Niedersachsen macht nicht mit

Vorschlag „vertretbar“: Experte hält Ende von Corona-Isolationspflicht für möglich

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In Niedersachsen müssen sich Menschen mit Corona isolieren. Diese Pflicht liegt bei fünf Tagen. Einige Bundesländer wollen das nicht mehr. Doch warum?

Update vom 12. November um 9:54 Uhr: Das mögliche Ende der Corona-Isolationspflicht in einigen Ländern spaltet weiter die Republik: Nun hat der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit erklärt, dass ein entsprechendes Vorgehen akzeptabel sei. „Ich finde diesen Vorschlag der vier Bundesländer aus medizinischer Sicht nachvollziehbar. Er ist in der aktuellen Pandemiesituation auch vertretbar“, sagte er in einem Statement gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Regel „Wer krank ist, bleibt zu Hause“ würde die kommenden Wochen angesichts der Corona-Lage in Deutschland sinnvoll sein.

Ganz so eindeutig sehen das allerdings nicht alle Experten: Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek schrieb auf Twitter, dass es in Bezug zur Aufhebung der Isolationspflicht bei Corona politische und gesellschaftliche Argumente dafür und dagegen geben würde. Wichtig sei aber: „Keine Isolationspflicht mehr zu haben bedeutet nicht, dass Covid-19 für jeden ab jetzt völlig harmlos und nur ein Schnupfen ist.“ Zuvor hatten Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein hatten angekündigt, die generelle Isolationspflicht für positiv getestete Menschen aufzuheben.

Aufhebung von Isolationspflicht: Experten uneins über mögliche Corona-Regel

Erstmeldung vom 11. November um 14:01 Uhr: Hannover – Paukenschlag hinsichtlich des nächsten Corona-Winters: vier Bundesländer wollen zeitnah die Isolationspflicht für Infizierte abschaffen. Dies sind die CDU-geführten Länder Hessen und Schleswig-Holstein, Bayern (CSU) und das Grünen-geführte Baden-Württemberg. Eine Nachricht, die bei Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) auf deutliche Kritik stößt.

„Ich halte es epidemiologisch für grundfalsch, mitten im dritten Pandemie-Herbst auf die Isolationspflicht für Corona-Infizierte zu verzichten. Auch Personen, die keine Symptome haben, können das Virus weitertragen und andere Menschen anstecken“, sagte Behrens.

Corona-Isolationspflicht in Deutschland: Vier Bundesländer wollen Regelung abschaffen

Die vier Bundesländer haben sich darauf verständigt, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte abzuschaffen. Dies teilte das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Freitag, 11. November 2022, in Stuttgart mit. In diesen Ländern sollten bald neue Regelungen in Kraft treten, die Details würden derzeit ausgearbeitet, hieß es. Virologe Hendrik Streeck hat das Vorhaben, die Corona-Isolationspflicht abzuschaffen, bereits eingeordnet.

Wird die Isolationspflicht bei einer Corona-Infektion abgeschafft? Politiker setzen sich jetzt dafür ein.

Der Mitteilung zufolge verständigten sich die Länder auf gemeinsame Empfehlungen als Grundlage für ihre neuen Regelungen. Diese sehen etwa vor, dass positiv Getestete außerhalb ihrer eigenen Wohnung eine Maske tragen müssen – außer im Freien, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Vorgesehen ist demnach auch, dass positiv Getestete medizinische und pflegerische Einrichtungen nicht als Besucher betreten dürfen.

Corona-Isolationspflicht bleibt in Niedersachsen laut Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) bestehen

Behrens kritisierte, man würde so ohne Not eine konsequente Linie zur Eindämmung des Virus aufgeben. „Ich sehe auch nicht, dass derzeit viele Niedersächsinnen und Niedersachsen symptomlos infiziert zu Hause bleiben müssten. Diejenigen, die sich mit Virus anstecken, erkranken in der Regel mit Symptomen und liegen einige Tage im Bett.“ Die Ministerin betonte: „Niedersachsen wird deshalb bei der einfachen Regel bleiben: Wer mit Corona infiziert ist, bleibt Zuhause.“ Dies gelte auch für die aktuellen Corona-Varianten Omikron BQ.1.1 und XBB.

In Niedersachsen müssen sich coronainfizierte Menschen absondern. Diese Pflicht liegt bei fünf Tagen. Sollte man danach weiterhin einen positiven Test haben, wird dringend empfohlen, sich täglich zu testen und freiwillig in Isolation zu bleiben, bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Die entsprechende Verordnung gilt noch bis zum 22. November. Wie es danach weitergeht, steht noch nicht fest. Allerdings will Niedersachsen eine weniger strenge Maskenpflicht.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

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