VonJan Könemannschließen
Ein kleine Gruppe Barnstorfer Bürgerinnen und Bürger hält ab sofort jeden Donnerstag eine Mahnwache für mehr Klimaschutz ab. Die Initiatoren der Aktion, die immer von 16 bis 17 Uhr vor der kleinen Markthalle an der Friedrich-Plate-Straße stattfinden soll, sind Regine Springorum und Peter Lorenz.
Barnstorf – Regine Springorum und Peter Lorenz bezeichnen sich selbst als „besorgte Bürger“. Ihre gemeinsame Sorge gilt der Klimakrise. „Mittlerweile haben wir keine Krise mehr, wir haben eine Klimakatastrophe“, meint Springorum. Beide hätten das Bedürfnis, etwas zu unternehmen. Daher haben sie jetzt eine „Mahnwache für mehr Klimaschutz“ in Barnstorf initiiert und organisiert. Gemeinsam mit einer „kleinen Gruppe gleichgesinnter Bürger“ werden Springorum und Lorenz am heutigen Donnerstag von 16 bis 17 Uhr vor der kleinen Markthalle an der Friedrich-Plate-Straße stehen und für mehr Klimaschutz einstehen.
Mittlerweile haben wir keine Krise mehr, wir haben eine Klimakatastrophe.
Eine Eintagsfliege? Mitnichten! „Wir wollen ab sofort Woche für Woche auf die Klimakatastrophe aufmerksam machen“, kündigt Regine Springorum an. Das Thema gehört nach Meinung der Klimaaktivistin „in die Mitte der Gesellschaft.“ Die Mahnwache für mehr Klimaschutz wird daher ab heute jeden Donnerstag, immer von 16 bis 17 Uhr, abgehalten. Das Angebot richte sich an jeden gesprächsbereiten Bürger. „Wir sind da völlig offen“, versichert Peter Lorenz.
Mit den Leuten ins Gespräch kommen
Einen ausschlaggebenden Anlass für die Aktion hat es laut den beiden Initiatoren nicht gegeben. „Das gährt schon länger in uns. Wir haben uns einige Male in der Gruppe getroffen und jetzt beschlossen, dass wir etwas machen müssen“, beschreibt Peter Lorenz die Beweggründe. Ort und Uhrzeit der Aktion seien bewusst gewählt. „Gerade im Berufsverkehr fahren die Autos langsam durch Barnstorf. Da werden so vielleicht auch die Autofahrer auf uns aufmerksam“, hofft Lorenz. Auch der Ort, an der Uhr vor dem Blumenladen, sei bekannt für viele Fußgänger und Radfahrer, ergänzt Springorum. Sie weiß: „Die Menschen müssen mitgenommen werden.“
Der Duden defniert eine Mahnwache als „Zusammenkunft von Personen, die an einem öffentlichen Ort gegen etwas protestieren, indem sie schweigend über längere Zeit dort verharren“. Von Schweigen kann in Barnstorf aber keine Rede sein. „Wir wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen, uns über aktuelle Themen der Klimakrise austauschen“, beschreibt Lorenz eines der Ziele. Über die Regelmäßigkeit der Aktion hoffen sowohl Lorenz als auch Springorum, dass die Gruppe von Woche zu Woche wächst. „Wir freuen uns über jeden Teilnehmer. Je mehr Leute dort stehen, desto eindrucksvoller wird es. Es geht darum, präsent zu sein“, meint Lorenz.
Gespräche, Banner und Zeitungsartikel
Die Mahnwache für mehr Klimaschutz ist „ordnungsgemäß angemeldet“, sagt er. Vor Ort möchte Peter Lorenz eine Pinnwand mit Zeitungsartikeln zur Klimakrise der letzten Wochen und Monaten aufstellen. Er habe diverse Artikel aus vielen unterschiedlichen Zeitungen zusammengetragen. „Ich hoffe, dass dadurch ein paar Leute stehenbleiben und erst einmal schauen“, meint Lorenz. Regine Springorum hat zusätzlich einige Banner erstellt. Eines trägt die Aufschrift: „Zukunft für unsere Kinder und Enkel“ – ein Thema, was beiden Initiatoren sehr am Herzen liegt. Aber auch mit anderen Botschaften wollen sie auf ihr Anliegen aufmerksam machen.
Dass die Aktion wahrscheinlich nicht bei allen Menschen gut ankommen wird, dessen sind sich Regine Springorum und Peter Lorenz bewusst. „Natürlich werden nicht alle Leute begeistert sein und direkt zu uns kommen“, weiß Lorenz und ergänzt: „Viele werden uns sicher auch ignorieren.“ Beide betonen im Vorfeld, dass sie keiner Organisation angehören und völlig unabhängig handeln. Die Aktion stehe auch nicht im Zusammenhang mit der sogenannten „Letzten Generation“, macht Regine Springorum deutlich.
Aufforderung an die Politik, mehr für den Klimaschutz zu tun
Vielmehr freut sich „die kleine Gruppe besorgter Bürger“ auf den Austausch mit denjenigen Personen, die ihre Sorgen teilen oder sich zumindest auch Gedanken darüber machen. Damit verbunden sei aber auch die Aufforderung an die Politik, mehr zu tun. Springorum: „Die Politik muss die Rahmenbedingungen für mehr Klimaschutz setzen. Aktuell macht sie das zu wenig.“
