Bauarbeiten beginnen

Grünes Licht für LNG-Terminal in Wilhelmshaven

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Nun ist es offiziell: Die Bauarbeiten für das LNG-Terminal in Wilhelmshaven können beginnen. Es ist das erste Flüssigerdgas-Terminal in Deutschland.

Düsseldorf/Oldenburg – Dem Bau des ersten Flüssigerdgas-Terminals in Deutschland steht nichts mehr im Wege. Denn das staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg hat nach Angaben des Energiekonzerns Uniper grünes Licht für den vorzeitigen Baustart vom LNG-Terminal in Wilhelmshaven gegeben.

LNG-Terminal in Wilhelmshaven erhält grünes Licht – erstes Flüssigerdgas-Terminal Deutschlands

„Die schnelle Erteilung der Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn zeigt, welche Bedeutung das LNG-Terminal in Wilhelmshaven für die Versorgungssicherheit des Landes hat“, wird Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach von der dpa am Montag, 4. Juli 2022, in Düsseldorf zitiert.

Grünes Licht für das LNG-Terminal in Wilhelmshaven. Die offiziellen Bauarbeiten beginnen bereits am Montag, 4. Juli 2022.

„Das ist nicht selbstverständlich – vor allem zeigt es, was möglich ist, wenn die Gesellschaft, Industrie und Politik an einem Strang ziehen“, merkt Maubach an. Schon am 4. Juli sei der offizielle Baustart für das milliardenschwere Projekt in Niedersachsen, mit dem die Abhängigkeit von Erdgas aus Russland sukzessive verringert werden soll.

LNG-Terminal in Wilhelmshaven kann 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas fördern – pro Jahr

Bis zu 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas sollen pro Jahr über das schwimmende LNG-Terminal in Wilhelmshaven umgeschlagen werden. Das würde rund 8,5 Prozent des aktuellen deutschen Gasbedarfs pro Jahr entsprechen. Bereits am 5. Mai war der erste Rammschlag für das LNG-Terminal in Wilhelmshaven in Anwesenheit von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erfolgt.

Was meint LNG und warum ist es so besonders?

LNG ist die Abkürzung für „liquefied natural gas“, also Flüssigerdgas oder verflüssigtes aufbereitetes Erdgas. Während gasförmiges Erdgas nur in Rohrleitungen transportiert werden kann, kann Flüssiggut in besonderen Transportbehältern auf der Straße, Schiene und auf dem Wasser transportiert werden. Als Ressource ist LNG auch langfristig ausreichend verfügbar, nicht entflammbar und auch nicht giftig.

Wie Habeck selbst verkündet hat, sollen sowohl das LNG-Terminal in Wilhelmshaven (Niedersachsen) als auch in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) zum Jahreswechsel 2022/2023 in Betrieb genommen werden. Zuletzt hatten jedoch Umweltverbände immer wieder starke Bedenken gegen das Projekt geäußert.

LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Flüssigerdgas als Alternative zu Erdgas aus Russland

„Wir sind sehr froh, dass es nun auch sichtbar losgeht“, heißt es von Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD), der auch Öl- und Gasbohrungen in der Nordsee wieder ins Gespräch bringt. „Wir brauchen schnellstens Ersatz für russisches Gas und dafür sind wir im Norden bereit, Verantwortung zu übernehmen“, verdeutlicht Lies den Ernst der Lage.

Der Energiekonzern Uniper, der durch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs in eine finanzielle Schieflage geraten ist, kommt beim Bau des LNG-Terminals in Wilhelmshaven eine besondere Rolle zu. Schließlich hatte der Energiekonzern Antrag für die erforderliche Genehmigung und auf Zulassung des vorzeitigen Beginns nach Bundes-Immissionsschutzgesetz Anfang Juni 2022 beim Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg eingereicht. Nun kann das Projekt also realisiert werden. (mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/imago/Sina Schuldt/dpa/Montage

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