechenden Informationen für die Bürger zu veröffentlichen.

Es folgen dann Beteiligungsmöglichkeiten und Stellungnahmen – so, wie es auch sonst in Bauverfahren üblich ist. Fristen müssen eingehalten, Formalien müssen beachtet werden. Vor allem Raatz beschäftigt sich nach eigenen Aussagen schon seit Jahren mit dem Thema, bei Bedarf unterstützt das Bauamt der Samtgemeinde auch die Mitgliedsgemeinden – denn die sind oft gefragt, wenn die direkten Stellungnahmen zu den Vorhaben gefordert werden.

Im Detail kommt es im Vorfeld der Planung durchaus schon mal zu „Fehlplanungen“, die mitunter Potenzial zum Schmunzeln beinhalten. So wurde etwa in Vahlde mal das Friedhofsgelände überplant, auch Naturdenkmäler wurden schon übersehen – natürlich wurden diese „Hindernisse“ im Verlauf der Planung berücksichtigt. Trotz einiger Berührungspunkte streifen die großen Projekte das Gebiet der Samtgemeinde Fintel eher am Rande. In Scheeßel das anders aus: Hier verlaufen die Trassen deutlich näher an den Wohngebieten – und das erschwert in Zukunft die weitere Planung der jeweiligen Beteiligten. Vor allem eine Ausweisung von Baugebieten könnte perspektivisch deutlich erschwert werden, weiß Raatz mit Blick auf die Nachbargemeinde. Scheeßel werde durch die Projekte von rechts und links „eingeengt“, das sei auf dem Areal der Samtgemeinde nicht so.

Aktuelle Projekte

Hintergrund der zahlreichen Vorhaben ist die politisch gewünschte Energiewende. Bis 2045 will Deutschland die Klimaneutralität mithilfe erneuerbarer Energien erreichen. Diese benötigen ein sogenanntes smartes Stromnetz. Das wiederum wird von den drei deutschen Übertragungsnetzbetreibern – 50 Hertz, TenneT TSO GmbH und TransnetBW – realisiert.

Gleich vier neue Gleichstromverbindungen (DC-Verbindungen) entstehen. Hinzu kommen die sich in der Planung oder im Bau befindlichen Leitungen SuedOstLink und Suedlink.

Hinzu kommt der Neubau der Energietransportleitung 182 (ETL 182) von Elbe Süd nach Achim – auch dieses Projekt streift das Gebiet der Samtgemeinde Fintel. Betreiber ist die Gasunie Deutschland als Fernleitungsnetzbetreiber, das Unternehmen handelt im Rahmen des Energiewirtschaftsgesetzes – es geht um die Gasversorgung von Haushalten und Industrie.

Einen Überblick über alle geplanten Trassen und deren Verläufe kann man sich auf den Internetseiten www.gasnetz-für-morgen.de und www.stromnetzdc.com verschaffen.

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