Astro-Highlight

Kosmisches Spektakel nur alle 80 Jahre zu sehen: „Als würde ein neuer Stern aufleuchten“

  • schließen

Im Sommer steht ein seltenes kosmisches Phänomen bevor. Eine nur 80 Jahre auftretende Nova wird wohl eines der Astro-Highlights des Jahres in Deutschland werden.

Hamburg – Eine nur alle 80 Jahre stattfindende Nova wird im Sommer wohl eines der Naturschauspiele des Jahres. Dr. Björn Voss, Leiter des Hamburger Planetariums, erklärt das Phänomen, was einen glauben lässt, einen neuen Stern am Himmel zu sehen. Zwischen den Sternbildern Herkules und Bärenhüter prangt der funkelnde Halbkreis der Nördlichen Krone (ein Sternbild nördlich des Himmelsäquators, Anm.d.Red.). Die kleine, aber markante Formation besteht aus sieben Sternen, darunter ihr Hauptstern Alphecca. Ganz passend heißt er im Lateinischen Gemma, was übersetzt so viel wie Edelstein bedeutet.

Durch die Nova wird es mehrere Tage so wirken, als hätte die Nördliche Krone einen Stern dazugewonnen, der ähnlich hell wie der Polarstern erstrahlt. (Symbolbild)

„Im Umfeld der Nördlichen Krone erwarten wir in diesem Sommerhalbjahr das seltene kosmische Phänomen einer Nova. Sie ereignet sich nur alle 80 Jahre und gehört zu den fünf sichtbaren, wiederkehrenden Novae unserer Galaxie“, so Voss.

Kosmisches Spektakel nur alle 80 Jahre zu sehen: „Als würde ein neuer Stern aufleuchten“

„Für uns hat es den Anschein, als würde ein neuer Stern am Himmel aufleuchten.“ Leider lässt sich nicht genau voraussagen, wann es zu dem Naturschauspiel kommen wird. Es ist davon auszugehen, dass es sich irgendwann in den Sommermonaten bis September ereignen wird, wobei die Nördliche Krone nur bis Anfang August günstig an unserem Himmel auszumachen ist.

Dr. Björn Voss, Leiter des Hamburger Planetariums, erklärt das Phänomen einer Nova.

„Eine Nova entsteht in engen Doppelsternsystemen aus einem Weißen Zwerg und einem Roten Riesen – in diesem Fall im rund 3000 Lichtjahre entfernten Sternsystem T Coronae Borealis“, sagt Voss. „Wasserstoff gelangt aus der ausgedehnten Hülle des Roten Riesen auf den Weißen Zwerg, sammelt sich dort an und erhitzt sich so stark, dass es zu einer thermonuklearen Reaktion kommt.“

Nova im Norden zu sehen: So lässt sich das Himmelsspektakel gut beobachten

Normalerweise könne man T Coronae Borealis mit bloßem Auge nicht am Himmel erkennen. Durch die Nova wird es nun aber für mehrere Tage so wirken, als hätte die Nördliche Krone einen achten Stern dazugewonnen, der ähnlich hell wie der Polarstern erstrahlt.

Wie auch beim Beobachten von anderen Himmelskörpern – wie etwa beim Meteor-Schauer über Bremen und Niedersachsen – ist es ratsam, einen Ort aufzusuchen, an dem wenig weißes Licht, wie es etwa von Straßenlaternen abgegeben wird, leuchtet. Dabei bieten sich etwa Felder fernab von Städten an.

Rubriklistenbild: © DePo/imago

Kommentare