Mittelweser-Region: 133,4 Millionen Euro Verlust durch fehlende Tourismus-Einnahmen

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Tourismusmagnet ohne Touristen. Wie der Museumseisenbahn in Bruchhausen-Vilsen erging es während der Corona-Pandemie vielen Sehenswürdigkeiten.

Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif consulting) hat die Verluste, die im Bereich der Mittelweser durch fehlende Touristik-Einnahmen aufgetreten sind, auf einen dreistelligen Millionenbetrag beziffert. Der Geschäftsführer schaut dennoch positiv in die Zukunft.

Nienburg – Knapp 77 Millionen Euro Einnahmen sind dem Bereich der Mittelweser-Touristik im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen entgangen. So lautete das erste Zwischenfazit aus dem vergangenen Herbst, welches das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif consulting) für die Mittelweser-Touristik festgestellt. Das Institut hat nun die Zahlen für 2021 analysiert und kann laut Pressemitteilung für den gesamten Corona-Zeitraum bis Ende 2021 einen Einnahmeverlust von 133,4 Millionen Euro feststellen. Bezugspunkt ist eine Analyse der Kennwerte für 2019.

145,3 Millionen der Gesamtumsätze fielen 2019 auf Tagesgäste

Betroffen sind der Landkreis Nienburg, die Samtgemeinden Bruchhausen-Vilsen und Thedinghausen, der Flecken Langwedel, die Gemeinden Weyhe und Dörverden sowie die Städte Achim und Petershagen. Für sie lagen die touristischen Gesamtumsätze laut dwif 2019 bei rund 223,4 Millionen Euro. Davon entfielen 78,1 Millionen Euro auf Übernachtungsgäste und 145,3 Millionen Euro auf Tagesgäste. Die Ausgaben der Gäste verteilen sich wie folgt: 96,9 Millionen Euro entfallen auf das Gastgewerbe, 80 Millionen Euro auf den Einzelhandel und 46,5 Millionen auf Dienstleistungen.

Der touristische Einkommensbeitrag, also die Wertschöpfung, liege laut dwif bei rund 104 Millionen Euro, was umgerechnet bedeutet, dass 3930 Menschen in der Region Mittelweser durch die touristische Nachfrage ein durchschnittliches Primäreinkommen von etwa 26500 Euro pro Kopf und Jahr beziehen könnten. Zu bedenken gibt die Mittelweser-Touristik, dass viele Menschen, wie Verkäufer im Einzelhandel, nur anteilig am Tourismus verdienen. Die Zahl der tatsächlich Betroffenen liege damit deutlich höher.

Größter Ausfall liegt beim Übernachtungstourismus

An den Ausfällen, die die Corona-Pandemie 2020 und 2021 nach sich gezogen haben, hätte der Übernachtungstourismus den Löwenanteil ausgemacht. 54 Prozent der 2020 ausgefallenen Übernachtungen hätten 41,9 Millionen Euro Einnahmen bedeutet, während der Tagestourismus einen Anteil von 46 Prozent (35,1 Millionen Euro) aufweise. Demnach habe der Tourismus in der Region 2020 wöchentlich Umsatzeinbußen von rund 1,48 Millionen Euro hinnehmen müssen.

2021 lag der Umsatzausfall bei rund 56,4 Millionen Euro. Im Übernachtungstourismus waren es 31,6 Millionen Euro (56 Prozent) und im Tagestourismus 24,8 Millionen Euro (44 Prozent). Der Tourismus hat im Jahr 2021 wöchentliche Umsatzeinbußen in Höhe von durchschnittlich 1,1 Millionen Euro hinnehmen müssen. Unterm Strich stehe das Jahr 2021 jedoch etwas besser da, als das Jahr 2020.

Positiver Blick in die Zukunft

„Die Zahlen sind beeindruckend und zeigen, welch hohen wirtschaftlichen Stellenwert der Tourismus in der Mittelweser-Region hat. Das Tourismus-Engagement der Orte zahlt sich aus“, sagt Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik. Dennoch zeigt er sich abschließend von einer positiven Zukunft überzeugt: „Die coronabedingten Ausfälle in den Jahren 2020 und 2021 in Höhe von zusammen 133,4 Millionen Euro sind für die Branche erheblich. Der Deutschlandtourismus wird in den nächsten Jahren weiter wachsen, Outdooraktivitäten wie Radfahren und Wandern oder der Camping- und Wohnmobiltourismus liegen im Trend, daher schaue ich positiv in die Zukunft“, so Fahrland abschließend.

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