Für den „Aufstand der Vernünftigen“

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Kareen Heineking (Freie Wähler) kämpft gegen Neofaschismus

Kareen Heineking nimmt kein Blatt vor den Mund. „Ich bin schon ziemlich zäh“, sagt die 50-jährige Bundestagskandidatin der Freien Wähler über sich selbst. Unerschrocken hat sich die Tierärztin, Landwirtin und Unternehmerin ein neues Ziel gesetzt: „Ich will den Aufstand der Vernünftigen anzetteln, will gegen den Neofaschismus in Europa kämpfen“, sagt Kareen Heineking.

Deshalb veranstaltet sie heute und morgen den „Kirchdorfer Frühling“. Ihr Ziel: „Weidel und Iloff ein P. vorsetzen.“ Die 50-Jährige will gegen antidemokratische Verhaltensweisen vorgehen. Ganz bewusst formuliert sie es so: „Deutschland wird in Kirchdorf verteidigt.“ Einen „politischen Urknall der Vernunft“ über Parteigrenzen hinweg möchte sie bei dem zweitägigen Forum in Baumanns Hof zünden. „Diesen braucht es dringend, um das Gemeinwohl wieder in den Mittelpunkt zu rücken und notwendige Veränderungen herbeizuführen“, sagt die Bundestagskandidatin. Die Liste der geladenen Gäste sei lang, parteiübergreifend, und jeder habe dort die Möglichkeit, sich mit der eigenen Meinung und Lösungsvorschlägen zu beteiligen. Mit dem Format habe sie bereits gute Erfahrungen gemacht. „Schweigend auf die Straße zu gehen reicht nicht. Wo die Demokratie bedroht ist, muss man sich aktiver beteiligen“, mahnt die Mutter zweier erwachsener Töchter. 

Etwa 150 Einladungen habe sie verschickt – zum Teil auch an prominente und internationale Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft, Medienlandschaft und Kultur, quer durch alle Parteien. Leitthemen seien heute (ab 12.05 Uhr) Wirtschaft, Migration und Sicherheit. Morgen (ab 11.55 Uhr) gehe es um das Gesundheitswesen, die Entbürokratisierung und die Infrastruktur. „Einschließlich Bildung“, fügt Kareen Heineking hinzu. 

Nicht immer und überall ist sie als Kandidatin willkommen. Zur Podiumsdiskussion an der BBS Nienburg sei sie nicht eingeladen gewesen, berichtet sie. Und weil ihre Partei nicht im Bundestag vertreten ist, war sie auch bei der Europa-Union im Landkreis Diepholz nicht als Podiumsgast geladen.

Die 50-Jährige weiß, was sie will. Jetzt hat sie den Bundestag im Fokus – und kann einen ganzen Katalog von Aufgaben benennen, die unbedingt umgesetzt werden müssten. „Ich hatte eigentlich etwas anderes vor, als für den Bundestag zu kandidieren“, gesteht sie. Aber dass in der Bundespolitik dringend tiefgreifender Reformbedarf besteht, das steht für sie außer Zweifel. Sie ist überzeugt: „Der Staat reguliert zu viel. Er mischt sich in Dinge ein, die ihn nichts angehen.“ Dann benennt die Bundestagskandidatin ein ganz konkretes Beispiel: „Die Rahmenbedingungen haben sich für alle Tierhalter drastisch verschlechtert.“

Kareen Heineking ist nicht nur Tierärztin, sondern auch Tierhalterin. Auf ihrem Hof in Raddestorf leben zurzeit 50 Pferde. In ihrem Unternehmen Germanhorseconnection kümmert sich ein Team aus fünf Angestellten um die Gastpferde. Ihre Chefin ist Sachverständige für Pferdezucht und -haltung. Außerdem betreibt sie auf dem Hof eine Bio-Landwirtschaft, die ihr Vater schon 1980 eingerichtet hatte. Gern gibt die 50-Jährige Praktikanten aus dem Ausland die Gelegenheit, berufliche Erfahrungen auf dem Hof zu sammeln.

Die Bundestagskandidatin der Freien Wähler hat politische Erfahrung. Von 2016 bis 2021 hat sie im Gemeinderat von Raddestorf mitgearbeitet – zwei Drittel dieser Zeit für die SPD. Doch dann ist sie aus bundespolitischen Gründen aus dieser Partei ausgetreten und wirkte als Parteilose mit. Eine Erfahrung in der Kommunalpolitik beschreibt sie so: „Das geht alles viel zu langsam.“ Als Parteilose hat sie übrigen auch für das Bürgermeisteramt in der Samtgemeinde Uchte kandidiert.

Aber Kareen Heineking kennt auch die Schattenseiten des Lebens, musste in der Corona-Zeit viele private Schicksalsschläge verkraften. Die hat sie gut bewältigt: „Mein Leben ist völlig in Ordnung“, sagt die Mutter zweier Töchter. Was sie heute zutiefst ärgert, stellt sie unmissverständlich dar, ist das „politische Generalversagen, unter dem wir alle zu leiden haben“.

Immer wieder würden neue Gesetze verabschiedet, „aber es wird nie irgendwas abgeschafft“. Zur Entbürokratisierung gebe es aber keine Alternative. Deshalb verteilt sie im Wahlkampf Primeln mit dem Slogan: „Der Bürokratie eine kleben.“ Pragmatische Politik mit gesundem Menschenverstand ist nach ihrer Überzeugung das Gebot der Stunde.

Hat sie außer der Politik noch Hobbys? „Arbeiten!“, antwortet die 50-jährige Landwirtin schmunzelnd. „Wenn wir mal in den Urlaub fahren, tauche ich gerne“, verrät sie. Außerdem spiele sie mit ihrem Lebensgefährten gern das Brettspiel Dame. Immer an ihrer Seite ist ihr Hund Cliff, ein mitteldeutscher Hütehund.

Auch beim Lesen kann sich Kareen Heineking entspannen. „Ich lese gerne Krimis und historische Romane.“ Sie schätzt die Bücher von Ken Follet, aber einen Autor ganz besonders: George Orwell, vor allem sein Buch „Farm der Tiere“.

Kareen Heineking ist die Bundestagskandidatin der Freien Wähler.

Die Kandidaten ganz persönlich

In unserer Reihe „Die Kandidaten ganz persönlich“ stellen wir die Bewerber für den Bundestag im Wahlkreis Diepholz-Nienburg I vor. Was hat sie zur Politik gebracht und wie gestalten sie ihre Freizeit? Welche Hobbys haben sie? Heute präsentieren wir das Porträt von Kareen Heineking, der Bundestagskandidatin der Freien Wähler. In ihrer Freizeit kocht sie gerne – doch dazu hat sie nicht allzu oft Zeit.

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