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Rund 20 Hochwassereinsätze musste die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Diepholz zwischen Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen abarbeiten. Die Kreisstadt ist demnach noch mit „einem großen blauen Auge davongekommen“, berichtet Stadtbrandmeister Frank Schötz.
Diepholz – „Wir sind mit einem großen blauen Auge davongekommen“, sagt Frank Schötz zur Hochwasserlage im gesamten Diepholzer Stadtgebiet. Der Stadtbrandmeister berichtet von rund 20 Einsätzen für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Diepholz zwischen Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen. Im Vergleich zu einigen Nachbarkommunen „hatten wir viel Glück“ in der Kreisstadt, so Schötz.
Hochwassereinsätze: Kein Vergleich zum schweren Gewitter 2019 in Diepholz
Der Stadtbrandmeister erinnert sich an ein schweres Gewitter mit Starkregen aus dem Jahr 2019, das dafür gesorgt hatte, dass im gesamten Diepholzer Stadtgebiet Keller mit Wasser vollliefen: „Da hatten wir in nur einer Nacht mehr als 180 Einsätze.“ Im Vergleich dazu sei die Hochwassersituation über Weihnachten mit deutlich weniger Einsätzen „relativ entspannt gewesen“ für die vier Ortsfeuerwehren.
Nichtsdestotrotz seien einige Stunden an Arbeit für die Ehrenamtlichen zusammengekommen. Besonders zwei Einsätze nahmen viel Zeit in Anspruch, berichtet Schötz. Auf der einen Seite war es ein Regenrückhaltebecken, das die Ortsfeuerwehr Diepholz an Heiligabend auf Trab hielt. Der Wasserpegel des Beckens stieg so sehr an, dass es drohte, eine Werkstatt an der Straße An der Bahn zu fluten. Die alarmierten Einsatzkräfte befüllten ab etwa 14.30 Uhr mit Unterstützung des Bauhofs Sandsäcke, um aus ihnen einen Damm zu errichten und die Gefahr zu beseitigen. Nach fast sechs Stunden war dieser Einsatz beendet.
Diepholz: Hochwassereinsätze kosten Zeit
Auf der anderen Seite waren die Ortsfeuerwehren aus Sankt Hülfe und Heede am 2. Weihnachtstag von morgens bis abends damit beschäftigt, das Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebs an der Wetscher Straße in Sankt Hülfe von Wassermassen zu befreien. „Der Hof stand unter Wasser. Wir haben Pumpen aufgestellt, um das Problem in den Griff zu bekommen“, erklärt der Stadtbrandmeister.
Exemplarisch für die Einsätze der vergangenen Tage nennt Schötz einige Beispiele: Weideflächen voller Wasser drohten Pferdeställe an der Moorhäuser Straße zu fluten. Um Schlimmeres zu verhindern, pumpte die Feuerwehr diese Flächen ab. Und am Oderweg waren drei Häuser komplett von Wasser umzingelt. „Die Gärten waren nicht mehr zu sehen“, sagt Schötz. Neben weiteren Kellern in Diepholz, die die Einsatzkräfte auspumpen mussten, war die Drohnengruppe Süd am Dümmer und in Barnstorf im Einsatz.
Die Einsatzorte der Feuerwehr
Am Kapellenkamp, An der Bahn, An der Harre, An der Herrenweide, Apwischer Straße, Bahnhofstraße, Friedrichstraße, Gagelstraße, Groweg, Habichtsweg, Moorhäuser Straße, Neißeweg, Oderweg, Rudolfstraße, Wetscher Straße
Positiv hebt Frank Schötz die Dankbarkeit der Bürger hervor. Selbst dann, wenn die Feuerwehr wegen Geringfügigkeit kaum bis gar nicht helfen konnte, „sind wir nirgends negativ angegangen worden“. Er erklärt, warum die Einsatzkräfte nicht immer eingreifen: „Wenn das Wasser in einem Keller zum Beispiel nur zwei Zentimeter hoch steht, können wir mit unseren Tauchpumpen nicht viel anrichten.“
Außerdem sei es nicht die Aufgabe der Feuerwehr, das Problem zu beheben, „wenn Wasser kontinuierlich aus der Wand kommt“. Dafür seien andere zuständig. Schötz meint: „Das Anspruchsdenken mancher Bürger an die Feuerwehr ist manchmal zu hoch. Aber alle waren einsichtig, wenn wir es ihnen erklärt haben.“
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