- VonDennis Bartzschließen
Achim – Zwischen drei historischen Bauwerken in Achim wählen die Besucherinnen und Besucher beim Tag des offenen Denkmals, der bundesweit am Sonntag, 11. September, gefeiert wird. Bei Führungen durch die denkmalgeschützten Gebäude erfahren Interessierte Wissenswertes über die Hintergründe. Die Achimer Windmühle, die alte Marktschule, in der seit 2006 das Gymnasium am Markt (Gamma) ansässig ist, und die St.-Laurentius-Kirche können kostenlos besichtigt werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Im Gamma gibt es um 11 und um 14 Uhr jeweils eine Führung unter dem Titel „Von der Volksschule zum modernen Gymnasium“. Gästeführerin Elke Gerbers begleitet die Interessierten durch die historische Marktschule. Die Tour dauert jeweils etwa eine Stunde und ist insbesondere für Kinder geeignet.
Volksschule, Mittelschule, Orientierungsstufe, Hauptschule und nun Gymnasium – der rote Backsteinbau, einen Steinwurf vom Rathaus entfernt, hat schon fast alle Arten von Schulen beherbergt. Am 2. August 1894 zogen dort die ersten Schüler und Lehrer ein. Die Jahreszahl befindet sich heute noch über der Eingangstür an der Straße Am Markt, der damals eingravierte Spruch „Gott zur Ehre – Der Gemeinde zum Segen“ allerdings nicht mehr.
Die St.-Laurentius-Kirche wurde 1257 durch den Bremer Bischof Gerhard II. erstmals urkundlich erwähnt und ist damit das älteste Gebäude der Stadt. Sie ist außerdem die größte Landkirche zwischen den alten Bischofszentren Bremen und Verden. Pastor Christoph Maaß übernimmt die einstündige Führung um 11.15 Uhr. Wer den Termin verpasst, kann die St.-Laurentius-Kirche täglich zwischen 8 und 17 Uhr für ein stilles Gebet, das Anzünden einer Kerze oder einfach für einen Moment der Ruhe aufsuchen.
Die Teilnehmer der Führung erfahren von Maaß, dass die St.-Laurentius-Kirche vermutlich sogar älter ist als lange angenommen. Denn im Turm findet sich eine schwer entzifferbare Inschrift, die auf das Baujahr 1091 hindeutet. Das ist auf der Internetseite der Kirchengemeinde unter www.st-laurentius-achim.de nachzulesen.
Der urspüngliche romanische Feldsteinbau wurde demnach im Laufe der Zeit immer wieder erweitert und umgebaut, wobei das ursprüngliche Mauerwerk am Turm und in der Südwand bis heute erkennbar ist. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgte dann der Bau des fast quadratischen Chores und des Querschiffs, dessen Südflügel größer als der Nordflügel ausgelegt ist. Ursprünglich hatte die Kirche eine Flachdecke aus Holz. In der Zeit der Spätgotik zwischen 1350 und 1500 wurde diese durch ein Wulstrippengewölbe ersetzt. Eine tragische Zeit erlebte die St.-Laurentius-Kirche im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648), als die gesamte Inneneinrichtung verloren ging. Tilly, Heerführer der katholischen Liga, ließ sie zerstören und verfeuern.
Ein weiteres bekanntes Wahrzeichen der Stadt Achim ist die Windmühle. Unter dem Motto „Architektur, Zimmermannsarbeit und Arbeitsweise der Mühle“ lädt Hartmut Bank zu Führungen ein, je nach Wunsch zwischen 10 und 12 Uhr sowie 13.30 bis 17 Uhr. Auf dem Geestrücken „An der Windmühle“ befand sich schon 1651 eine Bockwindmühle. 1761 wurde dort die jetzige Galerie-Holländer-Windmühle erbaut, die 29 Meter hoch ist. Ihr Aussehen prägen der reetgedeckte Turm und die vier grün-weißen Flügel, die elf Meter lang sind.
Um den Mahlbetrieb den Windverhältnissen optimal anpassen zu können, erfolgte 1912 die Nachrüstung einer Windrose. Später erhielt die Mühle einen Elektromotor. Bis 1965 arbeitete der „Holländer“ mit zwei Mahlgängen und einem Walzenstuhl. Dann fiel auch diese Mühle dem Mühlensterben zum Opfer – sie wurde stillgelegt. Seit 1969 pflegt die Mühle der „Verein zur Erhaltung der Achimer Windmühle“, der auf der Internetseite www.achimer-mühle.de informiert.
Der Tag des offenen Denkmals wird koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Das Motto für dieses Jahr lautet: „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“. Weitere Informationen gibt es online unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

