Immer mehr Autos in Verden: Neues Konzept und Kontrollen

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Dichter Verkehr in einer engen Straße: Kein Durchkommen am Mühlentor in Verden, auch weil Autos falsch geparkt werden, darunter viele auswärtige Fahrzeuge.
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Müssen alle Autos in die Stadt? Vielleicht sogar durch enge Wohnviertel kurven.... immer auf der Suche nach einem freien Plätzchen? Ein neues Parkkonzept für Verden muss her....

Verden – Einen Parkplatz zu finden, möglichst in der Nähe der Stadt, gar nicht so einfach. Aber müssen alle Autos in die Stadt? Vielleicht sogar durch enge Wohnviertel kurven, immer auf der Suche nach einem freien Plätzchen? Ein neues Parkkonzept muss her, soll regeln, wer die insgesamt 3 100 innerstädtische Plätze nutzen darf, wer hingegen außen vor bleiben, vielleicht mit dem Shuttle da hin fahren soll, wo er hin will.

In Verden gibt‘s circa 3.100 Parkplätze

Kunden, Gäste, Arbeitskräfte und Einwohner der Innenstadt sind das Klientel, das zu bedienen ist. Wie es gehen könnte, dafür will sich die Stadt den Rat eines Fachbüros holen. Im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung gab’s dafür breite Zustimmung.

Mobilitätswende, Innerstädtisches Entwicklungskonzept (ISEK), die Stadt will und muss sich auf den Weg machen. Ein Blick zu Verkehrsstoßzeiten, morgens, mittags und am frühen Abend, auf die Bremer und Hamburger Straße genügt. „Anpassungsbedarf für das Autoparken“, so nennt es Fachbereichsleiter Philipp Rohlfing. „Empfohlen wird eine differenzierte Neuregelung für die unterschiedlichen Interessengruppen“, heißt es in der Vorlage. Doch welche Rädchen müssen wie ineinandergreifen, damit der Verkehr läuft und alle zu ihrem Recht kommen?

„Zielsetzungen aktualisieren“ nennt die Verwaltung das, was ohne Zweifel mit erheblichen Einschnitten und auch Investitionen verbunden sein dürfte. Dazu zählen im Folgenden:

Verbessern des Kundenparkens insbesondere mit zusätzlichen Parkplätzen im Bereich der Süderstadt.

Ausweiten von Pendlerparken mit gebührenfreien Dauerparkplätzen vor der Innenstadt und einem Kontingent gebührenpflichtiger Dauerparkausweise für die Innenstadt.

Ausweisen von Anwohnerparkzonen für Wohnstraßen insbesondere in der Altstadt und um den Bahnhof mit der Ausgabe von gebührenpflichtigen Anwohnerparkausweisen.

Grobe Vorstellungen gibt’s dazu, wer wo parken könnte: Der Kunde ist König, und so sollten die besten Parkplätze nahe zur Fußgängerzone und anderen touristischen Zielen für Kunden und Gäste reserviert bleiben und über Gebühren bewirtschaftet werden. Für die zahlreichen Arbeitskräfte der Innenstadt sollen gebührenfreie Dauerparkplätze am Rand oder auch vor der Innenstadt ausgewiesen werden. Da dürfte dann auch der Shuttle ins Spiel kommen oder der E-Roller. Darüber hinaus könnte ein Kontingent von gebührenpflichtigen Dauerparkkarten für die Innenstadt ausgegeben werden. Allerdings dürfte das Klientel nur eingeschränkt bedient werden, auch weil mit der Ausweisung von gebührenfreien Dauerparkplätzen nah zur Innenstadt die Arbeitsplätze per Auto weiterhin erreichbar bleiben würden, heißt es in der Vorlage.

Auch wer in der Stadt Verden wohnt, muss Veränderungen hinnehmen

Auch wer in der Stadt wohnt, muss sich auf Veränderungen einstellen. Die bisherigen Anwohnerparkzonen sollen – wo sinnvoll – systematisch auf Wohnstraßen insbesondere in der Altstadt und um den Bahnhof ausgeweitet werden, verbunden mit einem jeweiligen Kontingent an gebührenpflichtigen Anwohnerparkausweisen. Autos auf der Suche nach Parkplätzen in den engen Gassen rund um den Bahnhof oder in der Süderstadt dürften dann der Vergangenheit angehören.

Möglichst zügig soll es an die Umsetzung der Pläne gehen. Die Verwaltung schlägt dafür den Einsatz eines erfahrenen Fachbüros vor. Ratsfraktionen und Öffentlichkeit sind zudem per Workshops zu beteiligen. Erheblichen Teil der Beratungen dürften zudem die Diskussion über die künftige Höhe der Parkgebühren für Kunden, Dauer- und Anwohnerparker einnehmen.

Verdener Verwaltung soll Verstöße schärfer kontrollieren

Fest steht, es kann noch ein bisschen dauern, bis das neue Konzept greift. Bis dahin gelten der jetzige Plan und die ortsübliche Bewirtschaftung. Da hakte Alina Ludas (Grüne) nach. Wenig transparent weil vielschichtig sei das geltende Gebührenverfahren. Da müsste, auch im Zuge des Parkkonzeptes noch mal nachgearbeitet werden. „Mal ohne Gebühren, mal mit Ticket und Kleingeld, mal mit der App oder der Parkscheibe, da sollten einheitliche Reglungen gelten“, so Ludas. Frank Medenwald (CDU) schlug deutlich schärfere Töne an: „Bevor wir in die Diskussion über Veränderungen einsteigen, sollten wir uns um die bereits geltenden Regeln kümmern.“ Medenwald wusste von auswärtigen Fahrzeugen, die ohne Ausweis tagelang in Anwohnerstraßen parken. „Ein Ticket gibt’s dafür aber nicht“, so Medenwald. Seine Forderung. „Wir brauchen schärfere Kontrollen.“ Der dafür zuständige Fachbereichsleiter, Philipp Rohlfing, mochte dem nicht widersprechen. „Die Personaldecke ist derzeit dünn, aber wir sind da am Ball“, versprach er. Sicher dürfte allerdings auch sein, kommt das neue Parkkonzept, müsste sich zu dessen Durchsetzung deutlich mehr Personal auf den Weg durch die Stadt machen.

Von Markus Wienken

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