VonGuido Menkerschließen
Parallel zur Landtagswahl geht am Wochenende in Rotenburg auch der Jahrmarkt über die Bühne. Eine Doppelbelastung für das Ordnungsamt. Doch dessen Leiter Thorsten Schiemann und sein Team haben alles im Griff.
Rotenburg – So mancher Wähler in Rotenburg mag sich darüber freuen: Der Spaziergang ins Wahllokal am Sonntag lässt sich diesmal ganz gemütlich mit einem Besuch auf dem Jahrmarkt verbinden. Thorsten Schiemann als Leiter des Rotenburger Ordnungsamtes indes spricht für sein Team im Rathaus von einer Doppelbelastung – ohne sich allerdings darüber zu beschweren. Landtagswahl und Herbstmarkt an einem Wochenende – das bedeutet zwar viel Arbeit für die, die in beiden Fällen einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten haben. Schiemann aber ist zuversichtlich: „Das kriegen wir schon hin.“
Diese Überzeugung nährt sich nicht zuletzt aus der Tatsache, dass der Ordnungsamtsleiter bei der Vorbereitung der Landtagswahl auf seit vielen Jahren bewährte Pläne zurückgreifen kann. Dennoch gibt es jedes Mal aufs Neue viele Aspekte zu besprechen. Immerhin: Viele Corona-bedingte Personalausfälle gibt es zurzeit weder in seinem Team noch unter den Wahlhelfern. „Zur Not haben wir eine personelle Reserve.“
Und doch ist Schiemann in diesen Tagen viel im Rathaus unterwegs. Bis Donnerstag waren alle 16 Wahlurnen vorbereitet – mitsamt dem erforderlichen Büromaterial für die Wahlvorstände, den Schildern und Wegweisern für die Wahllokale sowie den jeweiligen Wählerverzeichnissen und Stimmzetteln. Die vier Wahlurnen für die Ortschaften Waffensen, Unterstedt, Mulmshorn und Borchel liefern zwei von vier Mitarbeitern des Ordnungsamtes am Freitag aus, die eigentlich auf dem Jahrmarkt unterwegs sind. Für Sonntag sind sechs Bauhof-Mitarbeiter zu Sonderschichten eingeteilt, um die restlichen Wahlurnen auszuliefern und sie am Abend mitsamt den Ergebnislisten abzuholen. Im Rathaus steht dann jeweils ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes bereit, um das Material auszugeben und abends wieder in Empfang zu nehmen, erklärt Schiemann die Planung.
Zusammen mit den Wahlurnen bekommen die Wahlvorstände auch Schutzmasken sowie einen Spuckschutz für ihren Tisch. „Die Masken sind ein Angebot – sie müssen sie aber nicht tragen“, betont der Leiter des Ordnungsamtes. Auch die Wähler seien nicht verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wenn sie das Wahllokal betreten. Der Spuckschutz indes sei aufzustellen.
Während Schiemann am Schreibtisch sitzt und von den letzten Handgriffen und Absprachen berichtet, sitzt am Tisch daneben Laura Schinske. Die Auszubildende zählt das Geld ab, das die Wahlhelfer am Sonntag nach getaner Arbeit in bar erhalten. 40 Euro bekommen die Vorsitzenden der Wahlvorstände, 35 Euro gibt es für alle anderen Wahlhelfer. Alles zusammen wandern 4 805 Euro in die Umschläge.
Dass von Freitag an bis zum Sonntagabend immer wieder mehrere Mitarbeiter auf dem Jahrmarkt unterwegs sind, ist üblich. „Sie haben das Geschehen im Blick und sind vor allem auch Ansprechpartner für die Schausteller“, sagt Schiemann. Dass einige von ihnen parallel dazu auch in das Geschehen der Landtagswahl involviert sind, lasse sich nicht vermeiden. Das gilt auch für Teile des Einwohnermeldeamtes. „Die Kollegen dort nehmen am Abend die Schnellmeldungen entgegen.“ Die erste wird – wie immer – aus dem kleinen Borchel erwartet. Von 19 Uhr an kommen dann die aus den anderen Wahllokalen. 17 500 Rotenburger sind diesmal wahlberechtigt. 2 500 haben bereits die Briefwahl genutzt.

