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Erst einen knappen Monat hat das „Müllers“ auf Norderney geöffnet, schon hagelt es Kritik. Jetzt packt auch ein Insulaner aus. Das neue Restaurant passe nicht zur Insel.
Norderney – Es ist gerade mal einen Monat her, da hat Sternekoch Nelson Müller sein Restaurant auf Norderney eröffnet. Während es viele positive Rückmeldungen von Gästen gab, gibt es nun auch erste Kritik. Ein Insulaner, der in der Gastronomie arbeitet, packt nun gegenüber kreiszeitung.de aus.
Nicht nur zufriedene Gäste: Insulaner kritisiert „Müllers“ auf Norderney kurz nach Eröffnung
Unmittelbar am Norderneyer Westrand, mit Blick auf die untergehende Sonne, liegt das neue Restaurant „Müllers“ von Sternekoch Nelson Müller. Gäste erwartet hier ein einmaliges Ambiente im ehemaligen Hotel Pique. Obwohl viele Urlauber neben der Küche genau diese Atmosphäre loben, erntet das Restaurant schon kurz nach der Eröffnung Kritik. „Die Terrasse bleibt weitgehend leer“, sagt ein Insulaner gegenüber kreiszeitung.de. Grund hierfür sei, dass sie nur für Hausgäste geöffnet sei. Es werde außerdem im Restaurant mit „zweierlei Maß gemessen“. „Bestimmte Tische werden bevorzugt behandelt.“ Bestimmte Tische werden früher bedient als andere.
In der Kritik stehen außerdem die Preise, insbesondere für Brat- und Currywurst. Die Küche bietet unter anderem „Zwei grobe Bratwürste vom LiVar Klosterschwein mit Rahmlauch, Kartoffelpüree und Malzbier-Zwiebelsoße“ für 24 Euro an. Der durchschnittliche Preis für eine Bratwurst mit Pommes bei einer Imbissbude liegt ungefähr bei 3,50 Euro.
Auch der Preis einer „Kalbs-Currywurst“, die im Restaurant angeboten wird, hat es in sich: mit belgischen Pommes und „hausgemachter Mayonnaise“ kostet sie 17,50 Euro. „Das ist eine sehr teure Currywurst.“ Wer ein Glas Champagner dazubestellt, bekommt das Ganze als Menü für 34 Euro. Viele Einheimische seien der Meinung: Das Konzept des Restaurants passe nicht zur Insel. Es sei „eine reine Marketing-Maschine“.
Das Restaurant äußert sich zu den Vorwürfen auf Anfrage von kreiszeitung.de nicht. Nach Recherche der Redaktion ergibt allerdings: Das Fleisch, das für die Bratwürste verwendet wird, ist etwas Besonderes. Die Schweine, „LiVar-Klosterschweine“, aus denen das Fleisch gewonnen wird, dürfen im Gegensatz zu Industrieschweinen noch im Dreck scharren. Schweinezüchter aus Limburg füttern sie ausschließlich mit „vegetarischer Nahrung“ aus ausschließlich in der Provinz angebautem Getreide, heißt es auf der Website. Die Züchter seien zum „Ursprung“ der Haltung zurückgekehrt, deshalb laufen die Schweine in den Gärten der jahrhundertealten Abtei.
„Es ist eben kein Imbiss“: Urlauber verteidigen „Müllers“ auf Norderney auf Facebook
Auf Facebook hingegen verteidigen die meisten Touristen das Restaurant. „Das Essen ist lecker und ja, es kostet, aber alle anderen Strand-Restaurants am und abseits des Strandes liegen in der fast gleichen Preisklasse“, schreibt eine Frau. „Es ist eben kein Imbiss. Kein Mikrowellenessen.“ Zu den wenigen Stimmen der Facebook-Nutzer, die Schwierigkeiten bei der Reservierung eines Tischs beschreiben, meint sie, in der Hauptsaison kurzfristig einen Tisch zu reservieren, werde nicht klappen. Das sei logisch.
Eine andere Urlauberin schreib: „Direkt nach der Eröffnung haben wir zu viert dort gut gegessen.“ Und lobt den aufmerksamen Service im „Müllers“ auf Norderney. „Die Portionen waren gut bemessen.“ Die Preise habe sie zuvor online angesehen. Für sie steht fest: „Wir werden wieder im Müllers essen.“

